Dr. Susanne Kitschun: „In diesen März-Tagen 1848 kam es immer wieder zu Übergriffen des Militärs auf die Oppositionellen, denn der preußische König Friedrich Wilhelm IV. hatte eigentlich kein Interesse daran, dem Volk mehr Freiheiten und Mitbestimmungsrechte einzuräumen.“
Inzwischen ging die Bewegung weit über die Bildungsschicht hinaus. Handwerker, Lehrlinge, Gesellen, einfache Arbeiter*innen, Dienstboten und Dienstmädchen standen mutig und hoffnungsvoll neben gebildeten Advokaten und Studenten, als der König sich am 18. März 1848 auf dem Berliner Schlossplatz zur geforderten Pressefreiheit und zur Einberufung des Vereinigten Landtages äußern wollte.
Neben den mehr als 10.000 Bürger*innen positionierten sich auch Soldaten vor dem Schloss. Die Bürger*innen forderten deren Abzug. Die Stimmung war gereizt. „Ohne Absicht, denn auf dieser Kundgebung sollten neue Rechte – als Zugeständnis des Königs -verlesen werden, lösten sich plötzlich zwei Schüsse aus einer Militärbüchse – und die Hölle brach aus“, so Paul Schmitz.