Berliner Landespreis für exzellente Hochschullehre 2026: Vier herausragende Lehrveranstaltungen ausgezeichnet sowie fünf Beiträge für den Publikumspreis nominiert

Pressemitteilung vom 11.06.2026

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Berliner Landespreis für exzellente Hochschullehre verliehen. Eine unabhängige Jury aus Studierenden, Expertinnen und Experten für Hochschuldidaktik, Lehrqualität und Hochschulentwicklung sowie Lehrenden hat die Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Nominierten für den Publikumspreis ausgewählt. Die Lehrveranstaltungen überzeugen durch didaktische Qualität, Studierendenzentrierung, Transferpotenzial und Innovation. Das Preisgeld beläuft sich auf insgesamt 60.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 1. Juli 2026 an der Berliner Hochschule für Technik im Rahmen eines Fachtages zum Thema „Exzellente Hochschullehre“ statt.

Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Heute ist ein besonderer Tag: Zum ersten Mal zeichnen wir mit dem Landespreis für exzellente Hochschullehre vier Lehrveranstaltungen aus, die zeigen, dass Berlin als Hochschulstandort nicht nur forschungsstark, sondern auch in der Lehre exzellent und wegweisend ist. Die ausgezeichneten Lehrenden begeistern durch innovative Didaktik, kreative Methoden und ein außergewöhnliches Engagement. Vor allem aber schaffen sie Lernräume, die Studierende ermutigen, fördern und auf ihrem individuellen Bildungsweg bestmöglich begleiten. Ich gratuliere allen Ausgezeichneten herzlich und wünsche den Nominierten viel Erfolg für die Abstimmung zum Publikumspreis.“

Preisträgerinnen und Preisträger des Landeslehrpreises 2026

1. Preiskategorie: Vermittlung von Grundlagenwissen und -kompetenzen (15.000 Euro)
  • Prof. Dr. Andreas Modler (Berliner Hochschule für Technik) „Physik 1 – Mechanik und Physik 2 – Mechanische Wellen und Wärmelehre“ (Bachelor Medizinphysik)
2. Preiskategorie: Vertiefung, Anwendung und Transfer von Wissen und Kompetenzen (15.000 Euro)
  • Dr. Jannis Julien Grimm (Freie Universität Berlin) „Talking Violence“ (Bachelor Politikwissenschaft)
3. Preiskategorie: Selbstständige Hervorbringung von Wissen und Kompetenzen (15.000 Euro)
  • Prof. Sebastian Quack (Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) „Spielklub – Künstlerische Forschung“ (Master Spiel und Objekt)
4. Preiskategorie: Studentische Lehre (10.000 Euro)
  • Josephine Lang und Lilli Johanna Schlünz (Humboldt-Universität zu Berlin) „Studium Oecologicum“ (überfachliches Wahlpflichtmodul)

Publikumspreis: Fünf Nominierte zur Abstimmung

Im Rahmen des Landeslehrpreises 2026 wird außerdem ein Publikumspreis in Höhe von 5.000 Euro vergeben. Ab dem 11. Juni 2026 können Interessierte unter www.lehrpreis-berlin.de oder hier über die fünf nominierten Lehrveranstaltungen abstimmen. Der/die Gewinner/in wird im Rahmen der Preisverleihung am 1. Juli bekanntgegeben.

  • Dr. Max Willert (Freie Universität Berlin): „Diskrete Strukturen für Informatik (Mathematik für Informatik 1)“ (Bachelor Informatik)
  • Dr. med. Tharusan Thevathasan (Charité – Universitätsmedizin Berlin): „Students Teach Students (STS)-Academy: Simulationstraining zu kardiologischen Notfällen im Praktischen Jahr“ (Studiengang Humanmedizin)
  • Prof. Iris Böhm (Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch): „Klassenzimmerstücke“ (Studiengang Schauspiel)
  • Prof. Dr. Christine Hoppe (Universität der Künste Berlin): „Musikwissenschaft meets Musica inaudita. Von der Erstrecherche zur Aufführung ‚unerhörter Musiken‘“ (Fakultät Musik: Bachelor künstlerische Ausbildung, Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung, Lehramt Musik ISS/Gymnasium und Grundschule)
  • Jesco Lippke (Technische Universität Berlin): „Perspektiven auf die Wohnungskrise – Analyse, Diskurs, Lösungsansätze (Projektwerkstatt)“

Das Preisgeld ist von den Lehrpersonen zur Weiterentwicklung der Lehre bzw. im Falle studentischer Preisträgerinnen und Preisträgern zur Förderung studentischer Belange an ihren Hochschulen zu verwenden.

