Elisabeth-Aue

Elisabeth-Aue, Luftbild von Osten

Elisabeth-Aue, Luftbild von Osten

Die Elisabeth-Aue liegt im Norden Berlins im Bezirk Pankow, Ortsteil Blankenfelde. Eingebettet in Grün- und Parkflächen sowie wohngebietsähnliche Siedlungs- und Gartenanlagen und mit direktem Straßenbahnanschluss wird hier auf der rd. 73 ha großen landeseigenen Fläche das Neue Stadtquartier Elisabeth-Aue entstehen. Die derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche soll behutsam und möglichst flächensparend entwickelt werden. Ziel ist die Planung eines gemischten sowie ökologisch und sozial nachhaltigen Stadtquartiers der kurzen Wege, das sich in die Umgebung einfügt und mit qualitätsvollen öffentlichen Freiräumen sowie sozialen und gewerblichen Angeboten auch für die angrenzenden Ortsteile einen hohen Mehrwert bietet. So sollen neben dringend benötigtem Wohnraum auch ergänzend Dienstleistungen, Einzelhandel, Büros, Schulen sowie weitere soziale und kulturelle Einrichtungen zu einem lebendigen Neuen Stadtquartier entwickelt werden.

Entsprechend den Richtlinien der Regierungspolitik werden derzeit die notwendigen planungsrechtlichen Verfahren für den Bau von ca. 5.000 Wohnungen durchgeführt.

Unter Berücksichtigung dieser Zielvorstellungen sollen in dem vorgezogenen Bebauungsplan 3-89 die planungsrechtlichen Voraussetzungen für das Teilprojekt 1 mit einer dringend benötigten Integrierten Sekundarschule samt Sporthalle und Großspielfeld, rd. 830 Wohnungen sowie öffentlichen Grün- und Straßenflächen geschaffen werden.

Frequently Asked Questions (FAQ)

  • 1. Was ist die Elisabeth-Aue?

    Die Elisabeth-Aue ist eine kleine Aue oder auch Moorlinse, umgeben von Landwirtschaftsflächen, am westlichen Ende des Schillingwegs im Bezirk Pankow, Ortsteil Blankenfelde. Sie ist Namensgeberin für die angrenzende Feldflurlandschaft und für das Neue Stadtquartier. Sie bleibt, wie auch die anderen hochwertigen Biotope in der Umgebung, von der Bebauung unberührt. Das Neue Stadtquartier Elisabeth-Aue ist ein Wohnungsbauvorhaben des Landes Berlin, welches südlich der namensgebenden Moorlinse und des Grabens 5 entstehen soll.

  • 2. Warum wird genau hier auf der „grünen Wiese“ gebaut?

    Berlin benötigt bezahlbaren Wohnraum. Die Neuen Stadtquartiere sind dafür von großer Bedeutung. Zusätzlich zur Verdichtung der Innenstadt sind Flächen in den Außenbezirken wichtig, um dem hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden. Die neuen Stadtquartiere werden zu 85 % auf bereits genutzten Flächen entwickelt, nur knapp 15 % entfallen auf Erweiterungsflächen am Stadtrand.

    Seit den 1990er Jahren gibt es Planungen zur Bebauung der Flächen der Elisabeth-Aue. Im Flächennutzungsplan sind die Flächen seit dieser Zeit als Wohnbauland dargestellt. Die ehemaligen Rieselfelder werden derzeit als Ackerfläche für konventionelle Landwirtschaft genutzt und stellen kein hochwertiges Biotop dar.

    Der Ankauf von Flächen für den Wohnungsbau ist sehr teuer. Die Elisabeth-Aue befindet sich im Eigentum einer landeseigenen Gesellschaft und ist somit schnell und kostenfrei für den Wohnungsbau verfügbar. Weiterhin verfügt die Fläche bereits über einen Anschluss an die Straßenbahnlinie 50, welche gemäß einem Senatsbeschluss vom Februar 2025 zusammen mit der Straßenbahnlinie M1 in das Quartier verlängert werden soll.

  • 3. Warum entstehen in Pankow so viele Neubaugebiete (Elisabeth-Aue, Pankower Tor, Blankenburger Süden, Alte Schäferei)?

    Der Bezirk Pankow ist einer der am stärksten wachsenden Bezirke Berlins. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein wesentlicher Grund ist die stadtweite Attraktivität als Wohnstandort. Zudem verfügt der Bezirk Pankow über einige Potenziale für Wohnungsbau, die seit einigen Jahren verstärkt für eine Entwicklung genutzt werden.

  • 4. Wird die gesamte Fläche bebaut?

    Die Gesamtfläche des Neuen Stadtquartiers Elisabeth-Aue umfasst rund 73 Hektar. Sie erstreckt sich vom Schillingweg im Norden bis zum Rosenthaler Weg im Süden, westlich bis zum Waldstreifen entlang der B96a und östlich bis zur Blankenfelder Straße sowie zur Wohnbebauung entlang des Blaubeerwegs. Mindestens die Hälfte dieser Fläche wird unversiegelt bleiben. So entstehen auf einem großen Teil Freiflächen für Parks, grüne Höfe, artenschutzrechtliche Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen und für die Erholung der Bewohnerinnen und Bewohner auch mit Aktivitätsangeboten (Sport, Spiel etc.).

