Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende 2026 - Mit Drogen assoziierte Todesfälle in Berlin: Prävention, Schadensminderung und Suchthilfe weiter stärken
Pressemitteilung vom 21.07.2026
Im Jahr 2025 wurden in Berlin 300 mit Drogen assoziierte Todesfälle registriert. Auch bezogen auf die gestiegene Bevölkerungszahl zeigt sich ein Anstieg. Die Zahl der mit Drogen assoziierten Todesfälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner stieg von 7,6 im Jahr 2024 auf 7,7 im Jahr 2025.
Gesundheitssenatorin Dr. Ina Czyborra: „Jeder mit Drogen assoziierte Todesfall ist einer zu viel. Der Zugang zu Drogen ist gleichzeitig leider immer einfacher geworden. Die Menge an Drogen, die in unsere Stadt kommen, aus Drogenküchen in der Region und aus Anbaugebieten weltweit, ist erschreckend. Das kostet viele Menschen das Leben. Menschen mit einer individuellen Geschichte und häufig langjährigen gesundheitlichen und sozialen Belastungen. Unser Ziel als Gesundheitsressort ist es, Menschen frühzeitig zu erreichen und Leben zu retten. Deshalb setzen wir gleichermaßen auf Prävention, Beratung, Behandlung und Schadensminderung. Gleichzeitig beobachten wir Veränderungen auf dem Drogenmarkt sehr genau und entwickeln unsere Angebote kontinuierlich weiter.“
Um Menschen mit Unterstützungsbedarf möglichst frühzeitig zu erreichen, setzt Berlin auf ein umfassendes Maßnahmenbündel aus Prävention, Suchthilfe und Schadensminderung. Nicht alle Menschen mit einer Suchterkrankung können oder wollen ihren Konsum sofort beenden. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Angebote, die Leben retten, gesundheitliche Schäden verringern und den Weg in weiterführende Hilfen eröffnen.
Dazu gehören Drug Checking, der Ausbau der Naloxonversorgung über ein Modellprojekt sowie der Ausbau der Drogenkonsumraumangebote. Mit der Überarbeitung der Drogenkonsumraumverordnung wurden Zugänge erleichtert und Nutzungsbarrieren abgebaut.
Berlin stärkt zugleich die Früherkennung neuer Entwicklungen auf dem Drogenmarkt. Mit dem Runden Tisch zu synthetischen Opioiden wurden Akteurinnen und Akteure aus Suchthilfe, Gesundheitswesen, Rettungsdienst, Wissenschaft und Sicherheitsbehörden vernetzt, um neue Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen abzustimmen. Ergänzend baut Berlin seine Monitoring- und Frühwarnstrukturen weiter aus und beteiligt sich am bundesweiten Projekt so-par (Synthetic Opioids – Prepare and Respond), um sich frühzeitig auf neue Entwicklungen – insbesondere im Bereich hochpotenter synthetischer Opioide – vorzubereiten.
Die einzelnen Maßnahmen greifen ineinander und folgen einem ganzheitlichen Ansatz, um drogenbedingte Gesundheitsschäden und Todesfälle wirksam zu reduzieren. Die Entwicklung der mit Drogen assoziierten Todesfälle zeigt, wie wichtig ein frühzeitiger und niedrigschwelliger Zugang zu Hilfsangeboten ist. Berlin wird die Maßnahmen deshalb konsequent weiterentwickeln, um Menschen rechtzeitig zu erreichen, gesundheitliche Schäden zu reduzieren und um vermeidbare Todesfälle zu verhindern.
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