Jugend musiziert: Auszeichnung für Frederik Baumgarten

Frederik Baumgarten

Bein Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert" erhielt Frederik mit 25 Punkten die Höchstzahl.

Seit über 60 Jahren findet in Deutschland jährlich der Wettbewerb „Jugend musiziert“ statt, bei dem junge Musiker*innen ihr Können unter Beweis stellen. 850 Kinder und Jugendliche nahmen in Berlin im Februar an den drei Regionalwettbewerben teil. Auch zahlreiche Schüler*innen der kommunalen Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg waren in diesem Jahr wieder dabei. Einige von ihnen waren beim Regionalwettbewerb Berlin Nord im Februar erfolgreich und ziehen weiter in den Berliner Landeswettbewerb. Einer von ihnen ist Frederik Baumgarten. Beim Regionalwettbewerb erhielt er für sein Klavierspiel 25 Punkte von der Jury – die Höchstzahl.

Der 17-Jährige war in diesem Jahr das zweite Mal Wettbewerbsteilnehmer – am Klavier in der Altersgruppe 5 (Jahrgänge 2008 und 2009). „Da gibt es sehr große Konkurrenz und ein hohes Niveau.“ Viele der anderen Teilnehmer*innen sind Schüler*innen des Musikgymnasiums Carl Philipp Emanuel Bach in Mitte.

Klavier

Beim "Jugend musiziert" spielte Frederik auch ein selbst kompniertes Stück.

Klavierunterricht an der Musikschule seit zweieinhalb Jahren

Beim Regionalwettbewerb spielte Frederik vier Stücke: aus der Romantik eines von Robert Schumann, aus dem Barock eine Sonate von Domenico Scarlatti, aus der Moderne ein Stück von Béla Bartók sowie ein selbst komponiertes Stück mit dem Namen „Ballade Nummer 1“. Der Gymnasiast war angetan von der Offenheit der vierköpfigen Jury und den anschließenden Feedbackgespräche: „Die Gespräche mit der Jury haben viel Spaß gemacht und deren Rückmeldungen waren für mich sehr hilfreich.“

Für den Schüler der zehnten Klasse war es die zweite Teilnahme am Musikwettbewerb. Vor drei Jahren war er bereits dabei. Damals hatte er jedoch noch keinen professionellen Unterricht, sondern hatte sich das Spielen autodidaktisch am heimischen E-Piano beigebracht.

In der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg am Standort Zellestraße nimmt er seit zweieinhalb Jahren kontinuierlichen Unterricht bei einer Klavierlehrerin. Er versucht, täglich zu üben, was neben der Schule und anderen Hobbys nicht immer ganz einfach unterzubringen ist.

Noten

Frederik ist seit zwei Jahren Teil der Begabtenförderung für Komposition.

"Ein Orchester unter meinen zehn Fingern"

Für das Klavier als Instrument habe er sich entschieden, um ein Orchester unter seinen zehn Fingern zu haben. „Bei einem einzelnen Klavier sind es zwar nicht die gleichen Emotionen wie bei einem gesamten großen Orchester, aber trotzdem kann man mit der Musik viel auslösen.“

Seine Eltern spielen zwar keine Instrumente, aber Musik sei dennoch ein wichtiges Thema. „Bei uns zu Hause spielt klassische Musik eine große Rolle. Wir gehen als Familie viel in Konzerte – im Konzerthaus und in der Philharmonie.“

Frederiks musikalisches Talent geht jedoch weit über das Klavierspielen hinaus. Er singt im Staats- und Domchor der Universität der Künste, der als älteste musikalische Einrichtung der Stadt gilt. Außerdem ist der Lichtenberger seit zwei Jahren Teil der Begabtenförderung für Komposition an der Musikschule. In seiner Freizeit komponiert der Schüler viel. Perspektivisch möchte Frederik in Richtung Filmmusik gehen.

Neben der Musik gilt seine Leidenschaft der Mathematik, weswegen er sich nach vier Jahren Grundschule für das Heinrich-Hertz-Gymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil entschieden hatte. Zudem ist er Mitglied der mathematischen Schüler*innengesellschaft der Humboldt-Universität. Zwischen beiden Disziplinen – der Mathematik und der Musik – sieht der Gymnasiast viele Parallelen.

Klavier

In der Kategorie Komposition erhielt Frederik beim Berliner Landesentscheid einen ersten Preis.

Im nächsten Jahr will Frederik wieder bei "Jugend musiziert" teilnehmen

Ende März trat Frederik dann beim Berliner Landesentscheid an. In der Kategorie Komposition erhielt er einen ersten Preis. Da es diese Sektion jedoch ausschließlich im Berliner Landesentscheid gibt, zieht er damit nicht weiter in den Bundesentscheid. Für sein Klavierspiel bekam er einen zweiten Preis. „Das lief nicht ganz so gut. Da war ich erstmal traurig über das Ergebnis. Dann habe ich mich aber darauf besonnen, wie weit ich gekommen bin und wie ich mich schon weiterentwickelt habe.“

Seinen eigenen Musikgeschmack beschreibt der Schüler als „Querbeet“. Von der Romantik mit Liszt und Rachmaninow über K-Pop bis hin zu elektronischer Musik hört er in seiner Freizeit alles Mögliche.

Im nächsten Jahr möchte Frederik auf jeden Fall wieder bei „Jugend musiziert“ teilnehmen – dann als Teil eines Ensembles mit einem Streichinstrument. Die Kontakte hierfür werden ihm die Lehrkräfte der Musikschule vermitteln.

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Im Bezirksticker stellen wir auch die Friedrichshainerin Ruby vor, die ebenfalls als Klavierspielerin bei “Jugend musiziert” ausgezeichnet wurd.