Das Mobilitätsgesetz schreibt den Ausbau von sicherer Radverkehrsinfrastruktur vor. Dazu werden im gesamten Bezirk an den Hauptverkehrsstraßen Radwege verbreitert, neu gebaut und saniert. In den Nebenstraßen werden Fahrradstraßen errichtet. Weitere Informationen zu Fahrradstraßen in Friedrichshain Kreuzberg
Den rechtlichen Rahmen für Radverkehrsprojekte in Berlin bietet das Berliner Mobilitätsgesetz (MobG BE) sowie die Straßenverkehrsordnung (StVO). Dort sind Vorgaben zur Förderung des Radverkehrs formuliert. Diese sind die Grundlage für Radverkehrsprojekte der Bezirke. Weitere Informationen zum Mobilitätsgesetz
Gemäß Mobilitätsgesetz hat die Senatsverwaltung einen Radverkehrsplan erstellt und beschlossen. Dieser definiert Ziele, Schwerpunkte und Maßnahme für einen sicheren und attraktiven Radverkehr in der Stadt. Durch den Radverkehrsplan soll die Infrastruktur verbessert, der Komfort und Service erhöht sowie der Radverkehr allgemein gefördert werden. Der Radverkehrsplan wurde unter Beteiligung vielfältiger Akteure erarbeitet. Weitere Informationen zum Radverkehrsplan
Der Radverkehrsplan definiert unter anderem ein Radverkehrsnetz für Berlin. Das Radverkehrsnetz erstreckt sich über das gesamte Berliner Stadtgebiet und bildet die Grundlage für den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur in Berlin. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stimmt gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt die Konkretisierung und Priorisierung der Radverkehrsprojekte ab. Vorrangig werden Straßen neugestaltet, die wichtige Verbindungsachsen darstellen und teilweise bislang gar keine Radinfrastruktur aufweisen oder die vorhandenen Wege in sehr schlechtem Zustand sind. Weitere Informationen zum Radverkehrsnetz
Da das Radverkehrsnetz sehr umfangreich ist, werden die Strecken Stück für Stück bearbeitet. Die Priorisierung erfolgt dabei nach Machbarkeit und Dringlichkeit, dabei werden beispielsweise der Nutzen für den Radverkehr und bestehende Planungen beachtet. Prioritär werden zuerst jene Strecken bearbeitet, die einen wichtigen Netzcharakter haben. Die Priorisierung wird mit der Senatsverwaltung abgestimmt.
Die aktuell in Planung befindlichen Projekte werden jährlich zu Jahresbeginn mit der Jahresplanung dem Verkehrsausschuss und dem Mobilitätswenderat vorgestellt. Die aktuelle Liste ist auf der Seite des Mobilitätswenderates verlinkt.
Fahrradparken
Das Mobilitätsgesetz sieht auch den Ausbau von Fahrradabstellanlagen vor. Denn wer sein Fahrrad sicher Parken kann, dem fällt der Umstieg aufs Fahrrad leichter. Deshalb werden im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Fahrradabstellanlagen geplant und umgesetzt. Das Straßen- und Grünflächenamt hat hierzu eine bezirksübergreifende Radbügelstrategie entwickelt. Ausbauschwerpunkte liegen in den Gebieten nördlich von Skalitzer/Gitschiner Straße, im Bergmannkiez, im Graefekiez, im Reichenberger und Wrangelkiez, im Rudolfkiez, am Ostbahnhof, im Ostkreuzkiez und rund um die Petersburger Straße. Auch in anderen Gebieten können Radbügel geschaffen werden, wer der Bedarf offensichtlich ist. Die Radbügel werden im Grundsatz auf der Fahrbahn am Bordrand geschaffen.
Aktuelle Radverkehrsprojekte
Hier finden Sie eine Übersicht zu aktuellen Radverkehrsprojekten im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Zusätzlich finden Sie auf dieser Karte der infraVelo Radverkehrsmaßnahmen in ganz Berlin – unabhängig, ob diese durch die Bezirke, die Senatsverwaltung oder die infraVelo geplant und umgesetzt werden.
Radfahrspur Gitschiner Straße
Die Gitschiner Straße ist eine bedeutende Ost-West-Verbindung in Kreuzberg. Im Jahr 2020 wurden zwischen Hallesches Tor und Kottbusser Tor dort, wo zuvor keine Radinfrastruktur vorhanden war, temporäre Radfahrstreifen eingerichtet. Diese provisorischen Maßnahmen werden aktuell in dauerhafte Radverkehrsanlagen umgewandelt. Der Umbau ist aufgrund der zahlreichen unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen besonders komplex. Im Jahr 2025 erfolgt dafür die endgültige Markierung der Radfahrspuren, um die Sicherheit und Sichtbarkeit für Radfahrende weiter zu erhöhen. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und Planungen finden Sie in der Pressemitteilung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg.
Gärtnerstraße
Voraussichtlich ab 2025 startet die Verlängerung der Fahrradstraße in der Gärtnerstraße zwischen Wühlischstraße und Boxhagener Straße. Ein genauer Baustart steht derzeit noch nicht fest.
