Jugend musiziert: Auszeichung für Bela

Bela Sporrer spielt Akkordeon

Seit über 60 Jahren findet in Deutschland jährlich der Wettbewerb „Jugend musiziert“ statt, bei dem junge Musiker*innen ihr Können unter Beweis stellen. Fast 16.000 Kinder und Jugendliche waren im Vorjahr bundesweit dabei. Auch zahlreiche Schüler*innen der kommunalen Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg haben in diesem Jahr teilgenommen – einige von ihnen waren beim Regionalwettbewerb Berlin Mitte im Februar erfolgreich und ziehen weiter in den Berliner Landeswettbewerb, der Anfang April stattfindet.

Für den Kreuzberger Bela Sporrer war es dieses Jahr bereits die zweite Teilnahme. Vor zwei Jahren nahm er gemeinsam mit einem Mädchen aus seiner Akkordeon-Klasse teil. Gemeinsam zogen sie beim Bundesentscheid in Zwickau ein und gewannen dort den ersten Preis in der Sparte Kammermusik. In diesem Jahr spielte er allein mit seinem Akkordeon. Beim Regionalwettbewerb Berlin-Mitte erhielt er 24 von 25 Punkten und erreichte so einen ersten Preis.

Beim Entscheid in der Musikschule Marzahn-Hellersdorf spielte der 15-Jährige zwei kleine Stücke von Georg Katzer, ein barockes Orgelstück, Introspection von Richard Romiti und Obhut X von Charlotte Seither. Das letztgenannte Stück hatte Bela sogar uraufgeführt. „Das habe ich beim Festival Klangwerkstatt im Bethanien erstmals gespielt. Da kam dann auch die Komponistin und hat uns die Hände geschüttelt. Das war ziemlich cool.“ Die Stücke hatte Belas Lehrer Gerhard Scherer-Rügert ausgesucht, der auf einige Erfahrungen mit „Jugend musiziert“ zurückblicken kann. „Er schickt schon viele Jahre Schüler zum Wettbewerb.“

Seit fünf Jahren nimmt der Jugendliche Akkordeon-Unterricht an der Musikschule. Immer samstags findet der Einzelunterricht mit seinem Lehrer im Bethanien am Mariannenplatz statt. Vor Wettbewerben wird der Unterricht verstärkt. Mit sechs Jahren hatte er erstmal mit Klavierunterricht begonnen, dies aber nur ein Jahr lang gespielt. Dann fiel ihm seine Begeisterung für das Akkordeon wieder ein. „In der Kita gab es einen Gärtner, der ein Akkordeon hatte und uns Kindern darauf manchmal etwas vorgespielt hat. Ich fand das Instrument total faszinierend.“ Das hatte den Kreuzberger nachhaltig beeindruckt. Er wollte selbst Akkordeon spielen. Nach kurzer Zeit auf der Warteliste bekam er einen Platz für den Instrumentenunterricht. Inzwischen spielt er auf seinem dritten Instrument. „Angefangen habe ich mit einem ganz kleinen Instrument, das hatte noch nicht so viele Knöpfe.“ Gerade hat er ein neues Exemplar bekommen, das deutlich größer ist als die beiden Vorgänger. Es hat eine größere Klangvielfalt und mehr Register. „Da wachse ich nicht so schnell raus.“

Der Gymnasiast übt jeden Abend eine Stunde. In der Vorbereitung auf den Landesentscheid versucht er, täglich anderthalb Stunden zu spielen. Das klappe sehr gut. „Das ist für mich abends zur Routine geworden – ganz so, als hätte ich einen festen Termin.“ Nur manchmal werde es zwischen Hausaufgaben und seinem zweiten Hobby, dem Jonglieren im Zirkus, ein bisschen knapp.

Gemeinsam mit anderen Akkordeon-Schüler*innen der Musikschule übt Bela regelmäßig für Vorspiele. Im Herbst war die Akkordeonklasse zudem einige Tage auf Schloss Rheinsberg und hat dort zusammen musiziert.
An seiner Schule, dem Leibniz-Gymnasium, spielt Bela zudem Tenorsaxofon in der Bläserklasse, die es dort anstelle des klassischen Musikunterrichts gibt. Hier profitiert er vom Instrumentenunterricht an der Musikschule, da er bereits Noten lesen konnte. „Das hat mir sehr geholfen.“

Für den Landeswettbewerb hat er ein gutes Gefühl. „Mein Lehrer sagt, dass es langsam wird und dann glaube ich ihm das auch. Er hat ein gutes Gefühl dafür.“

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Auch die Friedrichshainerinnen Ida und Ruby wurden bei “Jugend musiziert” ausgezeichet.