Regenwasser von Polizeigelände für Friedhofsgrün: Machbarkeitsstudie zum nachbarschaftsübergreifenden Regenwassermanagement für die klimaresiliente Stadt
Pressemitteilung Nr. 15 vom 15.01.2026
Die denkmalgeschützten Friedhöfe an der Bergmannstraße könnten künftig mit gesammeltem Regenwasser des benachbarten Polizeigrundstücks bewässert werden. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie entstand im Auftrag des Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (EVFBS) und der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) gemeinsam mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
Besonders beispielhaft ist die grundstücksübergreifende Zusammenarbeit auf Quartiersebene. Die Umsetzung des Projekts wird bedeutende Lerneffekte und Vorbildcharakter für die Kooperation von öffentlichen und privaten Grundstückseigentümer:innen im Sinne des Gemeinwohls mit sich bringen.
Die Machbarkeitsstudie bildet die Grundlage für die künftige Umsetzung. Ziel ist eine Umsetzung in den kommenden Jahren. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Projektpartnern zur weiteren Umsetzung liegt bereits vor, die Beantragung von Fördermitteln ist vorgesehen.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Die Vision der klimagerechten Schwammstadt mit grünen Oasen ist möglich. Durch die intelligente Nutzung von Regenwasser über Grundstücksgrenzen hinweg verbinden wir Klimaanpassung, Ressourcenschutz und den Erhalt wertvoller Grün- und Kulturlandschaften. Ganz konkret wird damit eine Grünfläche versorgt, Wasser geschützt und damit ein konkreter Beitrag zum Stadtklima geleistet werden. Die Machbarkeitsstudie zeigt wie wir gemeinsam vor Ort die klimagerechte Stadt der Zukunft umsetzen können.“
Kern des Vorhabens ist der Aufbau eines grundstücksübergreifenden Betriebswassersystems: Auf dem rund 11 Hektar großen, überwiegend versiegelten BIM-Grundstück an der Jüterboger Straße 3/Friesenstraße 16 wird Dachregenwasser erfasst, aufbereitet und gespeichert. Über eine Pumpanlage wird es in eine Zisterne im öffentlichen Straßenraum eingespeist, von der aus die Bewässerung der Friedhöfe erfolgt.
EVFBS-Geschäftsführer Tillmann Wagner: „Die erfolgreich abgeschlossene Machbarkeitsstudie zeigt konkrete Wege auf, wie es im Miteinander gelingen kann, unsere evangelischen Friedhöfe in der Bergmannstraße als grüne Oasen und Orte der Erinnerungskultur zu erhalten und vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Sie sollen auch für nachfolgende Generationen in all ihren Funktionen erlebbar bleiben. Deshalb hoffen wir sehr, dass die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie in einer 2. Phase umgesetzt werden können. Mit den Maßnahmen können wir sodann die rund 20 ha Friedhofs- und Grünfläche erhalten.
BIM-Geschäftsführer Dr. Matthias Hardinghaus: „Dieses Projekt zeigt, wie wir landeseigene Immobilien aktiv für den Klimaschutz und die Klimaanpassung nutzen können. Indem wir Regenwasser von unseren versiegelten Flächen sammeln und für die Bewässerung benachbarter Grünflächen zur Verfügung stellen, schaffen wir einen echten Mehrwert für Stadtklima, Natur und Quartier.“
Die Machbarkeitsstudie zeigt erhebliche ökologische und klimatische Vorteile:
- Nutzung von rund 15.000 Kubikmeter Regenwasser pro Jahr, davon ca. 8.000 m³ für die Bewässerung der Friedhöfe
- Einsparung von 8.000 Kubikmeter Trinkwasser jährlich
- Entlastung der Mischwasserkanalisation um bis zu 1.350 Liter pro Sekunde bei Starkregen
- Stärkung von rund 200 Bestandsbäumen sowie Bewässerung von über 20.000 Quadratmetern Vegetationsflächen
- Neupflanzung von 44 Bäumen, Vergrößerung von 30 Baumscheiben und Entsiegelung großer Flächen
Die Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Schwammstadt-Strategie, zur Umsetzung des StEP Klima 2.0 sowie des Masterplans Wasser Berlin.
Das Vorhaben „Machbarkeitsstudie für nachbarschaftsübergreifendes Regenwassermanagement und Maßnahmen zur Klimaanpassung“ (Projektlaufzeit: 03/2024 bis 06/2035) wird im Berliner Pro-gramm für Nachhaltige Entwicklung 2 (BENE 2) gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin (Förderkennzeichen 2043-B4-M).