Dr. Monika Paweska im Gespräch

Unsere Mitarbeitenden-Geschichten bieten Ihnen einen Einblick in den Arbeitsalltag und die vielfältigen Perspektiven unserer Teams.

Hier im Porträt Frau Dr. Monika Paweska. Sie erzählt über ihren Werdegang, ihre Aufgaben und was sie an ihre Arbeit bei der SenWGP schätzt.

Monika Paweska sitzt auf einer Treppe
Ich schätze die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen sehr.
Dr. Monika Paweska

Frau Dr. Paweska, erzählen Sie doch gern zuerst, wer Sie sind und wie Ihr Weg beim Land oder bei der Senatsverwaltung bisher aussah.

Ich bin gebürtige Polin und Warschauerin. Während meines Jurastudiums an der Warschauer Universität bin ich im Rahmen des Sokrates Programms nach Regensburg gekommen. Im Anschluss kam ich nach Berlin als Konsulin für Rechtsangelegenheiten in der Botschaft der Republik Polen. Danach bin ich einfach hier geblieben bis ich irgendwann aus familiären Gründen nach Warschau zurückgekehrt bin. Ich bin dann wieder nach Deutschland gegangen, dieses Mal nach München. Seit 2018 wohnen wir als Familie gemeinsam in Berlin und seit 2019 arbeite ich in der Senatsverwaltung in der Abteilung Wissenschaft in Berlin. Inzwischen bin ich auch die Person mit der längsten Dienstzugehörigkeit in unserem Referat.

Mit welchen Erwartungen sind Sie zum Land Berlin / zu unserer Senatsverwaltung gekommen? Wurden diese erfüllt?

Für mich ist berufliche Unabhängigkeit ein Grundprinzip. Daher suchte ich nach einem Aufgabenbereich, der es mir ermöglichen würde, auf meine bisherigen Erfahrungen zurückzugreifen, selbstständig zu arbeiten, Ziele zu setzen und diese gemäß den mit meinen Vorgesetzten vereinbarten Prioritäten zu erreichen.

Inzwischen habe ich mir bei anderen Landesbehörden ein starkes professionelles Unterstützungsnetzwerk auf dem kurzen Verwaltungsweg aufgebaut, das für die Erfüllung meiner Aufgaben als Ordnungsbehörde von großer Bedeutung ist.

Was genau sind Ihre Aufgaben im Bereich Grad- und Titelführung ausländischer akademischer Abschlüsse?

Ich habe drei Hauptaufgabenbereiche:

  • Ich erteile Bescheide über die Umwandlung der ausländischen Grade für Spätaussiedler.
  • Für Personen, die zur DDR-Zeit studiert haben, bin ich für die Ausstellung der Nachdiplomierungsurkunden zuständig, für Ost als auch West-Berlin. Hier bearbeite ich auch oft auf Basis von Archivunterlagen die Anfragen bezüglich der Echtheitsüberprüfung kurz vor oder nach der Wende, z. B. Überläufer aus der DDR, ab.
  • Als zuständige Ordnungsbehörde leite ich Verfahren ein und führe diese bei falscher Führung eines ausländischen Grades im Land Berlin; nach der Anhörung erteile ich Untersagungsverfügungen und vertrete das Land Berlin vor dem Verwaltungsgericht in allen mit meinen Aufgaben verbundenen Gerichtsverfahren.

Dazu kommen noch Amtshilfeersuchen, Auskünfte zur Führung des Grades auf Grund von Anfragen der Inhaber der Grade und einiges mehr.

Was treibt Sie bei Ihrer Arbeit an?

Ich bin super ehrgeizig, egal, was ich tue. Mich treibt der Erfolg an, aber auch das Gefühl, etwas erreicht zu haben, wenn ich jemanden daran hindere, das Gesetz zu umgehen, insbesondere, wenn die Person sich verstellt oder ihr die Wahrheit entgeht. Jeder Fall ist hier eine Herausforderung.

Verstehen Sie sich als Quereinsteigerin?

Im eigentlichen Sinne bin ich keine Quereinsteigerin, da ich ein Jurastudium und Master of Law absolviert habe sowie eine Promotion im Öffentlichen Recht und Europarecht gemacht habe. Das heißt, mein Ausbildungshintergrund entspricht meiner beruflichen Laufbahn.

Andererseits haben wir etwas gemeinsam. Da die Motivation vieler Quereinsteigender in einem Richtungswechsel und der Suche nach neuen Herausforderungen liegt, ist diese Beschreibung für mich auch passend. Da ich fast mein gesamtes Berufsleben im öffentlichen Dienst verbracht habe, war es im Grunde nur ein Kurswechsel. Ich habe zwar Erfahrung in der Arbeit für NGOs, aber auch im juristischen Bereich. Das hilft mir oft bei der Arbeit, denn um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, muss man sich manchmal aus dem Fenster lehnen.

Was war Ihr schönstes Erlebnis bei der SenWGP?

Zu den schönsten Erlebnissen zählen bestimmt unsere gemeinsamen Frühstücke in der Referatsküche. Ab und zu nehmen wir uns Zeit und tauschen uns beim Essen mit unserer Chefin aus. Es ist immer lustig, laut und witzig, wie in einer italienischen Familie. Bunt einfach.

Beruflich: Es war ein Kommentar eines Richters zu meiner Person im Gerichtssaal, nach der Urteilsverkündung. Ich habe einfach das Gefühl gehabt, die Bemühungen sind nicht umsonst, es lohnt sich hartnäckig zu bleiben.

Was schätzen Sie ganz besonders an Ihrer Arbeit?

Es ist vieles: das Vertrauen meiner Vorgesetzten, die stehts ein offenes Ohr hat und immer lösungsorientiert ist. Ich schätze die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen sehr und die super nette und entspannte Atmosphäre in unserem Team. Wir sind ehrlich zueinander und können uns aufeinander verlassen, auch dann, wenn es mal brenzlig wird.

Sie kommen ursprünglich aus Polen, sind aber jetzt schon länger in Deutschland und Berlin. Verstehen Sie sich mittlerweile als Berlinerin? Vielleicht auch durch Ihre Arbeit hier beim Land?

Grundsätzlich bin ich beides: Berlinerin und Warschauerin. Vor ein paar Jahren hat die Berliner Morgenpost der Stadt eine Hymne gewidmet “Das ist Berlin” – Wenn ich diesen Song höre, denke ich – das ist mein Berlin. In dem Sinne bin ich Berlinerin, auch wenn ich in Warschau bin.

Haben Sie ein persönliches Motto?

Immanuel Kant “Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade arbeiten?

Ich lese oder schreibe. Beides entspannt mich.

Gibt es jemanden mit dem Sie mal für 24 Stunden tauschen würden? (allgemein, in der Berliner Verwaltung, in der SenWGP)

Mit dem Beauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten würde ich sehr gern für 24 Stunden tauschen, vorausgesetzt er könnte mich vertreten.

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege