Stadtgrün & Biodiversität

Stadtgrün spielt eine wichtige Rolle für das Leben und Wohlbefinden der Menschen in Friedrichshain-Kreuzberg. Parks, Straßenbäume und Grünflächen sind nicht nur schön anzusehen und wichtige Erholungsorte, sondern können auch die Folgen des Klimawandels, wie z.B. zunehmende Hitze und Starkregen, abmildern. Sie erfüllen grundlegende soziale und ökologische Funktionen. Beispielsweise spenden sie Schatten, speichern Wasser und können durch die Entstehung von Kaltluft und Verdunstung zur Kühlung der Umgebung beitragen. Ein gesundes Ökosystem braucht Artenvielfalt. Insekten wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge spielen dabei eine Schlüsselrolle – sie bestäuben Pflanzen und tragen so zur Vielfalt der Pflanzenwelt bei.

Wie ist das Stadtgrün durch den Klimawandel betroffen?

Steigende Temperaturen, lange Trockenperioden und veränderte Klimaentwicklungen beeinträchtigen Pflanzen und Tiere in der Stadt. Die Zahl der heißen Tage hat sich in Friedrichshain Kreuzberg seit den 1950er Jahren verdreifacht, inzwischen sind es durchschnittlich rund 17 Tage pro Jahr mit über 30 Grad. Krankheitserreger und invasive Arten breiten sich leichter aus. Viele Pflanzen in Xhain leiden unter Trockenstress und wachsen nicht mehr so gut wie früher, manche sterben ganz ab. Das Stadtgrün bietet in heißen Sommern wichtige kühle Orte, an denen man sich aufhalten kann. Gleichzeitig bedeutet eine intensive Nutzung der Parks und Grünflächen auch zusätzlichen Stress für die Natur. Hier gilt es, die unterschiedlichen Bedarfe und Funktionen des Stadtgrüns zu berücksichtigen.

Klimadaten Xhain

Im Jahr 2024 wurden für den Bezirk ein Klimaschutz- und ein Klimaanpassungskonzept politisch beschlossen. Sie zeigen auf, wodurch im Bezirk Treibhausgasemissionen entstehen und wo der Bezirk schon jetzt besonders durch die Folgen des Klimawandels betroffen ist. Einen Einblick in diese Analysen gibt das KlimaDashboard, es stellt z.B. den Hitzebetroffenheitsindex (HBI) dar. Dieserer zeigt, wo der Bezirk besonders durch Hitze betroffen ist – so genannte Hotspots. Alle räumlichen Analysen sind außerdem im bezirklichen Geoportal MeinXhain abrufbar. Hier finden sich z.B. Daten zum Baumbestand, zum Grünvolumen oder zum Beschirmungsgrad der Bäume im Bezirk.

Wie kann die Bezirksverwaltung tätig werden?

Es gilt, die grünen Oasen zu schützen, zu pflegen und, wo möglich, zu erweitern. Der Bezirk verfügt über 375 gewidmete Grünanlagen und Spielplätze mit einer Gesamtfläche von 1.850.000 m². Neben den Parks und Spielplätzen ist das Bezirksamt für weitere Flächen wie Schulhöfe, Sportplätze und Grünflächen an Nebenstraßen zuständig und kann hier Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen umsetzen. So werden beispielsweise rund 41.000 Bäume auf diesen bezirklichen Flächen einmal im Jahr kontrolliert und auf Schäden überprüft. Für Maßnahmen auf privaten Flächen kann der Bezirk lediglich Anreize schaffen und Eigentümer*innen wie Projektträger*innen sensibilisieren.

Aktuell gibt es im Bereich des öffentlichen Stadtgrüns jedoch eine große Lücke zwischen dem, was notwendig wäre und dem, was in den aktuellen Rahmenbedingungen möglich ist. Das Personal und die Mittel für die Pflege und den Unterhalt sind stark unzureichend. Zum Beispiel stehen dem Bezirk für so genanntes Straßenbegleitgrün (z.B. Flächen auf Mittelstreifen, am Straßenrand oder um Baumstandorte) nur einstellige Centbeträge je Quadratmeter und Jahr zur Verfügung. Zum Glück gibt es eine sehr engagierte Zivilgesellschaft in Xhain, die sich ehrenamtlich um einige dieser Flächen kümmert. Das gilt beispielsweise für entsiegelte Flächen im Graefekiez, am Lausitzer Platz oder im Reichenberger Kiez.

Was passiert bereits?

In Xhain werden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, wie die folgenden Projekte exemplarisch zeigen. Darüber hinaus wurden im bezirklichen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept weitere Schlüsselmaßnahmen entwickelt, die es nun umzusetzen gilt. Das kann nur gemeinsam gelingen – Möglichkeiten (Förderprogramme, Beratungen und Vernetzungsangebote), selbst aktiv zu werden, sind hier zu finden: von Förderprogrammen über Beratungsangebote bis hin zu Möglichkeiten der Vernetzung.

zwei Menschen bepflanzen Gemeinsam die Beete eines Gemeinschaftsgartens (Gleisbeet)

Koordinierungsstelle "Gemeinschaftliches Gärtnern" eingerichtet

Überall in Xhain sind Menschen aktiv: Ob am Baum vor der eigenen Tür, auf entsiegelten Flächen, im Gemeinschaftsgarten oder Hinterhof – Engagement gibt es in vielen Formen. Diese grünen Inseln stärken die Gemeinschaft, fördern das Stadtklima und bieten Wildbienen, Vögeln und anderen Insekten Nahrung und Rückzugsorte. Der Bezirk möchte Gärtner*innen unterstützen und hat daher im Sommer 2025 die Koordinierungsstelle Gemeinschaftliches Gärtnern eingerichtet.

Kranich auf einem Holzzaun im Volkspark Friedrichshain

Parks ökologisch aufwerten

Verschiedene Parks konnten ökologisch aufgewertet und ihre Bedeutung als Erholungsraum gestärkt werden. Dazu gehört unter anderem der Umbau des Wriezener Parks und die naturnahe Umgestaltung der Bunkerberge im Volkspark Friedrichshain.

Blühwiese und Totholz am Görlitzer Ufer

Blühwiesen anlegen

Auf zahlreichen kleineren Grünflächen rund um Straßen und Plätze, so genanntes Straßenbegleitgrün, sind extensive Blühwiesen entstanden. Dazu gehören z.B. die Mittelstreifen des Kottbusser Damms, der Frankfurter Allee und der Friedenstraße sowie eine rund 1.000 m² große Fläche am Görlitzer Ufer.

alte Eiche

Baumscheiben erweitern

Insbesondere Straßenbäume stehen stark unter Druck durch den fortschreitenden Klimawandel und zu wenig Platz für ihre Wurzeln. Die Wurzeln drücken zudem die Gehwege nach oben und sprengen den Asphalt, was die Verkehrssicherheit gefährdet. Durch die Erweiterung von Baumscheiben bekommen Bäume mehr Platz, um gesund weiterwachsen zu können, und mehr Regenwasser kann versickern. So konnten beispielsweise zahlreiche Bäume in der Ruhlsdorfer Straße und der Blücherstraße erhalten bleiben.

Begrünter Hinterhof

Entsiegelung und Begrünung von Innenhöfen fördern

Die Entsiegelung und Begrünung von Innenhöfen kann das Mikroklima und die Wohnqualität verbessern sowie die Vielfalt von Tieren und Pflanzen fördern. Mieter*innen können sich durch die Grünberatung von Februar bis Oktober kostenlos beraten lassen und bis zu 3.000 Euro Förderung für die Umsetzung von Maßnahmen erhalten.