Jugend musiziert: Auszeichnung für Ida und Ruby

Ruby am Klavier und Ida mit Posaune

Seit über 60 Jahren findet in Deutschland jährlich der Wettbewerb „Jugend musiziert“ statt, bei dem junge Musiker*innen ihr Können unter Beweis stellen. Fast 16.000 Kinder und Jugendliche waren im Vorjahr bundesweit dabei. Auch zahlreiche Schüler*innen der kommunalen Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg haben in diesem Jahr teilgenommen – einige von ihnen waren beim Regionalwettbewerb Berlin Mitte im Februar erfolgreich und ziehen weiter in den Berliner Landeswettbewerb, der Anfang April stattfindet.
Dazu gehören auch die beiden Friedrichshainerinnen Ida und Ruby. Sie haben als Posaunen-Klavier-Duo teilgenommen und einen ersten Preis im Regionalwettbewerb gewonnen. Für ihren Auftritt erhielten die beiden von der Jury 24 von 25 Punkten. Damit nehmen sie im April am Berliner Landeswettbewerb teil. Am 9. März erhalten sie in der Universität der Künste ihre Urkunden für den Regionalwettbewerb und werden dort den „Boogie for bone“ vorspielen.

Beide wohnen unweit der Musikschule in der Zellestraße. Ruby besucht das musikbetonte Händel-Gymnasium am Frankfurter Tor. Fünftklässlerin Ida möchte im nächsten Jahr ebenfalls auf diese Schule wechseln und hofft, die entsprechenden Noten zu erreichen.

Am Wettbewerb wollten die Mädchen unabhängig voneinander teilnehmen und wurden über ihre Musikschullehrer*innen miteinander vernetzt. Durch das gemeinsame Musizieren im letzten halben Jahr sind die beiden richtig gute Freundinnen geworden, obwohl sie in unterschiedlichen Klassenstufen sind. Ihre Lehrkräfte schlugen ihnen Lieder vor, die sich für ihr Duo eigneten. Am Ende probten und präsentierten sie den Frühling aus Vivaldis Vier Jahreszeiten, Solveigs Lied von Edvard Grieg und „Boogie for bone“. Bis die Stücke saßen, hätten sie richtig viel üben müssen.

Posaune

Seit der musikalischen Früherziehung in der Musikschule

Bewertet werde beim Vorspiel durch die Jury nicht nur das Spielen selbst, sondern auch die Zusammenarbeit im Team. „Es geht auch um die Beziehung, die man hat und wie man aufeinander achtet“, erklärt Ruby.

Die jungen Musikerinnen haben beide bereits als Kleinkinder mit der musikalischen Früherziehung in der Musikschule Friedrichshain begonnen. Bei Ruby zu Hause steht ein Klavier im Wohnzimmer. „Als ich klein war, habe ich mich immer zu den Erwachsenen gesetzt, die uns besucht und darauf gespielt haben. Dann habe ich meine Hände auf die der Erwachsenen gelegt und so getan, als würde ich selbst spielen. Und dann wollte ich es unbedingt selbst lernen.“ Vier Jahre hat die Elfjährige gewartet, bis sie einen Platz für Klavierunterricht bekam, denn Klavier ist das gefragteste Instrument an der Musikschule in Friedrichshain. Die Wartelisten sind lang. Inzwischen lernt Ruby seit dreieinhalb Jahren Klavierspielen. Seit einem Jahr nimmt sie zusätzlich Gesangsunterricht.

Seit drei Jahren nimmt Ida Instrumentenunterricht. Angefangen hat sie mit Klavier. „Das war aber nicht das richtige Instrument für mich. Eigentlich wollte ich schon, seit ich ein Kleinkind war, Posaune spielen. Ich brauche einfach viel Bewegung.“ Also wechselte die Zehnjährige vor zwei Jahren zur Posaune. Zusätzlich zum Posaunenunterricht an der Musikschule spielt Ida auch im Jugendorchester der Staatsoper. „Meine Lehrerin organisiert das immer alles für mich. Die kennt das alles und fragt mich, ob ich mitmachen will und ich probiere es dann aus.“

Klavier

Musizieren als ideale Ablenkung

Das Musizieren macht den beiden viel Spaß. „Es ist gut noch was zusätzlich zur Schule zu machen – eine gute Abwechslung“, findet Ida. Nur manchmal sei es etwas anstrengend, meint Ruby. Zweimal in der Woche hat sie Klavierunterricht. Täglich übt sie rund zwei Stunden. Posaunistin Ida hat einmal in der Woche Unterricht an der Musikschule. Hinzu kommen die Proben an der Staatsoper, die ungefähr einmal im Monat am Wochenende stattfinden. Inspiriert von ihrer Freundin überlegt nun auch Ruby, ob sie als zweites Instrument die Posaune lernen möchte.

In ihrer Freizeit hören beide Mädchen Pop-Musik: Billie Eilish, Nina Chuba, Ariana Grande und Ayliva. „Klassik spielen wir nur auf den Instrumenten!“

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Auch der Kreuzberger Bela wurde bei “Jugend musiziert” ausgezeichnet.