100 Regentonnen für Friedrichshain-Kreuzberg
Pressemitteilung Nr. 259 vom 20.08.2025
Auf dem Lausitzer Platz in Kreuzberg stehen seit einigen Wochen drei neue Regentonnen – jede mit einem Fassungsvermögen von 1.000 Litern. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, steckt voller Zukunftspotenzial: Das Pilotprojekt erprobt, wie gesammeltes Regenwasser gemeinschaftlich genutzt werden kann, um Bäume und Grünflächen vor der Haustür zu bewässern. Angesichts immer heißerer Sommer und knapper werdender Wasserressourcen soll so nicht nur die städtische Begrünung widerstandsfähiger werden. Nachbarschaften und Initiativen wünschten sich hier eine klimafreundliche Wasserversorgung, ohne Trinkwasser verwenden zu müssen.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Mit den Regentonnen setzen wir auf eine einfache, aber äußerst wirkungsvolle Maßnahme: Wir fangen Regenwasser auf, bevor es ungenutzt in die Kanalisation läuft, und stellen es direkt für die Bäume und Grünflächen im Kiez bereit. So sparen wir kostbares Trinkwasser, stärken unsere grüne Infrastruktur und binden gleichzeitig die Nachbarschaft aktiv ein. Das Projekt zeigt, wie Klimaanpassung ganz konkret und gemeinschaftlich in Friedrichshain-Kreuzberg umgesetzt wird.“
Dank eines vereinfachten Genehmigungsverfahrens können seit Oktober vergangenen Jahres unkompliziert Anträge gestellt werden. Bisher hat der Bezirk zehn Regentonnen im öffentlichen Raum genehmigt – ein erster Schritt, um das Modellprojekt zügig in die Praxis umzusetzen. Damit das Projekt künftig noch zügiger umgesetzt werden kann, sollen durch das Förderprogramm BENE II bis zu 100 weitere Regentonnen im Bezirk aufgestellt werden – ein Baustein auf dem Weg zu einer klimaangepassten Stadt. Pro aufgestellter Regentonne entstehen Beschaffungs- und Installationskosten von rund 800 bis 1.000 Euro, die durch das Förderprogramm übernommen werden würden.
Durchschnittlich wird eine Tonne während der Vegetationszeit mindestens zehnmal vollständig befüllt – das entspricht rund 10.000 Litern Regenwasser. Zum Vergleich: Ein mittelalter Baum benötigt etwa 8.000 Liter pro Jahr. Hochgerechnet auf die geplanten 100 Tonnen könnten somit jährlich rund eine Million Liter Regenwasser gesammelt werden – genug, um den Wasserbedarf von etwa 125 mittelalten Stadtbäumen zu decken. Das Wasser stammt von Dachflächen in einer Größenordnung von insgesamt rund 12.000 Quadratmetern. Die Regentonnen veranschaulichen, wie Klimaanpassung praktisch und gemeinschaftlich im Kiez funktioniert.
Weitere Informationen zur Beantragung: https://naturerleben-xhain.berlin/regentonnen/
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