Dr. Tomás Vellani im Gespräch

Unsere Mitarbeitenden-Geschichten bieten Ihnen einen Einblick in den Arbeitsalltag und die vielfältigen Perspektiven unserer Teams.

Hier im Porträt Herr Dr. Tomás Vellani. Er erzählt über seinen Werdegang, seine Aufgaben bei der SenWGP und warum er gern Teil der Berliner Verwaltung ist.

Tomás Vellani sitzt in der Kantine der SenWGP
Mein Beitrag ist in der Verwaltung.
Dr. Tomás Vellani

Herr Dr. Vellani, Sie sind Digitalisierungsbeauftrager der SenWGP. Was genau sind Ihre Aufgaben in dieser Rolle?

Ich bin für die strategische Steuerung der Digitalisierung im Haus zuständig. Ich unterstütze die Staatssekretärin in ihrer Aufgabe als Politische Ressortdigitalisierungsbeauftragte, vertrete die Position der SenWGP in verschiedenen Gremien der Digitalisierung landesweit und begleite landesweite Prozesse der Digitalisierung. Zusätzlich dazu habe ich hier intern eine kommunikative sowie eine vorausschauende Rolle für Neuigkeiten der Digitalisierung. Ich bin einer von zwei Co-Leitern in der Leitstelle Digitalisierung, die diese Aufgaben plus das operative Projektmanagementgeschäft im Bereich Digitalisierung und GPM (Anm. d Red.: GPM – Geschäftsprozessmanagement) übernimmt.

Wie sah Ihr Weg beim Land oder bei der Senatsverwaltung bisher aus?

Nach der Promotion in Verwaltungswissenschaften wollte ich meine Expertise in die Verwaltung bringen. Ich bin in der SenWGP gestartet. Ich war in der Pflegeabteilung abgeordnet im Referat II A – Zukunft der Pflege und Digitalisierung. Das war sehr interessant und spannend. Danach war ich im LAGeSo, wo ich im Bereich E-Government und Geschäftsprozessmanagement war. Jetzt bin ich wieder hier als Digitalisierungsbeauftragter.

Was hat Sie motiviert wieder zu unserer Senatsverwaltung zurückzukommen? Hat Ihre Perspektive sich inzwischen irgendwie verändert?

Meine erste Erfahrung hier war wirklich sehr gut und ich hatte sehr viel Spaß. Ich mag sowohl die Menschen als auch die thematische Ausrichtung des Hauses. Es sind sehr spannende Themen mit einer unmittelbaren Auswirkung auf das Leben der Menschen draußen – Gesundheit, Pflege, Wissenschaft.
Ich selber war früher in der Wissenschaft, das heißt, ich habe ein Interesse für Themen der Wissenschaft, Wissenschaftsförderung und Universitäten.
Ich wollte auch etwas zurückgeben. Ich habe mich gefragt: „Wie kann ich mich einsetzen, um auch etwas beizutragen?“. Meine Kenntnisse liegen im Bereich Digitalisierung der Verwaltung, und deswegen, als sich diese Möglichkeit ergeben hat, dachte ich, das passt hundert Prozent zu mir.

Was hat Sie motiviert, in den öffentlichen Dienst zu gehen und mit welchen Erwartungen sind Sie zum Land Berlin gekommen? Wurden diese erfüllt?

Mein Ziel war etwas zurückzugeben. Ich komme aus Argentinien und wohne hier seit sieben Jahren. Deutschland war wirklich sehr offen und freundlich zu mir. Es hat mir und meiner Frau sehr viele Türen geöffnet.
In Argentinien habe ich Politikwissenschaften studiert und ich bin hierhergezogen, um Verwaltungswissenschaften zu studieren. Dann war es für mich offensichtlich, dass ich etwas zurückgeben wollte und der Bereich, in dem ich mehr beitragen kann, ist der Bereich Verwaltung bzw. Digitalisierung der Verwaltung, weil das das Thema ist, in dem ich promoviert habe. Das war mein Ziel und das verwirkliche ich jeden Tag. Ich gehe glücklich zur Arbeit. Ich arbeite für die Menschen des Landes Berlin und das macht mich glücklich.

Verstehen Sie sich als Quereinsteiger?

