Boys’ Day und Girls’ Day 2026 in Friedrichshain-Kreuzberg: Jugendliche erleben Berufe im Bezirksamt hautnah

Die beiden Teilnehmerinnen des Girls'Day und eine Ordnungsamt-Mitarbeiterin posieren vor der Oberbaumbrücke.

Nicht nur im Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg fand auch in 2026 der Girls'Day statt

Am 23. April 2026 öffnete das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zum bundesweiten Boys’ Day und Girls’ Day seine Türen für Schüler*innen im Alter ab elf Jahren. An verschiedenen Standorten im Bezirk erhielten sie praxisnahe Einblicke in Berufe und den Arbeitsalltag im öffentlichen Dienst – von Technik über Stadtplanung bis hin zu Gesundheit und Verwaltung.

Was den Aktionstag besonders macht: Die Jugendlichen schauen nicht nur zu, sondern werden selbst aktiv.

Girls’ Day im technischen Bereich: Mit anpacken auf dem Betriebswerkhof

Auf dem Betriebswerkhof im Volkspark Friedrichshain zeigte sich schnell, worum es beim Girls’ Day wirklich geht: ausprobieren statt zuschauen. Die zwölfjährige Emma nahm – trotz kurzfristiger Absage ihrer Partnerin – allein teil und ließ sich davon nicht bremsen.

Sie erkundete den gesamten Werkshof des Straßen- und Grünflächenamts für den Ortsteil Friedrichshain, lernte verschiedene Gewerke kennen und durfte direkt mitarbeiten. Ob Instandsetzungsarbeiten oder Einsätze im öffentlichen Raum – Emma war mittendrin. Begleitet wurde sie von einem erfahrenen Mitarbeiter, der nicht nur erklärte, sondern sie machen ließ. Genau solche Momente bleiben.

Ihr Fazit fiel entsprechend positiv aus: Besonders die Abwechslung und die Möglichkeit, selbst tätig zu werden, wurden hervorgehoben. Auch dass sie eigene Eindrücke dokumentieren konnte, etwa durch Fotos für die Schule, wurde als bereichernd erlebt. Den Tag würde sie weiterempfehlen und kann sich auch vorstellen, erneut teilzunehmen.

Auch auf Seiten des Betriebswerks war die Resonanz eindeutig: Die beteiligten Mitarbeitenden zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf und signalisierten Interesse, sich auch künftig an solchen Formaten zu beteiligen.

Zukunftstag bei der Stadtentwicklung Arbeitsgruppe Mobilitätswende

Zukunftstag bei der Stadtentwicklung Arbeitsgruppe Mobilitätswende

Stadtverkehrsplanung in Kreuzberg: Wenn Radwege plötzlich komplex werden

Rund um den Görlitzer Bahnhof tauchten Matti und Irmela (beide 13) gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „Mobilitätswende“ im Straßen- und Grünflächenamt in die Welt der Verkehrsplanung ein – und stellten schnell fest: Verkehrsplanung ist deutlich komplexer, als sie erwartet hatten.

Sie analysierten Radwege, bewerteten deren Breite, Beschaffenheit und Verkehrssituation und arbeiteten mit Messgeräten. Besonders spannend war für sie das konkrete Ausmessen von Radwegen, Parkstreifen und angrenzenden Flächen sowie die anschließende Frage, wie diese Bereiche verbessert werden können.

Neben der praktischen Arbeit erhielten sie auch Einblicke in die organisatorischen Abläufe im Bezirksamt. So zeigte sich unter anderem, wie groß und verzweigt die Verwaltungsstandorte sind – für Irmela „fast wie ein Labyrinth“. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viele verschiedene Bereiche und Personen in die Verkehrsplanung eingebunden sind.

Der Wechsel zwischen Büro und Außeneinsatz – etwa bei einem Termin im Straßenraum – wurde von den Teilnehmenden als besonders abwechslungsreich wahrgenommen. Vor allem der praktische Teil vor Ort hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Zwei Mitarbeiterinnen führen einen Hörtest bei einem Jugendlichen durch.

Die Hospitanten der Hörberatungsstelle bekam ausgiebige Einblicke in die Welt des Hörens.

Boys’ Day im Gesundheitsbereich: Zwischen Akten, Digitalisierung und echten Begegnungen

Im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) begleiteten Taylan und Norton (beide 13) Einschulungsuntersuchungen und Impfberatungen. Was sie überraschte: die enorme Menge an Akten – und gleichzeitig, wie viel davon bereits digital verarbeitet wird.

Noch prägender waren jedoch die Begegnungen. Beide hatten mit zurückhaltenderen Kindern gerechnet – stattdessen erlebten sie Offenheit, Selbstbewusstsein und direkte Kommunikation. Für Norton, der bereits zum zweiten Mal am Boys’ Day teilnahm und sich für eine Zukunft im medizinischen Bereich interessiert, wurde der Unterschied zwischen Arztpraxis und öffentlichem Gesundheitsdienst besonders greifbar.

