Pflege digital: Initiative "Pflege 4.0 - Made in Berlin"

Logo der Initiative "Pflege 4.0"

Während der industrielle Sektor, unser Arbeitsleben und unser Privatleben schon seit Jahren durch den technischen Fortschritt geprägt sind, schreitet die Digitalisierung inzwischen auch in der Pflege voran. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels und des akuten Pflegenotstandes werden große Hoffnungen an Informations- und Kommunikationstechnologien, robotische Systeme und vernetzte Hilfs- und Monitoring-Systeme geknüpft. Angelehnt an die Begriffe „Industrie 4.0“ und „Arbeit 4.0“, die sich mit der Veränderung der Arbeitswelt im digitalen Zeitalter befassen, sprechen wir beim Einsatz neuartiger Pflegetechnologien zum Wohle des Menschen und unter Berücksichtigung seiner individuellen Bedürfnisse von „Pflege 4.0“.

Chancen von „Pflege 4.0“

Softwarelösungen zur Pflegedokumentation und Tourenplanung, Transportroboter und elektronische Hebehilfen sind Beispiele, wie die Digitalisierung helfen kann, pflegerische Arbeitsprozesse zu optimieren und das Pflegepersonal zu entlasten.
Sensortechnologien zur Sturzerkennung, automatische Beleuchtungssysteme, Vitaldatenmesssysteme und Online-Dienste zur Vernetzung in den Quartieren wiederum zeigen, wie man pflegebedürftigen Menschen auch im höheren Alter ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben ermöglichen und die häusliche Pflege durch ihre pflegenden Angehörigen unterstützen kann.

„Pflege 4.0“ in Berlin

Auch in unserer Stadt kommen bereits viele technische und digitale Innovationen in der Pflege zum Einsatz. Hier wurden beispielsweise mehrere Wohnungen pflegebedürftiger Berlinerinnen und Berliner mit smarter Technik ausgestattet, eine Anwendung für Tablets mit Aktivierungsangeboten für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner mit Demenz entwickelt und ein Projekt zur vernetzten ärztlichen Pflegeheimversorgung initiiert.

Doch die Potenziale werden noch lange nicht ausgeschöpft!

Herausforderungen für die Umsetzung

Im Branchenvergleich gilt die Pflege noch immer als Nachzügler der Digitalisierung. Häufig bleibt es bei Pilotprojekten. Durch fehlende Finanzierungsmöglichkeiten gelangen viele Produkte nicht zur Marktreife und finden folglich auch keinen Eingang in die Regelversorgung. Es fehlen ein Überblick über bereits bestehende digitale Lösungen sowie über Akteurinnen und Akteure im Bereich der Digitalisierung in der Pflege, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wirkungen und Nutzen einzelner Pflegetechnologien und die Einbindung der Pflege in die Technikentwicklung. Nicht zuletzt bestehen Bedenken bezüglich des Datenschutzes sowie Sorgen um den Verlust der Beziehungsqualität, um Kontrolle und Überwachung und um Arbeitsverdichtung.

Lösungen für unsere Stadt: Initiative „Pflege 4.0 – Made in Berlin“

Um die mit dem digitalen Wandel und technischen Fortschritt verbundenen Potenziale möglichst auszuschöpfen, wird die für Pflege zuständige Senatsverwaltung in Berlin die Digitalisierung und Technisierung in der Pflege aktiv mitgestalten und gute und bewährte Lösungen voranbringen. Dabei sieht sie sich in der Verantwortung, innovative Lösungen im Sinne der pflegebedürftigen Menschen, der pflegenden Angehörigen und der Pflegekräfte zu befördern. Dazu ruft sie die Initiative „Pflege 4.0 – Made in Berlin“ ins Leben.
Gemeinsam mit Interessenvertreterinnen und -vertretern pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen sowie mit Berliner Expertinnen und Experten der Pflege, Wissenschaft, Wirtschaft und mit der Politik wollen wir Handlungsbedarfe im Bereich der Digitalisierung und Technik in der Pflege für Berlin konkretisieren und Lösungsansätze voranbringen. Dazu wurde unter dem Vorsitz der für Pflege zuständigen Senatorin Dilek Kolat das Fachgremium „Pflege 4.0“ eingerichtet.

Mit dieser Homepage wird laufend über die aktuellen Entwicklungen der Initiative „Pflege 4.0 – Made in Berlin“ informiert.