Frankfurter Allee Nord (FAN): Erinnerung und Erholung an einem Ort

Infostand am Freiaplatz. Beratung

Sabine Sternberg, Gebietsbeauftragte STATTBAU für Förder- und Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord, erläutert einem Bewohner die Pläne für den Friedhof.

Der ehrenamtliche FAN-Beirat und die Gebietsbeauftragten von STATTBAU waren am „Tag der Städtebauförderung“ 2026 auf dem jährlichen Frühjahrsflohmarkt am Freiaplatz, der 2013 mit Stadtumbaumitteln umgestaltet wurde. Dort informierten sie über den Stand der aktuellen Förderprojekte im Sanierungs- und Fördergebiet Frankfurter Allee Nord (FAN). Ein Rundgang führte interessierte Bewohner:innen auf den ehemaligen Friedhof Gotlindestraße. An dem historischen, denkmalgeschützten Ort wird seit 1970 nicht mehr bestattet, viele Gräber sind verfallen, die Natur hat sich das Areal zurückgeholt. Die grüne Oase ist heute ein beliebter Erholungsort. Um die Aufenthaltsqualität zu verbessern und gleichzeitig den Friedhofscharakter zu erhalten, gab es 2024 ein Gutachterverfahren mit aktiver Bürgerbeteiligung. Bei dem Rundgang wurde die Gesamtplanung vorgestellt.

Rundgang Gottlindestraße

Sabine Sternberg, Gebietsbeauftragte STATTBAU für Förder- und Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord, beim Kiezspaziergang über den Friedhof.

Unter Berücksichtigung des Denkmal- und Naturschutzes sollen über die Fördermittel aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung sowohl die Erinnerungs- und Friedhofskultur erhalten als auch weitere Nutzungsmöglichkeiten erschlossen werden. Erläutert wurden die räumlichen Teilplanungen und die Details zur Gestaltung, zu denen Bewegungselemente für alle Generationen ebenso zählen wie unterschiedliche Sitzmöglichkeiten für Ältere. Hinzu kommen naturnahe Räume mit Wildflächen für Tiere sowie Hecken, Stauden und Naschgärten, alles barrierearm zugänglich.
Um die Eingangssituation und die Erschließungs- und Wegestruktur auf dem Friedhof zu verbessern, wird die Zufahrt zum Wirtschaftshof an den westlichen Rand verlagert. Auch die Sanierung der alten Friedhofsmauer wird über das Programm Nachhaltige Erneuerung ermöglicht, während die Restaurierung von Teilen der Wandgräber über landeseigene Mittel geschieht. Das Interesse der Teilnehmenden war groß, es wurde viel nachgefragt, sodass der Rundgang eineinhalb Stunden dauerte.

Sabine Sternberg und Markus Tegeler am Infostand

Sabine Sternberg und Markus Tegeler am Infostand

Am Stand der Gebietsbeauftragten und des FAN-Beirates gab es auch Informationen und Unterlagen zu den Förderprojekten „Vorplatz Zentralfriedhof, Umgestaltung Gudrunstraße und Spielplatz Gudrunstraße“. Der über das Programm „Nachhaltige Erneuerung“ geförderte Spielplatz wird am 25. Juni 2026 ab 10 Uhr feierlich übergeben. Mit dabei auch viele Kinder aus zwei Schulen, die sich kreativ an der Gestaltung einer Lärmschutzwand entlang der Gudrunstraße beteiligen.

Für die Entwicklungsfläche an der Gotlindestraße 39 hat die Lichtenberger BVV eine Zwischennutzung als Freiraum für die Nachbarschaft beschlossen. Dafür wurden Ideen gesammelt. Gewünscht wird ein Ort für Austausch und Freizeitgestaltung, ein Treffpunkt für die Nachbarn. Vorgeschlagen wurde aber auch ein Nachbarschaftsgarten und ein Auslauf für Hunde.

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