Runder Tisch Kindergesundheit: Impfquoten bei HPV steigern!
Pressemitteilung vom 10.11.2025
Im Anschluss an den Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses zur Steigerung der HPV-Impfquote bei Kindern hat sich am vergangenen Freitag auch der Runde Tisch Kindergesundheit für die Steigerung der HPV-Impfungen ausgesprochen. Auch wenn Berlin laut aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2023 bei den Impfquoten für eine vollständige HPV-Impfung mit 57 Prozent bei den Mädchen und 38,7 Prozent bei den Jungen leicht über dem Bundesdurchschnitt (54,6 Prozent Mädchen, 34 Prozent Jungen) liegt, sind die Zahlen noch lange nicht ausreichend. Der Runde Tisch Kindergesundheit, der bereits zum vierten Mal getagt hat, wird federführend von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege organisiert und von der Bildungsverwaltung fachlich begleitet. Es wurden verschiedene Maßnahmen, unter anderem zur Steigerung der Bekanntheit der HPV-Impfung sowie deren Einbeziehung in die U-Untersuchungen diskutiert.
Dazu die Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege Ellen Haußdörfer: „Es war wichtig, dass sich auch der Runde Tisch Kindergesundheit mit den HPV-Impfungen beschäftigt hat. Auch wenn wir in Berlin über dem Bundesdurchschnitt liegen, haben wir noch viel zu tun. Deshalb brauchen wir zügig weitere Instrumente. Ich begrüße deshalb, dass die Gesundheitsverwaltung gemeinsam mit der Bildungsverwaltung zurzeit Maßnahmen zur Information der Berliner Schulen und Eltern abspricht. Der Versand eines gemeinsamen Schreibens ist zeitnah geplant. Eine deutliche Steigerung der Impfquoten verspreche ich mir von einer anstehenden Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dieser berät aktuell über die Einführung einer weiteren kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchung – der sogenannten U10 –, in deren Rahmen auch die HPV-Impfung angeboten werden soll. Mit einem Beschluss rechnen wir im kommenden Jahr. Auch sonst gilt: Ein regelmäßiger Blick in den Impfpass ist wichtig. Kinder und Jugendliche benötigen viele Impfungen zum Schutz vor Infektionserregern bzw. Krankheiten. Ebenfalls wichtig sind Auffrischimpfungen bei Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung.“
Hintergrund zur HPV-Impfung:
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die mehrmalige Standard-Impfung gegen HPV für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Spätestens bis zum Alter von 17 Jahren sollen versäumte HPV-Impfungen nachgeholt werden. Auch Personen ≥ 18 Jahre ohne bisherige HPV-Impfung sollen sich gegen HPV impfen lassen, jedoch ist die Wirksamkeit der Impfung geringer als bei Jüngeren. Der Schutz vor Krankheiten ist umso besser, je früher die Impfung erfolgt. Bei einer hohen Impfbeteiligung ist ein weitgehendes Verschwinden von HPV-bedingten Krebserkrankungen im Erwachsenenalter möglich. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2020 das Zurückdrängen von durch HPV verursachte Erkrankungen zu einem öffentlichen Gesundheitsziel erklärt. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen vor ihrem 15. Geburtstag gegen HPV geimpft sein. Bisher liegen Deutschland und auch Berlin unter dieser Zielmarke: Bundesweit hatten 2023 rund 55
Prozent der 15-jährigen Mädchen und 24 Prozent der Jungen eine vollständige Impfung gegen HPV.
Informationen zum Runden Tisch Kindergesundheit:
Ziel des Anfang 2024 ins Leben gerufenen Runden Tisches ist es, die Kinder- und Jugendmedizin sowie die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung in Berlin zu stärken, sich der besonderen Situation von Kindern und Jugendlichen nach der Corona-Pandemie zu widmen und Wege zu finden, die Versorgungssituation insgesamt zu verbessern. Teilnehmende des Rundes Tisches sind Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Krankenhäuser, der ambulanten Versorgung, der Selbstverwaltung, Träger, Berufsvereinigungen, Krankenkassen u.a.
Ebenfalls im Runden Tisch Kindergesundheit am 7. November besprochen wurde die Erstellung eines Maßnahmenplans, der die weitere Arbeit des Runden Tisches begleiten soll.
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege
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