Berliner Hochschulen sind bundesweit Vorreiterinnen in der Gleichstellung

Pressemitteilung vom 12.02.2025

Die Berliner Hochschulen belegen im Gleichstellungsranking der Bundesländer seit vielen Jahren den Spitzenplatz und nehmen damit eine Vorreiterinnenrolle im Bereich Gleichstellung ein. Der Anteil der Professorinnen an den staatlichen und konfessionellen Berliner Hochschulen lag im Jahr 2022 bei knapp 36 Prozent. Im Vergleich dazu lag der bundesweite Schnitt im Jahr 2022 bei 28 Prozent. Auch beim Frauenanteil an Hochschulräten und Hochschulaufsichtsgremien ist Berlin mit 45 Prozent einer der Spitzenreiter unter den Ländern (Jahr 2023). Bei den Hochschulleitungen sind knapp die Hälfte der elf staatlichen Berliner Hochschulen aktuell mit Frauen besetzt. Dies entspricht einem Frauenanteil von etwa 36 Prozent in den Hochschulleitungen. Beim Frauenanteil bei Berufungen an Universitäten ist Berlin bundesweit an zweiter Stelle und mit 48,2 Prozent nur knapp unter der 50 Prozent-Marke (Jahr 2023), so die positive Bilanz der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege anlässlich des gestrigen Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft.

Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Wir stehen in Berlin insgesamt gut da. Hier gilt mein besonderer Dank den Hochschulleitungen, die sich seit vielen Jahren für das Thema Gleichstellung einsetzen. Von dem Ziel der Parität sind wir aber noch ein gutes Stück entfernt. Es bedarf deshalb weiterer Anstrengungen, um den Frauenanteil an Professuren in den nächsten Jahren weiter zu steigern. Wir brauchen eine geschlechtergerechte Veränderung der Wissenschaftskultur. Wir brauchen eine Wissenschaftskultur, die für alle Geschlechter attraktiv ist, denn wir können nicht auf den Beitrag von Mädchen und Frauen zur Zukunft unserer Gesellschaft verzichten.“

Beim Thema Gleichstellung gehen Berliner Senat und Hochschulen Hand in Hand. So ist hochschulvertraglich vereinbart, eine Erhöhung der Diversität bei Berufungen zu erreichen und Maßnahmen zur gleichstellungs- und diversity-sensiblen Gewinnung zu ergreifen. Es werden Konzepte zur Steigerung der Berufungsquoten von Frauen erarbeitet – hier mit besonderem Schwerpunkt in den Fachbereichen, in denen im Verhältnis zu wenige Frauen vertreten sind –, und es werden Angebote für Berufungskommissionsmitglieder zur Sensibilisierung für unbewusste Verzerrungseffekte (Gender- und Diversity-Bias) und für eine gender- und diversity-sensible Personalauswahl geschaffen.

Mit dem „Berliner Chancengleichheitsprogramm“ (Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre/BCP) steht den Hochschulen außerdem seit 2001 ein bewährtes und langjährig erfolgreiches Förderinstrument zur Verfügung, mit dem neben der gezielten Berufung von Frauen auch hochschulübergreifende innovative Projekte zur Erhöhung des Frauenanteils und spezifische Vorhaben gefördert werden, um qualifizierte Frauen in ihrer wissenschaftlichen Laufbahn zu unterstützen und geschlechtergerechte Strukturen zu schaffen. Über das BCP können sich die Hochschulen auch am Bund-Länder-Programm zur Förderung von Professorinnen beteiligen. Hier liegt ein besonderer Fokus auf der Berufung von Professorinnen in Bereichen, in denen Frauen besonders unterrepräsentiert sind, also u.a. dem MINT-Bereich.

Des Weiteren werden Anreize für wissenschaftliche und wissenschaftsnahe Berufsfelder bei Mädchen schon frühzeitig in ihrer Bildungsbiografie gesetzt: Schülerinnen werden im Rahmen von zahlreichen Kooperationen zwischen allgemeinbildenden oder beruflichen Schulen und Hochschulen bzw. Universitäten im MINT-Bereich gezielt an MINT-Fächer herangeführt, wie beispielsweise im Rahmen des Schülerlabornetzwerks „GenaU“ mit 16 Schülerlaboren, die alle an Hochschulen oder Universitäten angebunden sind, dem Projekt „Labor PhysLab“ in Kooperation mit Berliner und Brandenburger Grund- und Oberschulen oder „NatLab-Schülerlabor“ und „TuWaS“ an der Freien Universität Berlin.

Auch die Hochschulen bieten ein breites Portfolio an Formaten für Schülerinnen, um sie insbesondere als zukünftige Studentinnen für Fächer im MINT-Bereich zu begeistern, darunter

  • Mitmach- und Experimentierlabore für Schülerinnen und Schüler (wie das UniLab-Adlershof oder dEIn Labor für Elektrotechnik und Informatik an der Technischen Universität Berlin),
  • den bundesweiten Aktionstag Girls’Day
  • sowie Beratungs- und Mentoring-Programme (wie das MINToring-Programm der Freien Universität Berlin oder MINT-Ment der BHT).