Weiterführende Informationen zu den ausgezeichneten Lehrveranstaltungen

1. Preiskategorie: Vermittlung von Grundlagenwissen und -kompetenzen
Prof. Dr. Andreas Modler (Berliner Hochschule für Technik) „Physik 1 – Mechanik und Physik 2 – Mechanische Wellen und Wärmelehre“ (Bachelor Medizinphysik)
Mit einem evidenzbasierten und interaktiven Lehrkonzept setzt Prof. Modler neue Maßstäbe in der Physik-Grundlagenlehre. Durch Just-in-Time-Teaching (JiTT) und Peer-Instruction (PI) werden Fehlvorstellungen der Studierenden systematisch aufgedeckt und korrigiert. Die Studierenden bereiten sich digital vor, geben Feedback und gestalten so die Lehrveranstaltung aktiv mit. Das Ergebnis: empirisch messbare Lernzuwächse und ein hohes Transferpotenzial für andere MINT-Fächer.

2. Preiskategorie: Vertiefung, Anwendung und Transfer von Wissen und Kompetenzen
Dr. Jannis Julien Grimm (Freie Universität Berlin) „Talking Violence“ (Bachelor Politikwissenschaft)
In diesem transferorientierten Seminar verbinden Studierende Theorie und Praxis: Sie analysieren die Dimensionen von Gewalt, führen Expertinnen- und Experten-Interviews und produzieren selbstständig eine Podcast-Reihe. Das Seminar stärkt nicht nur Recherche- und Kommunikationskompetenzen, sondern macht Wissensproduktion erlebbar und trägt die Erkenntnisse durch die Veröffentlichung in die Gesellschaft. Ein herausragendes Beispiel für exzellente Lehre im Verbund mit Wissenschaftskommunikation. Der entstandene Podcast ist hier abrufbar.

3. Preiskategorie: Selbstständige Hervorbringung von Wissen und Kompetenzen
Prof. Sebastian Quack (Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) „Spielklub – Künstlerische Forschung“ (Master Spiel und Objekt)
Als mobiles Laboratorium erkundet dieses Seminar Spiel als kulturelle Praxis – von Casinos über Pferderennbahnen bis zu KI-Installationen. Herausragend ist die Verschränkung von Theorie, urbaner Feldforschung und kollaborativer Publikationspraxis. Studierende werden zu Forschenden, erschließen sich selbstständig das Feld und gestalten gemeinsam ein multimodales sog. „Zine“ als künstlerisches Dokumentationsformat. Eine Pionierarbeit, die zeigt, wie künstlerische Forschung in der Lehre gelebt wird. Weitere Informationen

4. Preiskategorie: Studentische Lehre
Josephine Lang und Lilli Johanna Schlünz (Humboldt-Universität zu Berlin) „Studium Oecologicum“ (überfachliches Wahlpflichtmodul)
Seit 2015 ermöglicht das „Studium Oecologicum“ Studierenden verschiedener Fachrichtungen, Nachhaltigkeit aktiv zu gestalten. Durch eine Ringvorlesung und ein Projekttutorium verbinden sie Theorie und Praxis – etwa durch die Mitgestaltung künftiger Lehre oder die Erprobung von Lösungen für reale Nachhaltigkeitsfragen. Das von Studierenden für Studierenden organisierte Format hat sich fest etabliert und verwandelt die Hochschule in einen Raum der gemeinsamen Gestaltung und ein interdisziplinäres Reallabor. Weitere Informationen gibt es hier.

Weitere Informationen unter
und www.lehrpreis-berlin.de