Jugend musiziert – Ruby (12) begeistert am Klavier

Mit 23 Punkten hat sich Ruby im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen 1. Preis erspielt

Mit 23 Punkten hat sich Ruby im Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen 1. Preis erspielt

Seit 63 Jahren bietet der bundesweite Wettbewerb „Jugend musiziert“ jungen Musiker*innen die Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Eine dieser begabten Musiker*innen ist Ruby (12) aus Friedrichshain, die bereits zum zweiten Mal in Folge am Klavier den Sprung vom Regionalentscheid in die Landesmeisterschaft geschafft hat.

Beherzt und konzentriert lässt Ruby am schwarzen Flügel mitreißende Rhythmen und fließende Melodien erklingen. Es ist Tag der offenen Tür an der Musikschule Friedrichshain in der Zellestraße, und Ruby – eine der besten jungen Pianist*innen Berlins in ihrer Altersklasse – zeigt gemeinsam mit vielen anderen Musikschüler*innen, was sie im vergangenen Jahr gelernt hat.

„Ich kenne dieses Stück seit einem Jahr“, erklärt sie. Deshalb fällt es ihr leicht, Edvard Griegs „Hochzeit auf Troldhaugen“ ohne Noten zu spielen – leicht und schwungvoll, so wie wohl auch das Silberhochzeitsfest des Komponisten einst gewesen ist. Sehr zur Freude der Zuschauer*innen, die sich mit donnerndem Applaus bei der jungen Pianistin für diesen kleinen musikalischen Ausflug nach Norwegen bedanken.

Konzentriert lässt Ruby am schwarzen Flügel mitreißende Rhythmen und fließende Melodien erklingen

Konzentriert lässt Ruby am schwarzen Flügel mitreißende Rhythmen und fließende Melodien erklingen

In diesem Jahr als Solistin am Klavier

Ruby ist Schülerin am Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium in Friedrichshain. Das öffentliche Gymnasium mit Schwerpunkt Musik fördert viele Teilnehmer*innen des Wettbewerbs in unterschiedlichen Altersgruppen und Kategorien.

„Ich bin jetzt einen Schritt weiter und freue mich auf die Chance, noch einmal zu spielen“, sagt Ruby, die den Wettbewerbstrubel bereits kennt.

Im vergangenen Jahr trat sie gemeinsam mit der Posaunistin Ida an. Ihre Musiklehrer hatten die beiden zusammengebracht, sodass sie als Team in den Wettbewerb gingen – Ruby am Klavier und Ida an der Posaune. Nachdem sie die Jury im Regionalwettbewerb überzeugt hatten, präsentierten sie ihr Können auch beim Landeswettbewerb.

In diesem Jahr ist für Ruby als Solistin jedoch alles anders: „Es ist viel einfacher, wenn ich mich nicht mit anderen absprechen muss, um mich vorzubereiten. Ich kann üben, wann ich will und wann es für mich am besten passt.“

Minibrass und Berlin Concert Brass gemeinsam auf der Bühne der Musikschule in der Zellestraße

Minibrass und Berlin Concert Brass gemeinsam auf der Bühne der Musikschule in der Zellestraße

„Musik ist mein Leben!"

Im Herbst sind es bereits fünf Jahre, seit sie Klavier an der Musikschule lernt. „Es ist viel Arbeit – ich muss eigentlich jeden Tag bis zu drei Stunden üben. Das versuche ich auch zu schaffen, aber manchmal sind andere Dinge ebenso dringend.“ Zum Beispiel: Posaune spielen! Gerade hat sie im Vorspielraum am Flügel ein Stück von Edvard Grieg als Solistin gegeben. Doch schon kurze Zeit später steht sie wieder auf der Bühne – diesmal als Posaunistin mit ihrer Minibrass-Band, gemeinsam mit Ida, ihrer Partnerin aus dem letzten Jahr. „Minibrass und Berlin Concert Brass spielen heute zusammen auf einer Bühne“, erklärt sie stolz.

Im Vorraum drängen sich die jungen Musiker*innen mit ihren glänzenden Blechinstrumenten zwischen den erfahrenen Spieler*innen.

Die Atmosphäre ist aufgeregt, konzentriert – und voller Vorfreude auf den Auftritt. Nach etwa 45 Minuten auf der Bühne, in denen auch Rubys Familie im Publikum saß und abschließend laut applaudierte, hat die Nachwuchsmusikerin musikalisch erst einmal Feierabend.

„Musik ist mein Leben – mir macht so ein intensiver Tag viel Spaß. Gerade heute am Flügel war es auch eine Art Generalprobe vor dem großen Auftritt vor der Jury. Dort werde ich ebenfalls das Stück ‚Hochzeit auf Troldhaugen‘ spielen.“ Nervös macht sie das gerade nicht. „In meiner Altersklasse sind viele Teilnehmer dabei. Alle können ziemlich gut Klavier spielen, sonst wären sie nicht so weit gekommen. Ich werde mein Bestes geben – und auch wenn ich jetzt noch nicht aufgeregt bin, kann sich das kurz vor der Vorstellung noch ändern. Bis dahin bleibe ich erstmal entspannt.“

Pianistin Ruby freut sich über den 1.Preis im Landeswettbewerb

Pianistin Ruby freut sich über den 1.Preis im Landeswettbewerb

Auftritte mit ihrem Händel-Kinderchor in der Philharmonie und am Schauspielhaus

Bevor Ruby hinaus in die frische Friedrichshainer Frühlingsluft tritt, verstaut sie ihre Posaune im großen Instrumentenkoffer. Seit einem Jahr spielt sie Posaune an der Musikschule. „Das klappt richtig gut!“ Ähnlich gut läuft es mit dem Gesang: Am liebsten singt sie Popmusik. „Ich mag jede Art von Popgesang, das macht mir richtig Spaß. Singen kann ich überall und muss kein Instrument mit mir herumtragen.“

Sie singt an der Händelschule im Händel-Kinderchor. Die Kinder haben zweimal in der Woche während der Unterrichtszeit Chorprobe. Gemeinsam mit dem Chor ist sie bereits zweimal in der Philharmonie mit dem Weihnachtsoratorium aufgetreten. Und einmal im Schauspielhaus mit Carmina Burana.

Ruby ist eine junge Musikerin auf dem Weg in eine musikalische Zukunft. „Wenn, dann kann ich mir vorstellen, zu singen“, sagt sie mit einem Lächeln. „Aber bis es soweit ist, habe ich ja noch ein wenig Zeit. Jetzt geht es erstmal um den bevorstehenden Wettbewerb. Ich habe eine großartige, tolle Musiklehrerin – und ich bin sehr neugierig, wohin mich mein Weg noch führen wird!“

UPDATE: 1. Preis für Ruby im Landeswettbewerb

Mit 23 Punkten und damit mit einem 1.Preis in ihrer Altersgruppe wurde ihr Klavierspiel von der Jury ausgezeichnet.

Herzlichen Glückwunsch, sehr gut gemacht, Ruby! Weiterhin viel Glück und Toi, Toi, Toi!

In unserem Bezirksticker stellen wir ein weiteres musikalisches Talent der Friedrichshain-Kreuzberger Musikschule vor: Auszeichnung für Florens Ganzer