Fachgespräch Nachhaltige Erneuerung in Moabit mit dem Schwerpunkt Kooperation mit landeseigenen Unternehmen

Gäste des Fachgesprächs im Tribünengebäude des Poststadions am 18. Juni 2026

Gäste des Fachgesprächs im Tribünengebäude des Poststadions am 18. Juni 2026

Im Tribünengebäude des Poststadions in Moabit befindet sich ein beliebter Veranstaltungssaal. Hier trafen sich am 18. Juni 65 Fachleute aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenStadt), aus den bezirklichen Stadtentwicklungsämtern und den an der Gebietskoordination beteiligten Stadtplanungsbüros zum jährlichen Fachgespräch. Ohne die Aufnahme des Gebiets Tiergarten-Nordring/Heidestraße in die Kulisse der Städtebauförderung 2005 wäre eine Veranstaltung in dem historischen Gebäude kaum vorstellbar gewesen: Der denkmalgeschützte Ort wurde 2008 bis 2010 mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau West saniert und für solche und ähnliche Zwecke nutzbar gemacht.

Die Begrüßung der Gäste des Fachgesprächs übernahmen der zuständige Referatsleiter „Förderung im Quartier“, Hendrik Hübscher, und Margaretha Seels vom Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamts Mitte. Das Programm des jährlichen Treffens hatte zwei Schwerpunkte: Die Präsentation der Entwicklung des mit dem Programmjahr 2025 beendeten Fördergebiets und die Diskussion über neue Kooperationen mit landeseigenen Unternehmen bei ausgewählten Förderprojekten.

Starke Partnerschaften für die erfolgreiche Realisierung von Schlüsselprojekten

Sebastian Mönch, Gruppenleiter Städtebauförderung/Programmsteuerung bei SenStadt, stellte die im März unterzeichnete Kooperationsvereinbarung mit der Grün Berlin GmbH vor. Das landeseigene Unternehmen soll ab 2027 bei ausgewählten Projekten die Bauherren-Funktion übernehmen und dadurch die unter Kapazitätsproblemen leidenden bezirklichen Ämter entlasten. Ziel ist die bessere Ausschöpfung der in den drei Programmen der Städtebauförderung bereitgestellten Mittel. Allein für das Programm Nachhaltige Erneuerung stehen im Programmjahr 2027 65 Mio. Euro für 64 Einzelmaßnahmen zur Verfügung. Einige davon können nun in enger Kooperation mit Grün Berlin umgesetzt werden. In der bereits unterzeichneten Rahmenvereinbarung ist die grundsätzliche Verteilung der Aufgaben in dem neuen Verfahren festgelegt.

Von 47 Vorschlägen für dafür in Frage kommende Projekte wurden 24 Maßnahmen mit hoher Priorität zur Umsetzung im Programmjahr 2027 ausgewählt. Ende Juni wurden die betroffenen Bezirke über die ausgewählten Projekte informiert. Für die Umsetzung soll jeweils eine dreiseitige Projektvereinbarung getroffen werden, die die projektbezogenen Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen allen Beteiligten regelt.

  • Schema Ablauf Förderverfahren bei Kooperationsprojekten

    Schematischer Ablauf Förderverfahren bei Kooperationsprojekten

Aussichtsturm Wolkenhain in den Gärten der Welt

Der Aussichtsturm Wolkenhain entstand in den Gärten der Welt anlässlich der IGA Berlin 2017

Die Förderanträge werden wie bisher von den Bezirken eingereicht. Während der Realisierung ist eine enge Abstimmung zwischen der Grün Berlin und den bezirklichen Auftraggebern geplant. Auch mit der Wista.Plan ist SenStadt zur Vorbereitung einer ähnlichen Kooperation im Gespräch. Bei einer möglichen Zusammenarbeit mit der HOWOGE würde der Schwerpunkt auf Hochbaumaßnahmen liegen.

