Senatspflegeverwaltung fördert neues Angebot zur Unterstützung im Alltag
Pressemitteilung vom 07.04.2025
Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege fördert ein neues Projekt zur Unterstützung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige, den „Malteser Notfalldienst für Pflegebedürftige“. Das Projekt startete im ersten Schritt in den Bezirken Spandau und Lichtenberg und wird nun sukzessiv auf weitere Bezirke Berlins erweitert.
Was genau verbirgt sich hinter dem Projekt? Wenn die gewohnte Pflegeroutine durch Krankheit oder dringende Termine unterbrochen wird, leistet der Malteser-Notfalldienst innerhalb von 24 Stunden Hilfe. Der Bedarf für einen solchen Notfalldienst ist groß, denn viele pflegende Angehörige stehen unter enormem Druck und haben kaum Möglichkeiten, bei unvorhergesehenen Situationen schnell Unterstützung zu bekommen. Nach der Hilfe in den ersten Tagen hilft das Projekt bei der Suche nach langfristiger und dauerhafter Unterstützung und vermittelt dazu in bestehende Angebote zur Unterstützung im Alltag.
Dazu Berlins Pflegesenatorin Dr. Ina Czyborra: „Die vom Land Berlin anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag sind aus der Berliner Pflegelandschaft nicht mehr wegzudenken. Sie zeigen sich als tragende Säule zur Unterstützung und Entlastung pflegebedürftiger Menschen im eigenen Zuhause. Mit diesen Leistungen und durch die Unterstützung engagierter Ehrenamtlicher werden mehr als 30.000 Menschen in Berlin erreicht. Jeder Cent, den das Land Berlin für diese Betreuungsangebote ausgibt, stärkt unser Pflegesystem in Berlin genau an der Stelle, wo es eine besondere persönliche Belastung gibt, nämlich bei den pflegenden Angehörigen. Allen Menschen, die sich ehrenamtlich in der pflegerischen Versorgung einsetzen, gehört mein großer Dank.“
Angebote zur Unterstützung im Alltag sind gefragt und die Inanspruchnahme dieser Leistungen hat sich in den letzten Jahren beinahe verdoppelt. Waren es 2021 noch 17.000 Menschen, so sind es 2024 mehr als 30.000 Menschen, die in ihrem Alltag unterstützt werden. Ein Großteil der Unterstützungsstunden (80 Prozent) wird im Bereich der haushaltnahen Dienstleistungen erbracht, zum Beispiel als Hilfe beim Einkaufen oder beim Aufräumen. Aber auch Besuchs- und Betreuungsleistungen wie Vorlesen, gemeinsam Spazierengehen oder Spielen sind beliebt. Angebote zur Unterstützung im Alltag helfen, das Leben zu Hause auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst eigenständig zu meistern und leisten einen wesentlichen sozialen Beitrag. Mit den Betreuungsangeboten wird Begegnung und Austausch gefördert, Einsamkeit und sozialer Isolation wird entgegengewirkt und Angehörige werden entlastet. Dass so viele Menschen von diesen Angeboten profitieren können, liegt an der stetig steigenden Zahl von neu anerkannten Angeboten. In den letzten zwei Jahren sind mehr als 60 Angebote neu zugelassen worden. Seit Ende 2024 bieten inzwischen 253 Anbieter ihre Leistungen in der Berliner Pflegelandschaft an.
Insbesondere bei den Betreuungsangeboten sind über 2.800 ehrenamtlich engagierte Menschen im Einsatz und leisteten im vergangenen Jahr über 250.000 Betreuungsstunden. Viele dieser Angebote decken besondere Bedarfslagen ab, zum Beispiel bei der Betreuung von demenzkranken Personen oder zur Entlastung von Eltern pflegebedürftiger Kinder. Da hier das ehrenamtliche Engagement Kern der Leistung ist und der Pflegemarkt aus sich heraus solche Angebote nicht ausreichend abdeckt, fördert das Land Berlin insgesamt 32 dieser Betreuungsdienste.
Hinweis:
Die Anerkennung als Angebot zur Unterstützung im Alltag ist Voraussetzung, damit pflegebedürftige Menschen den ihnen monatlich zustehenden Entlastungsbetrag von 131 Euro der Pflegeversicherung für die Inanspruchnahme dieser niedrigschwelligen Leistungen einsetzen können.
Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege
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