Pflegende Angehörige

Senior im Rollstuhl wird von seiner Tochter und Enkelin umarmt. Alle drei lächeln sich an.

Der Pflegestatistik zufolge wurden Ende 2019 rund 130.000 Pflegebedürftige (81,7%) der 158.482 Pflegebedürftigen in Berlin zu Hause gepflegt. Nahezu immer sind mehr oder weniger stark pflegende Bezugspersonen aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis bei der häuslichen Pflege beteiligt. Die geschätzt 200.000 pflegenden Bezugspersonen sind damit die mit großem Abstand wichtigste Stütze des pflegerischen Versorgungssystems in Berlin.

Entlastung und Unterstützung

Zur Entlastung und Unterstützung pflegender Angehöriger ist in Berlin eine enorme Vielfalt an Angeboten entstanden: Pflegestützpunkte, Fachstellen für spezifische Bereiche der häuslichen Pflege, spezielle Beratungsangebote wie Pflege in Not, Abgebote zur Unterstützung im Alltag, ambulante Pflegedienste, Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen und die Kontaktstellen Pflege-Engagement – die Liste ließe sich fortsetzen. Die Angebote spiegeln in ihrer Kreativität und Bandbreite die Vielfalt Berlins wider.
Informationen zu diesen Angeboten finden Sie auf den Seiten im Themenfeld Pflege unter der Rubrik ‘Pflege zu Hause’. Einen guten Überblick über die bestehenden Angebote sowie Informationen und Tipps für die häusliche Pflege bietet zudem die Broschüre ‘Was ist, wenn…? 24 Fragen zum Thema häusliche Pflege’. Die Broschüre steht in mehreren Sprachen zum Download auf der Seite des Kompetenz Zentrum Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe zur Verfügung.

  • Was ist, wenn ...? 24 Fragen zum Thema häusliche Pflege

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Berliner Strategie zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen

Um das Unterstützungssystem für pflegende Angehörige bedarfsgerecht weiter zu entwickeln und zu vernetzen, wurde 2015 erstmals ein „Maßnahmenplan pflegende Angehörige“ von der Fachstelle für pflegende Angehörige gemeinsam mit Verwaltung und anderen Akteurinnen und Akteuren erarbeitet. Er bietet einen Überblick über den aktuellen Stand des Unterstützungssystems, beschreibt Handlungsbedarfe und Maßnahmen.

Schnell wurde deutlich, dass es über den Maßnahmenplan hinaus einer gesamtstädtischen Strategie bedarf, die die großen Handlungsfelder zur Stärkung pflegender Angehöriger bündelt. Mit der 2018 verabschiedeten „Berliner Strategie zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen“ hat der Senat erstmals ressortübergreifend und geprägt von einem pflege- und sozialpolitischen Präventionsgedanken den Fokus auf dieses wichtige Feld gelegt. Hierbei identifiziert die „Berliner Strategie zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen“ drei konkrete Handlungsfelder:

  1. Anerkennungskultur und Beteiligungskultur
  2. Information, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit
  3. Alltagsunterstützung

Gegliedert nach den drei Handlungsfeldern werden in der Strategie für 21 Themenbereiche wesentliche Eckpunkte aufgeführt und Handlungsbedarfe für die Weiterentwicklung der Berliner Unterstützungsangebote beschrieben. Der Maßnahmenplan ist das interne Arbeitsinstrument zur Umsetzung der Strategie. Er wird in einem work-in-progress Prozess fortgeschrieben.

Die Strategie steht zum Download zur Verfügung und wird fortlaufend aktualisiert.

  • Berliner Strategie zur Unterstützung von pflegenden Angehörigen

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