Berlin stärkt Gesundheitsschutz bei Risiken durch synthetische Opioide
Pressemitteilung vom 26.03.2026
Berlin verzeichnet wie auch andere Bundesländer eine hohe Zahl drogenbedingter Todesfälle: Fast sechs Menschen pro Woche sterben infolge des Konsums illegaler Substanzen, häufig im Zusammenhang mit Opioiden. Angesichts der Risiken durch synthetische Opioide wie Fentanyl und Nitazene baut Berlin seine Strukturen zur Früherkennung und Krisenvorsorge aus. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (SenWGP) setzt dabei auf ressortübergreifende Zusammenarbeit und Monitoring.
Auf Einladung der SenWGP kam im April 2025 erstmals der Runde Tisch „Synthetische Opioide“ zusammen, der mit einer Vielzahl von relevanten Akteurinnen und Akteuren besetzt ist. Dazu zählen zum Beispiel Träger niedrigschwelliger Hilfen und Beratung der Suchthilfe, die Polizei, das LKA, die Berliner Feuerwehr, eine Notaufnahme, die Charité oder eine Vertretung der Wohnungsnotfallhilfe. Zentrales Anliegen ist es, Erkenntnisse zu bündeln und Berlin auf mögliche Risiken vorzubereiten. Berlin strebt darüber hinaus die Einrichtung eines Landesknotenpunkts im Nationalen Frühwarnsystem NEWS an. Er soll Informationen zu neuen Substanzen und akuten gesundheitlichen Gefahren zeitnah erfassen, bewerten und weiterleiten.
Unterstützt wird dieser Prozess durch das Projekt so-par (Synthetic Opioids Prepare and Response) der Deutschen Aidshilfe und des Deutsch-Europäischen Forums für Urbane Sicherheit e. V. (DEFUS), das in Berlin im Bezirk Mitte umgesetzt wird. So-par entwickelt praxisorientierte Instrumente für Risikoanalyse, Frühwarnung, Krisenmanagement und Maßnahmenplanung.
Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Mit dem Projekt so-par und einem systematischen Monitoring synthetischer Opioide stärken wir den Gesundheitsschutz in unserer Stadt ganz konkret. Die enge Zusammenarbeit zwischen kompetenten Akteuren aus der Praxis sowie der Verwaltung ermöglicht es, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, Menschen besser vor schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden zu schützen.“
Lagebild als Grundlage für Frühwarnsysteme: Anfang März fand in Berlin im Rahmen des Projekts „so-par“ ein Workshop zur Entwicklung eines Lagebilds zu synthetischen Opioiden statt. Ziel ist es, Informationen systematisch zusammenzuführen, Zuständigkeiten zu klären und Handlungs- und Kommunikationswege für den Ernstfall zu entwickeln. Die Lagebilder ermöglichen ein datenbasiertes Monitoring der Verbreitung synthetischer Opioide und ihrer Auswirkungen. So lassen sich Veränderungen und Krisensituationen frühzeitig erkennen, sodass Verwaltung, Suchthilfe und medizinische Versorgung gezielt darauf reagieren können.
Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Hendrik Streeck zeigte sich erfreut über die Entwicklungen im Projekt: „Das Projekt so-par ist überaus wichtig, weil wir auf gefährliche Substanzen nur reagieren können, wenn wir wissen, was im Umlauf ist. Gerade hochpotente und dadurch extrem gefährliche synthetische Opioide wie Fentanyl und Nitazene werden zunehmend auf dem Schwarzmarkt gehandelt oder unbemerkt anderen Substanzen wie Heroin beigemischt. Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden in ein Monitoring- und Frühwarnsystem einfließen, das aktuell von der Bundesregierung und den Ländern entwickelt wird.“
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege
- Tel.: (030) 9028-0
- Fax: (030) 9028-3102