Digitale Hauptstadt Berlin

Berlin Digital

Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) bieten große Chancen für eine innovative und smarte Hauptstadt. Sie verändern unseren Alltag, die Kommunikation, die Arbeitswelt und Produktionsprozesse. KI revolutioniert heute Aufgaben, Entscheidungen und ganze Berufe – in Büros, Werkstätten und Homeoffices.

Das Land Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, als digitale Hauptstadt diese Entwicklungen voranzutreiben und durch konkrete politische Maßnahmen zu gestalten. Die Ziele und Maßnahmen sind in zentralen Zukunftsstrategien festgehalten.

Berlin baut dabei auf seinen Stärken auf: Die Stadt ist bereits heute ein führender Wissenschafts- und Forschungsstandort, ein kreativer Hotspot und eine der weltweit führenden Startup-Metropolen. Hier entsteht ein einzigartiges Ökosystem, in dem sich dynamische Startups mit etablierter Wirtschaft sowie Wissenschaft und Forschung vernetzen, um neue Produkte und Verfahren zu entwickeln. Gleichzeitig werden aktuelle gesellschaftliche Veränderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung untersucht und künftige politische und wirtschaftliche Handlungsoptionen skizziert.

Einstein Center Digital Future (ECDF)

Das Einstein-Zentrum Digitale Zukunft (ECDF) schafft in einer deutschlandweit innovativen Public-Private-Partnership eine hochschulübergreifende und interdisziplinäre Forschungsumgebung für die Digitalisierung. Seit der Eröffnung des ECDF im April 2017 erforschen und entwickeln kreative Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der ganzen Welt in Berlin Konzepte und Technologien in dem Kernbereich „digitale Infrastrukturen, Methoden und Algorithmen“ sowie in den Innovationsbereichen „digitale Gesundheit“, „digitale Gesellschaft“ sowie „digitale Industrie und Dienstleistungen“. Insgesamt wurden bislang 44 Professorinnen und Professoren an den Universitäten und den beteiligten Hochschulen berufen.

Die Professuren sind ganz bewusst interdisziplinär angelegt und sollen an den Schnittstellen zu anderen Disziplinen forschen. Das Einstein Center Digital Future will ein hochschulübergreifender Nukleus für die Erforschung und Förderung digitaler Strukturen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft werden. Anstelle neuer Einzelinitiativen soll es mit dem Projekt in Berlin mehr Verknüpfungen geben, neue Formen der Zusammenarbeit, eine Konzentration auf innovative interdisziplinäre Spitzenforschung und exzellent ausgebildete junge wissenschaftliche Talente.

Die erste Förderphase (2017-2023) des ECDF wurde 2016 von der Einstein Stiftung Berlin bewilligt. Im Juli 2022 hat der Vorstand der Einstein Stiftung nach einer erfolgreichen Evaluation durch ein internationales Expertengremium beschlossen, dass das ECDF für fünf weitere Jahre bis zum 31. März 2028 gefördert wird. Am 1. April 2023 startete das ECDF somit in die zweite Förderphase „ECDF-Next Generation“.

BIFOLD

Im Herzen dieser Innovationslandschaft arbeitet das Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD) an den wissenschaftlichen Grundlagen der Künstlichen Intelligenz.

BIFOLD ging 2020 aus der Fusion zweier nationaler KI-Kompetenzzentren hervor – dem Berlin Big Data Center und dem Berlin Center for Machine Learning – und ist heute eines von sechs nationalen KI-Zentren Deutschlands, dauerhaft gefördert vom Land Berlin und dem Bundesministerium für Forschung. BIFOLD ist angesiedelt an der TU Berlin; Charité – Universitätsmedizin Berlin ist ein enger institutioneller Partner. Mit 14 Forschungsgruppen und über 150 Mitarbeitenden betreibt BIFOLD Grundlagenforschung zu Big-Data-Management und maschinellem Lernen und versteht sich zugleich als Plattform für interdisziplinären Austausch – zwischen Wissenschaft, Industrie, Start-ups und Gesellschaft. Ziel ist es, die Methoden und Technologien der KI fundamental weiterzuentwickeln und ihren Einfluss auf Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft spürbar zu vergrößern. Als Forschungszentrum von internationalem Rang und Sichtbarkeit betreibt BIFOLD nicht nur Forschung auf Weltniveau, sondern auch bildet die KI-Experten der Zukunft aus.

Zuse-Institut Berlin

Das Zuse-Institut Berlin (ZIB), gegründet in 1984, ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut für angewandte Mathematik und datenintensives High-Performance-Computing. Die Forschung konzentriert sich auf die Modellierung, Simulation, Künstliche Intelligenz und Optimierung in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Das ZIB ist ein der zentralen Akteure in Berlin und Deutschland für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz Projekte und bietet im Rahmen der HLRN-/NHR-Verbünde externen Forschungsvorhaben in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren Zugang zur Kapazität seiner Hochleistungsrechner an. Das ZIB ist weiterhin Träger wissenschaftlicher, IT-basierter Dienstleistungen für Berlin, Brandenburg und die Berliner Hochschulen, darunter

  • das Berliner Wissenschaftsnetz BRAIN, über das Hochschulen und weitere Einrichtungen eine Hochleistungsdatenverbindung erhalten;
  • der KOBV – Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg;
  • das Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS), mit dem Ziel, das Berliner Kulturerbe durch Digitalisierung dauerhaft zugänglich und nutzbar zu erhalten.

Weizenbaum-Institut

Das Weizenbaum-Institut beschäftigt sich mit der Frage, wie die Selbstbestimmung in einer vernetzten Gesellschaft gesichert werden kann. Es forscht zu sechs großen Themen: Arbeit, Innovation und Wertschöpfung; Vertrag und Verantwortung auf digitalen Märkten; Wissen, Bildung und soziale Ungleichheit; Demokratie, Partizipation und Öffentlichkeit; Governance und Normsetzung; und Technikwandel. An dem Konsortium unter der Federführung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung sind die Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Universität der Künste Berlin, Technische Universität Berlin, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme, sowie die Universität Potsdam beteiligt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Institut für fünf Jahre mit 50 Millionen Euro, das Land stellt im gleichen Zeitraum 7,2 Millionen Euro für den Sitz und die Ausstattung des Instituts zur Verfügung. Im Mai 2017 hatte sich der Berlin-Brandenburger Verbundantrag mit seinem innovativen Konzept für das neue Institut gegen eine bundesweite Konkurrenz durchsetzen können, im September 2017 fiel der Startschuss für das nach dem Internetpionier Joseph Weizenbaum benannte Institut.

Fraunhofer-Leistungszentrum „Digitale Vernetzung“

Das Leistungszentrum Digitale Vernetzung der vier Berliner Fraunhofer Institute, das vom Land Berlin gefördert wird, stellt seit 2016 einen Katalysator für die schnelle Überführung von Forschungsergebnissen in innovative Produkte bereit, vor allem im Bereich Industrie 4.0 und Smart City. Zwei der vier Schwerpunktthemen sind „Mobilität und Zukunftsstadt“ sowie „Industrie und Produktion“ und umfassen damit auch ökologische Fragestellungen für die Zukunft. Die vier Berliner Fraunhofer-Institute sollen eng mit einer Vielzahl von Industrieunternehmen kooperieren. Die an den Instituten entstehenden Transferzentren mit ihren Forschungs-, Beratungs- und Dienstleistungsangeboten werden auch für den Berliner Mittelstand als Anlaufstellen in allen Fragen der Vernetzung und Digitalisierung bereitstehen.

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege

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