In der Hörberatungsstelle in der Friedrichshainer Koppenstraße erhielten Destan (15) und Hugo (14) Einblicke in die Audiologieassistenz. Sie begleiteten Beratungen und Untersuchungen und bekamen so einen realistischen Eindruck vom Arbeitsalltag im Gesundheitswesen – nah an den Menschen und ihren individuellen Bedürfnissen.

Paulina unterstützte am Girlsday unteranderem die Pressearbeit

Paulina unterstützte am Girls'Day unteranderem die Pressearbeit

Verwaltung verstehen: Einblicke in das Büro der Bezirksbürgermeisterin

Wie funktioniert eigentlich Verwaltung im Alltag? Dieser Frage gingen Paulina (12, aus Pankow) und Klara (11, aus Neukölln) im Büro der Bezirksbürgermeisterin nach.

Sie bekamen Einblicke in zentrale Abläufe und lernten gleichzeitig Schnittstellen kennen: vom Amt für Weiterbildung und Kultur über das Team für Klima und Internationales bis hin zur Pressestelle. Verwaltung wurde hier nicht abstrakt erklärt, sondern konkret erlebbar gemacht. Der gemeinsame Ausklang mit dem Team bei Pizza in der Mittagspause rundete den Tag ab.

Boysday in der Else-Ury-Bibliothek

Die Teilnehmer des Boys'Day waren am Ende sehr überrascht, wie vielfältig die Berufe in einer Bibliothek sind.

Welttag des Buches in Friedrichshain-Kreuzberg: Lesen fördern und Bibliotheksarbeit erleben

Auch die Else-Ury-Bibliothek verband den Aktionstag mit einem bundesweiten Ereignis: dem Welttag des Buches. Die Teilnehmenden Konstantin und Jona erhielten zunächst eine Führung durch die Bibliothek – inklusive aktuell geschlossener Bereiche sowie Ausweichräumen in der Martha-Gemeinde.

Im Anschluss unterstützten sie aktiv den Arbeitsalltag: Sie halfen bei der Vorbereitung und Durchführung einer Kitaveranstaltung, begleiteten die Ausleihe und Rückgabe von Medien und unterstützten beim Aufräumen und Einsortieren. Darüber hinaus brachten sie eigene Medien-Tipps ein und zeigten Interesse an der Gestaltung der Bibliotheksräume.

Ein besonderes Element war das Quiz zum Welttag des Buches, bei dem Kinder ein Buchgeschenk erhalten. Auch die große Manga-Auswahl stieß auf Interesse und wurde direkt genutzt.

Der Einblick machte deutlich, wie vielfältig die Arbeit in einer Bibliothek ist – von Veranstaltungsarbeit über Medienorganisation bis hin zu unterschiedlichen beruflichen Hintergründen im Team, vom Ausbildungsweg bis zum Quereinstieg.

Girlsday- Ordnungsamt

Mit dem sogenannten MDE-Gerät durften die Teilnehmerinnen des Ordnungsamts sogar Anzeigen aufnehmen.

Ordnungsamt im Einsatz: Unterwegs im Außendienst in Friedrichshain-Kreuzberg

Auch das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg bot praxisnahe Einblicke in den Arbeitsalltag im Außendienst. Die Teilnehmenden begleiteten Mitarbeitende bei Kontrollen im öffentlichen Raum – unter anderem in Grünanlagen wie Alt-Stralau und dem Fritzepark.

Dabei lernten sie verschiedene Aufgaben kennen: von Hundekontrollen über die Durchsetzung des Grünanlagengesetzes bis hin zu Radfahrkontrollen und der Überwachung verkehrsberuhigter Bereiche. Auch Sondernutzungen, Kleinstvermüllung und Sperrmüllablagerungen wurden thematisiert.

Besonders interessant war für die Jugendlichen das Arbeiten mit digitalen Geräten wie dem MDE-Gerät zum Schreiben von Anzeigen. Gleichzeitig erhielten sie Einblicke in die Bedeutung von Verkehrszeichen, rechtliche Grundlagen sowie organisatorische Abläufe im Außendienst.

Ihr Fazit fiel positiv aus: Der Tag wurde als abwechslungsreich, praxisnah und spannend erlebt – insbesondere durch die Kombination aus Bewegung und vielfältigen Aufgaben im öffentlichen Raum.

Fazit: Boys’ Day und Girls’ Day als echte Chance zur Berufsorientierung in Berlin

Der Boys’ Day und Girls’ Day 2026 im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zeigt, wie vielfältig Berufe im öffentlichen Dienst in Berlin sind – und wie wichtig echte Einblicke für die Berufsorientierung junger Menschen sind.

Wenn Jugendliche nicht nur zuschauen, sondern selbst erleben, entstehen genau die Eindrücke, die bleiben – und im besten Fall der erste Impuls für eine spätere berufliche Richtung.

Ein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden, die diesen Tag möglich gemacht und ihre Arbeit offen geteilt haben.