Isabel Jaden von der Stabsstelle Fördermittelmanagement und Irina de Cuveland, Bereichsleiterin Freiraum/Infrastruktur bei der Grün Berlin, stellten das Unternehmen anschließend im Detail vor. Sven Hanczuch, kommissarischer Leiter Städtebauförderung im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, berichtete zusammen mit Irina de Cuveland im Anschluss über die erfreuliche Zusammenarbeit seines Bezirks mit Grün Berlin bei der Realisierung von Projekten in Vorbereitung der Internationalen Gartenausstellung IGA Berlin 2017. Damals wurden gemeinsam in sehr kurzer Zeit 20 Förderprojekte erfolgreich umgesetzt, u.a. der Aussichtsturm Wolkenhain, das Umweltbildungszentrum sowie Grünflächen, Wegeverbindungen, Spielplätze und ein innovatives Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt in Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern. Möglich wurde das alles auch durch die vertrauensvolle und effektive Zusammenarbeit von Senatsverwaltung, Bezirk und Grün Berlin. Seitdem wurden dem Landesunternehmen viele weitere komplexe Aufgaben übertragen.

  • Projekte in Zusammenarbeit mit Grün Berlin im Rahmen der IGA Berlin 2017

    Stadtumbau-Projekte des Bezirks Marzahn-Hellersdorf in Zusammenarbeit mit Grün Berlin im Rahmen der IGA Berlin 2017

  • Luftbild Moabit mit den Grenzen des Fördergebiets Tiergarten-Nordring/Heidestraße

    Luftbild der Moabiter Insel mit den Grenzen des Fördergebiets Tiergarten-Nordring/Heidestraße

Rundgang im Sportpark Poststadion zum Fachtag am 18. Juni 2026

Der Rundgang im Sportpark Poststadion - Halt an der Ruderhalle

Erfolgreiche Entwicklung in Moabit seit 2005

Nach einem kurzen Infoblock stellten Margaretha Seels und Phil von Lueder, Gebietsbeauftragter von der S.T.E.R.N. Berlin GmbH, das Fördergebiet Tiergarten-Nordring/Heidestraße vor. Aus der Randlage zu Ost-Berlin rückte das Gebiet 1990 ins Zentrum. Die vier heterogenen Teilbereiche erforderten eine unterschiedliche Intensität der Förderung: Der Teilraum Heidestraße wuchs zur heute nahezu fertigen Europacity heran. Im Bereich Sportpark Poststadion/Lehrter Straße wurden das Poststadion, der benachbarte Fritz-Schloß-Park und die angrenzenden Bildungs-, Sozial- und Kultureinrichtungen durch viele Maßnahmen aus den Programmen Stadtumbau und Nachhaltige Erneuerung verknüpft und ergänzt. Unter anderem entstand hier der beliebte Skatepark Poststadion. Angrenzend an Bahnflächen und Gewerbegebieten im Norden des Fördergebiets wurden attraktive Freiflächen wie der Moabiter Stadtgarten geschaffen. Im von Wohnen, Industrie und Gewerbe geprägten Westen der Moabiter Insel konnten u.a. die Radinfrastruktur verbessert und Freiraumprojekte rund um die Heinrich-von-Stephan-Schule realisiert werden. Seit der Gebietsfestlegung wurden rund 60 Einzelmaßnahmen mit ca. 28 Mio. Euro umgesetzt.

Beim Rundgang am Nachmittag konnten die Gäste die Projekte rund um das Poststadion und den Fritz-Schloß-Park vor Ort erleben, darunter die Minigolf-Anlage und die Außenanlagen des Moabiter Kinderhofs sowie die privat finanzierte Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins. Bis 2029 werden im Umfeld noch drei wichtige Maßnahmen für das Gebiet abgeschlossen: der Bau des Stadtplatzes für das neue Wohnquartier Rathenower Straße, das neue Außenbecken des Stadtbads Tiergarten und Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität im Fritz-Schloß-Park.

Zum 100. Geburtstag des Poststadions plant das Stadtentwicklungsamt Mitte im Juni 2027 eine Ausstellung, die sich auch mit der Entwicklung des Fördergebiets beschäftigen wird. Spätestens dann heißt der Bezirk Mitte wieder viele Gäste des Fachgesprächs in Moabit willkommen.