Berlin verliert einen großen Wissenschaftspolitiker: Zum Tod von Prof. Dr. George Turner

Pressemitteilung vom 04.11.2026

Mit großer Trauer nimmt die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege Abschied von Prof. Dr. George Turner, dem ehemaligen Berliner Senator für Wissenschaft und Forschung, der im Alter von 91 Jahren verstorben ist.

George Turner hat den Wissenschaftsstandort Berlin und die deutsche Hochschullandschaft nachhaltig geprägt. Von 1986 bis 1989 stand er als Senator an der Spitze der Berliner Wissenschaftspolitik. In seine Amtszeit fielen wichtige Weichenstellungen für die Entwicklung der Wissenschaftsstadt Berlin: Die Gründung der West-Berliner Akademie der Wissenschaften, die Eröffnung des neuen Gebäudes des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und die Berufung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die den Forschungsstandort bis heute prägen.

Wissenschaftssenatorin Dr. Ina Czyborra: „George Turner hat wichtige Impulse für die Wissenschaftspolitik gesetzt. Sein Wirken steht für die Überzeugung, dass ein leistungsfähiges Wissenschaftssystem Menschen braucht, die Verantwortung übernehmen, Bestehendes hinterfragen und den Mut haben, neue Wege zu gehen. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

Als langjähriger Präsident der Universität Hohenheim und der Westdeutschen Rektorenkonferenz setzte er sich darüber hinaus früh für die Weiterentwicklung und Modernisierung des deutschen Hochschulsystems ein. Er verstand Hochschulen als Orte wissenschaftlicher Freiheit, exzellenter Forschung und gesellschaftlicher Verantwortung. Auch nach seiner Zeit als Senator blieb George Turner Berlin und der Wissenschaft eng verbunden – als Hochschullehrer, Publizist und streitbarer Kommentator der Wissenschaftspolitik. Mit seinen „Turners Thesen“ im Tagesspiegel begleitete er die Entwicklungen im Hochschul- und Wissenschaftssystem über viele Jahre.