Von der Zelle bis ins Universum: Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt Förderung von fünf Sonderforschungsbereichen in Berlin

Pressemitteilung vom 15.05.2026

Berliner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den aktuellen Bewilligungssitzungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erneut herausragende Erfolge erzielt und Fördermittel in Höhe von rund 60 Millionen Euro eingeworben. Insgesamt wurde die Förderung von fünf Sonderforschungsbereichen an den Berliner Universitäten, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und ihren Partnereinrichtungen beschlossen.

Gefördert werden eine Neueinrichtung sowie vier Fortsetzungsprojekte. Bereits zuvor hatte die DFG zwei weitere Forschungsgruppen bewilligt – darunter ein neues Vorhaben an der Freien Universität Berlin zur Untersuchung der komplexen Energielandschaft Osteuropas im globalen Kontext. Mit ihren koordinierten Förderprogrammen stärkt die DFG langfristige Kooperationen in der Spitzenforschung und unterstützt die strategische Weiterentwicklung der Hochschulen. Die Programme schaffen ideale Voraussetzungen, um wissenschaftliche Exzellenz, internationale Vernetzung und nachhaltige Strukturbildung am Forschungsstandort Berlin weiter auszubauen.

Dazu Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Die Förderentscheidungen der DFG sind ein starkes Signal für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft des Wissenschaftsstandorts Berlin. Die große thematische Bandbreite der geförderten Forschungsverbünde – von den Geisteswissenschaften über die Gedächtnisforschung und Geowissenschaften bis hin zur medizinischen Bildgebung und zu Darmerkrankungen – zeigt eindrucksvoll die Vielfalt und Interdisziplinarität der Berliner Spitzenforschung. Ich gratuliere allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herzlich zu diesem Erfolg. Mit ihrer Forschung schaffen sie neue Erkenntnisse über komplexe Zusammenhänge – von zellulären Prozessen über gesellschaftliche Transformationen bis hin zu den Grundlagen des Lebens im Weltraum.“

Ein besonderer Erfolg ist der neu eingerichtete Sonderforschungsbereich an der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Lena Noack. Unter dem Titel „Bewohnbarkeit als grundlegender planetarischer Prozess: Paradigmenwechsel in unserer Wahrnehmung der vermeintlichen Einzigartigkeit der Erde“ widmet sich der Forschungsverbund einer der grundlegenden Fragen der Menschheit: Wie entstehen im Universum Bedingungen, unter denen Leben möglich ist? Dabei geht es nicht nur um naturwissenschaftliche Grundlagenforschung, sondern auch um ethische Fragen künftiger Missionen zu anderen Planeten sowie um die gesellschaftliche Wahrnehmung und Kommunikation der Forschung.

Neue DFG-Forschungsverbünde:

  • Sonderforschungsbereich 1759: „Bewohnbarkeit als grundlegender planetarischer Prozess: Paradigmenwechsel in unserer Wahrnehmung der vermeintlichen Einzigartigkeit der Erde“ der Freien Universität Berlin; Sprecherin: Prof. Dr. Lena Noack; weitere beteiligte Einrichtungen: Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Berlin, Technische Universität Dresden, Universität Wien, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) Standort Berlin-Adlershof.
  • Forschungsgruppe 5856: „Energien der Vernetzung. Akteure, Räume und Narrative in Osteuropa“ an der Freien Universität Berlin; Sprecherin: Prof. Dr. Susanne Strätling.

Für eine weitere Förderperiode verlängerte DFG-Forschungsverbünde:

  • Sonderforschungsbereich 1315: „Mechanismen und Störungen der Gedächtniskonsolidierung: Von Synapsen zur Systemebene“ der Humboldt-Universität zu Berlin; Sprecher: Prof. Matthew Larkum Ph.D.; weitere beteiligte Einrichtungen: Freie Universität Berlin, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universität Greifswald, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Universität Innsbruck, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) / Charité – Universitätsmedizin Berlin, Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) im
    Forschungsverbund Berlin e.V., Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) Magdeburg, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz Planegg.
  • Sonderforschungsbereich 1340: „In vivo Visualisierung der pathologisch veränderten Extrazellulärmatrix ,Matrix in Vision‘“ der Charité – Universitätsmedizin Berlin; Sprecher: Prof. Dr. Matthias Taupitz; weitere beteiligte Einrichtungen: Freie Universität Berlin, Technische Universität Berlin, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) Berlin.
  • Sonderforschungsbereich 1512: „Intervenierende Künste“ an der Freien Universität Berlin; Sprecherin: Prof. Dr. Karin Gludovatz; weitere beteiligte Einrichtungen: Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Leuphana Universität Lüneburg, Universität der Künste Berlin, Staatliche Museen zu Berlin.
  • Sonderforschungsbereich/ Transregio 241: „Immun-Epitheliale Signalwege bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit Charité – Universitätsmedizin Berlin; Sprecher: Professor Dr. Christoph Becker (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Co-Sprecherin: Prof. Dr. Britta Siegmund (Charité – Universitätsmedizin Berlin); weitere beteiligte Einrichtungen: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Medizinische Universität Innsbruck, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin.
  • Forschungsgruppe 5177: „Die Dynamik der Wirbelsäule: Mechanik, Morphologie und Bewegung für eine umfassende Diagnose von Rückenschmerzen“ an der Charité – Universitätsmedizin Berlin; Sprecher: Prof. Dr. Hendrik Schmidt.