10 Uhr – der erste Untersuchungstermin des Tages: Die medizinische Fachangestellte Mareike Bock hat Lea* im Nebenraum bereits gewogen, gemessen und mit ihr Hör- und Sehtests durchgeführt. Auch erste Zeichnungen hat das Mädchen dort bereits gefertigt. Mareike Bock übergibt der Ärztin die von den Eltern ausgefüllten gelben Zettel. Die Fünfjährige aus Kreuzberg kommt mit ihrem Vater in den Raum, der den Schneeanzug des Kindes überm Arm trägt.
Schüchtern sitzt das Mädchen im blauen Strickpulli Tanja Müller gegenüber. Die Ärztin versucht mit ein paar Fragen, das Eis zu brechen. „Habt ihr in der Kita Fasching gefeiert? Als was bist du gegangen? Gab es Süßigkeiten? Weißt du, wann du Geburtstag hast? Kennst du die Schule, auf die du kommen wirst?“ Anschließend malen Tanja Müller und Lea gemeinsam weiter. Es geht darum, Muster zu erkennen und korrekt zu zeichnen.
„Hier sind drei Bilder. Das eine ist weggelaufen. Welches passt, damit es wieder ordentlich ist?“ Lea sucht das passende Bild für die Reihe aus. Danach geht es mit Sprechübungen weiter. Die KJGD-Leiterin spricht Fantasieworte vor und Lea spricht sie leise nach. Dabei lispelt sie ein wenig. Weiter geht es mit der Pluralbildung. Die Kinderärztin gibt Nomen vor, deren Mehrzahl das Kita-Kind nennen soll. Es klappt problemlos. Nach den Sprachübungen geht es langsam in Richtung Mathematik. Lea soll bis 20 zählen. Ab 15 wird es etwas chaotisch – nicht ungewöhnlich für ihr Alter. Danach soll sie auf die Schnelle Mengen erfassen. „Siehst du auf dem Bild mehr blaue oder gelbe Bälle?“