Nein, aber ich will trotzdem was dazu sagen. Der öffentliche Dienst ist wirklich groß und vielfaltig. Es gibt Aufgaben für jeden. Ich würde alle, die über einen Quereinstieg nachdenken, ermutigen, sich zu bewerben. Es gibt verwaltungsspezifische Aufgaben. Aber es gibt gleichzeitig viele Themen, die Perspektiven von außen und von Menschen, die eine andere Karriere gemacht haben, benötigen. Man soll sich nicht einschränken und kann alles lernen. Wenn man die richtigen Einstellungen, Neugier, Lust auf Verwaltung mitbringt, ist es machbar. Der öffentliche Dienst ist ein bunter Querschnitt der Gesellschaft.

Haben Sie eine lustige Anekdote, die auf kulturelle Unterschiede / Perspektiven zurückzuführen ist?

Esszeiten! In Deutschland isst man früh. In der Verwaltung essen Beamte noch früher. In Argentinien essen wir ziemlich spät. Für mich würde eine normale Mittagspause 13:30 oder 14:00 Uhr beginnen. (lacht)

Verstehen Sie sich mittlerweile als Berliner?

Ja! Das ist eine gute Frage. Ich verstehe mich als Berliner, aber als Deutsch-Argentinier ist es etwas kompliziert. In Argentinien ist die Bezeichnung „Ich bin …“ sehr stark mit dem Geburtsort verknüpft. In meiner argentinischen Logik bin ich kein Berliner, weil ich hier nicht geboren wurde. Aber abgesehen davon habe ich ein starkes Gefühl von Zugehörigkeit zu dieser Stadt und fühle mich sehr integriert. Ich will hier leben und fühle mich als Teil der Stadt. Durch meine Arbeit hier trage ich auch zur Stadt bei.

Sie sind aktives Mitglied in dem Nachwuchskräftenetzwerk „Spindel“. Welche Bedeutung hat dieses Netzwerk oder Netzwerken allgemein für Sie?

Spindel ist ein Netzwerk von Nachwuchskräften in Berlin. Es werden verschiedene Veranstaltungen organisiert. Es ist ein interessanter Verbund von Menschen, die das Land gestalten und vorantreiben wollen. Man kommt mit vielen Gleichgesinnten in Kontakt. Es ist wirklich interessant und wichtig.

Im Allgemeinen würde ich alle Beschäftigten im Land ermutigen, in Kontakt mit anderen zu kommen. Wir haben 12 Bezirke und die Senatsverwaltungen und nachgeordneten Behörden. Wir haben sehr viele Möglichkeiten von anderen zu lernen. Es werden sehr spannende Sachen im Land gemacht. Weil es eine sehr große Organisation ist, ist die Kommunikation manchmal schwer. Es ist nicht einfach rauszufinden, wer was wo macht. Deswegen sind diese Netzwerke und dieser niederschwellige Kontakt zu Menschen in anderen Dienststellen immer sehr spannend. Man lernt viel, z. B. Unterschiede in den Hauskulturen oder Best Practices. Das macht die Spindel auch. Es ist eine tolle Sache, dass es existiert.

Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade arbeiten?

Ich koche sehr gerne. In Dezember habe ich eine Nudelmaschine von meiner Frau geschenkt bekommen. Wir machen fast jedes Wochenende Ravioli oder Tagliatelle. Ich spiele sehr gerne Fußball. Meine anderen Hobbies sind eher unspektakulär (lacht). Ich reise gern, gucke Filme, gehe in Kunstmuseen. Aber wer genießt das nicht?

Gibt es ein Museum in Berlin, was unterschätzt wird? Haben Sie ein Geheimtipp?

Ich mag zwei hier in der Nähe. Ich mag die Berlinische Galerie. Ich weiß nicht, ob sie unterschätzt ist, aber sie ist toll. Sie liegt in der Nähe von uns und hat auch ein tolles Café. Manchmal in der Pause gehe ich dort hin.

Es gibt auch die Feuerle Collection. Das ist eine Privatsammlung in einem Bunker. Sie hat eine Ausstellung, die zeitgenössische asiatische Kunst mit alter asiatischer Kunst in einem sehr interessanten Raum kombiniert. Man steht im Dunkeln und darf nicht reden. Das kann ich auf jeden Fall empfehlen.

Gibt es jemanden mit dem Sie mal für 24 Stunden tauschen würden?

Nein. Ich mag mein Leben (lacht). Ach, 24 Stunden Lionel Messi sein, unser Held! Messi wäre gut, das wäre verlockend (lacht).

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege