Gesundheit

Der Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheit im 21. Jahrhundert dar. Er wirkt sich sowohl direkt, beispielsweise durch Hitzebelastung, als auch indirekt, etwa durch die schnellere Verbreitung von Krankheitserregern, auf die physische und psychische Gesundheit aus. Um die Folgen zu mildern, sind zwei Ansätze entscheidend:

  • Die Anpassung der Umgebung (Verhältnisprävention), etwa durch mehr Stadtgrün, resilientere Gebäude und eine klimaorientierte Stadtplanung, um mit Hitze, Starkregen und steigenden Temperaturen besser umzugehen.
  • Die Sensibilisierung der Bevölkerung (Verhaltensprävention) über Klimafolgen, gezielte Warnungen und konkrete Handlungsempfehlungen.

Wie ist die menschliche Gesundheit durch den Klimawandel betroffen?

Im dicht besiedelten Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der durch hohe Versiegelung und begrenzte Grünflächen geprägt ist, verstärkt der städtische Wärmeinseleffekt die Hitzebelastung erheblich. Besonders betroffen sind Kinder unter 10 Jahren, ältere Menschen über 65 Jahre und sozioökonomisch benachteiligte Gruppen. Aktuell gelten rund 20 % der Einwohner*innen im Bezirk altersbedingt als hitzevulnerabel. Rund 20 % der Einwohner*innen sind aufgrund ihrer sozioökonomischen Situation (gemäß des Status-Index) hitzevulnerabel. Weitere Informationen zu hitzebedingten Gesundheitsrisiken und Maßnahmen des Hitzeschutzes sind auf der Seite des Gesundheitsamts zu finden.

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels reichen von hitzebedingten Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen über psychische Belastungen bis hin zu einem erhöhten Risiko für Allergien, Infektionskrankheiten und Hautkrebs. Zusätzlich verschlechtert sich die Luftqualität durch verminderten Luftaustausch und geringere Photosynthese. Darüber hinaus erhöhen extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Stürme das Unfall- und Verletzungsrisiko.

Klimadaten Xhain

Im Jahr 2024 wurden für den Bezirk ein Klimaschutz- und ein Klimaanpassungskonzept politisch beschlossen. Sie zeigen auf, wodurch im Bezirk Treibhausgasemissionen entstehen und wo der Bezirk schon jetzt besonders durch die Folgen des Klimawandels betroffen ist. Einen Einblick in diese Analysen gibt das KlimaDashboard, es stellt z.B. den Hitzebetroffenheitsindex (HBI) dar. Der zeigt, wo der Bezirk besonders durch Hitze betroffen ist – so genannte Hotspots. Alle räumlichen Analysen sind außerdem im bezirklichen Geoportal MeinXhain abrufbar.

Wie kann die Bezirksverwaltung tätig werden?

Obwohl viele Einrichtungen wie Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen oder Kitas nicht in bezirklicher Zuständigkeit liegen, arbeitet Friedrichshain-Kreuzberg an Lösungen. Dazu gehören Sensibilisierungsmaßnahmen, Vernetzung relevanter Akteure und die Entwicklung eines Hitzeaktionsplans. Dieser soll die Verantwortlichkeiten festlegen und sowohl saisonale Maßnahmen während der Sommermonate, akute Maßnahmen im Fall von Hitzewarnstufen, als auch Maßnahmen zur mittel- und langfristigen Klimaanpassung, festlegen.

Die konkreten Anforderungen wurden im Aktionsbündnis Hitzeschutz festgelegt, welches Anfang 2022 auf Landesebene ins Leben gerufen wurde. Um den Austausch zwischen den Bezirken zu stärken und sich auf gemeinsame Leitlinien und Schwerpunkte im Rahmen der bezirklichen Hitzeaktionsplanung zu verständigen, wurde zudem im Herbst 2022 die AG Hitzeschutz gegründet. Neben der Verwaltung sind zahlreiche Akteure wie soziale Träger und Nachbarschaftsinitiativen bereits eigenständig aktiv.

Was passiert bereits?

In Xhain werden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, wie die folgenden Projekte exemplarisch zeigen. Auch Maßnahmen aus anderen Handlungsfeldern wie Stadtgrün & Biodiversität oder Gebäude & Infrastruktur leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bewohner*innen des Bezirks. Darüber hinaus wurden im bezirklichen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept weitere Schlüsselmaßnahmen entwickelt, die es nun umzusetzen gilt.

Trinkwasserbrunnen mit runder metallischer Schale

Trinkbrunnen aufstellen

Im Bezirk stehen 34 Trinkbrunnen. Seit 2018 werden Trinkbrunnen von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) in Kooperation mit dem Straßen- und Grünflächenamt aufgestellt. Neue Trinkbrunnen werden aus dem Landeshaushalt finanziert, 2024 und 2025 gab es dafür keine Mittel. Für 2025 plant der Bezirk, aus eigenen Mitteln weitere Trinkbrunnen zu finanzieren.

Wassertasche des Vereins a tip:tap mit Beutel, Bildkarten, Landschaftstuch und einer Handpuppe "Tropfi"

Wassertaschen in Kindertagesstätten einsetzen

Im Sommer 2025 hat das Bezirksamt gemeinsam mit dem Verein „a tip: tap“ 25 Wassertaschen an acht Kindertagesstätten ausgegeben. Die Wassertasche richtet sich an Kinder ab 4 Jahren. Damit entdecken Kitakinder spielerisch, welche Rolle Wasser in unserem Alltag spielt und warum durch den Klimawandel ein bewusster Umgang mit Wasser besonders wichtig ist. Die Tasche enthält unter anderem ein Methodenheft, ein Ausmalposter, ein Memory, die Handpuppe „Tropfi“ und eine Zimbel.

Thermometer

Soziale Träger beraten

Das Bezirksamt sensibilisiert und berät soziale Träger wie Kitas, Jugendhilfen oder Begegnungszentren zum Thema Hitzeschutz. Dabei unterstützen unter anderem das Jugendamt, das Gesundheitsamt und die Organisationseinheit Klima und Internationales.

Moderatorin Kerstin Hauswald stellte den Stadtrat*innen Annika Gerold, Max Kindler und Florian Schmidt Fragen zum Thema der Klimagerechtigkeit

Vernetzung fördern

Unter dem Thema „Klimawandel und Gesundheit – Gemeinsam für mehr Klimagerechtigkeit“ fand Ende 2024 die bezirkliche Gesundheitskonferenz statt. Im Rahmen von drei Workshops konnten sich die Teilnehmenden mit den Themen Hitze, Ernährung und Fördermöglichkeiten im Querschnittsthema Klima und Gesundheit befassen und miteinander ins Gespräch kommen.