Alexandrinenstraße
Auf der Brachvogelstraße und auf der Alexandrinenstraße zwischen Blücherstr und Oranienstraße wird eine Fahrradstraße eingerichtet. Mit einer Länge von 1.200 Meter wird dies die längste zusammenhängende Fahrradstraße im Bezirk. Zusätzlich sind Anpassungen an den Ampeln geplant: Zukünftig soll der Radverkehr durch Kameratechnik an den Ampeln erkannt und freigegeben werden. Außerdem wird durch Einbahnstraßenregelungen der motorisierte Durchgangsverkehr reduziert. Die Einrichtung der Fahrradstraße wird voraussichtlich 2025 umgesetzt.
Frankfurter Allee
Nachdem ein Radfahrtstreifen auf der Fahrbahn angelegt wurde, soll der alte Radweg zurückgebaut werden, sodass neu eine einheitliche Gehwegfläche entsteht. Baubeginn ist voraussichtlich Frühjahr 2025.
Paul-und Paula-Ufer Radwegverbindung
Die Radwegverbindung zwischen Kynaststraße bis zum Paul-und-Paula-Ufer soll ausgebaut werden. Baubeginn ist voraussichtlich Frühjahr 2025.
Hornstraße
Von der Yorckstraße wird eine Radwegverbindung zur Hornstraße gebaut. Dabei wird die Ampel angepasst. Der Bau erfolgt voraussichtlich 2025.
Abgeschlossene Radverkehrsprojekte
Scharnweberstraße
In der Friedrichshainer Scharnweberstraße wurden zwischen Weichselstraße und Gürtelstraße geschützte Radfahrstreifen angelegt. Nach dem ersten Bauabschnitt (Haltestellenkaps für die Straßenbahn) folgten nun die weiteren Abschnitte. Die Radfahrflächen wurden neu asphaltiert und markiert. Der Radfahrstreifen ist rund 2,5 Meter breit. Er wird noch durch niedrige Betonelemente vor unerlaubtem Befahren und Halten geschützt, sodass Radfahrende dort sicher fahren können.
Modersohnstraße Nord und Gärtnerstraße
Im Herbst 2024 wird der Straßenzug Modersohnstraße / Gärtnerstraße zwischen Revaler Straße und Wühlischstraße zur Fahrradstraße. Zusätzlich wird durch Einbahnstraßenregelungen der motorisierte Durchgangsverkehr reduziert. Voraussichtlich ab 2025 startet die Verlängerung der Fahrradstraße in der Gärtnerstraße zwischen Wühlischstraße und Boxhagener Straße. Ein genauer Baustart steht derzeit noch nicht fest.
Revaler Straße
Es wurde ein geschützter Radfahrstreifen eingerichtet. Insgesamt entstanden auf 600 Metern Länge beidseitig neue Radverkehrsanlagen, die baulich vom fließenden Verkehr getrennt werden. Im Zuge der Baumaßnahme wurden sieben neue Lieferzonen mit insgesamt 14 Lieferplätzen eingerichtet. Zusätzlich wurde an der Revaler Straße Ecke Simon-Dach-Straße ein Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) neu gebaut.
Karl-Marx-Allee
Die Radverkehrsanlagen in der Karl-Marx-Allee westlich der Straße der Pariser Kommune bis Lebuser Straße / Andreasstraße wurde beidseitig im Sommer 2024 ausgebaut. Zudem wurde die Ampel am Knotenpunkt Straße der Pariser Kommune / Koppenstraße erneuert.
Stralauer Platz
Am Stralauer Platz zwischen Andreasstraße und Straße der Pariser Kommune wurde im Sommer 2024 auf beiden Straßenseiten ein geschützter Radfahrstreifen markiert. Der Radfahrstreifen wurde verbreitert und durch Protektionselemente geschützt.
Stallschreiberstraße
Die Stallschreiberstraße wurde zur Fahrradstraße umgestaltet. Im Bestand gab es durch die geringe Fahrgassenbreite Konflikte auf der Fahrbahn. Nun wurde die Straße zur Einbahnstraße mit einseitigem Parken. Für die Fahrradstraße wurden Sicherheitsabstände zu parkenden Fahrzeugen markiert, eine grüne Leitmarkierung aufgebracht und eine Anlieger-Frei-Regelung für Kfz angeordnet. Radbügel und Querungshilfen für Fußgänger*innen ergänzen die Planung.
Prinzenstraße zwischen Ritterstraße und Moritzplatz
Im Abschnitt zwischen Ritterstraße und Moritzplatz entstand ein geschützter Radverkehrsstreifen. Dabei wurde auch der Radfahrstreifen asphaltiert. Die Arbeiten wurden bereits 2022 begonnen. Die Fertigstellung erfolgte Anfang 2023.
Fahrradstraße Palisadenstraße – Weidenweg – Rigaer Straße
In 2020 wurde ein Fahrradstraßenkorridor entlang der Palisadenstraße – Weidenweg – Rigaer Straße mit dem Ziel eingerichtet, eine Alternative zur Frankfurter Allee / Karl-Marx-Allee zur Ost-West-Durchquerung in Friedrichshain mit mehr Platz und Komfort für Radfahrende anzubieten. Weitere Informationen finden Sie in diesem FAQ.
Fahrradabstellanlagen auf der Fahrbahn
An insgesamt 19 Orten wurden im Herbst 2024 Fahrradabstellanlagen errichtet. Seit 2018 wurden insgesamt rund 2000 Fahrradbügel im öffentlichen Raum errichtet.