  • 5. Welche Bebauung ist für das Neue Stadtquartier vorgesehen?

    Es ist das Ziel, auf dem Gebiet der Elisabeth-Aue ein gemischtes und klimaangepasstes Quartier mit rund 5.000 neuen Wohnungen, sozialer Infrastruktur (Kindergärten, Schulen, Gemeinschaftsräume), gewerblichen Nutzungen, gesundheitlichen Angeboten sowie hochwertigen Grün- und Freiflächen zu schaffen. Dabei soll nur der Bereich südlich des Graben 5 bebaut werden. Insgesamt werden mindestens 50 % des NSQs Elisabeth-Aue unversiegelt bleiben.

    Um Vorschläge für eine Bebauung des Neuen Stadtquartiers zu entwickeln, fand von Mai bis September 2025 ein mehrstufiges freiraumplanerisches und städtebauliches Wettbewerbsverfahren statt. Zwölf Planungsteams aus den Bereichen Architektur, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur haben Entwürfe für das Neue Stadtquartier entwickelt. Das Preisgericht hat die eingereichten Arbeiten bewertet und vier herausragende Entwurfsideen ausgewählt. Die vier Entwürfe sollen in der anschließenden kooperativen Werkstatt ab November in mehreren Terminen weiterentwickelt und vertieft werden. Am Ende dieses Verfahrens wird das Preisgericht einen Sieger auswählen. Das Ergebnis soll in eine Rahmenplanung münden und die Grundlage für die anschließende Bauleitplanung und Masterplanung sein.
    Die eingereichten Entwürfe der Planungsteams können sie hier einsehen.

  • 6. Zu welchem Zeitpunkt soll die Verkehrsinfrastruktur – Straßenbahnverlängerung 50 & M1 und eine Verbesserung der Bus- Verbindung erfolgen?

    Für die Verlängerung der Straßenbahnlinien 50 und M1 wurde im Februar 2025 ein Senatsbeschluss gefasst. Derzeit laufen die Planungen für die Verlängerungen bis in das Neue Stadtquartier. Bis 2030 soll die Verlängerung der Straßenbahn fertiggestellt sein. Auch der Busverkehr soll in das neue Quartier führen und an die neue Straßenbahnverbindung angebunden werden.

  • 7. Wie wird auf die zusätzlichen Bedarfe der sozialen Infrastruktur reagiert? Wie wird auf bereits heute unerfüllte Bedarfe, z.B. ärztliche Versorgung, eingegangen?

    Im Neuen Stadtquartier Elisabeth-Aue sollen neben neuen Nahversorgungsangeboten (Discounter & Supermarkt, Bäcker, etc.) auch Räume für Dienstleistungsangebote wie zum Beispiel nicht störende gewerbliche Nutzungen (z.B. Büros, Friseur, Physiotherapie) und medizinische Versorgungsangebote entstehen.

    Es wird zudem geprüft, welche weiteren kulturellen und sozialen Angebote geschaffen werden können, die einen Mehrwert auch für die umliegende Bewohnerschaft bieten. Im Rahmen der öffentlichen Beteiligungsformate können auch Bürgerinnen und Bürger Bedarfe und Wünsche nennen.

  • 8. Die Landschaft ist ein wichtiges Habitat für Feldlerchen und weitere Tiere. Wie werden die Belange des Natur- und Artenschutzes berücksichtigt?

    Das Stadtentwicklungsprojekt Elisabeth-Aue ist an die gesetzlichen Grundlagen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland gebunden. Alle umwelt- und artenschutzrechtlichen Belange werden gewissenhaft im Rahmen der Bauleitplanung geprüft. Es werden gutachterliche Untersuchungen zu allen wichtigen Umweltbelangen (u.a. Flora, Fauna, Boden, Klima) erstellt und deren Ergebnisse in der weiteren Planung berücksichtigt. Zusätzlich werden geeignete Maßnahmen im Neuen Stadtquartier entwickelt, um die Eingriffe zu reduzieren. Für die durch die geplante Bebauung ausgelösten Eingriffe sind umfassende Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Die artenschutzrechtlichen Anforderungen sind Gegenstand eines separaten Fachbeitrags, auf dessen Grundlage entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. Für die Feldlerchen entstehen gezielt Ersatzlebensräume, um ihren Schutz sicherzustellen.

    Eine Bebauung ist grundsätzlich nur auf den naturschutzrechtlich weniger wertvollen Ackerflächen der Elisabeth-Aue geplant (ehemalige Rieselfelder). Wichtige Biotope wie das Regenwasserrückhaltebecken nördlich der Wendeschleife, die nördlich des Plangebiets liegende namensgebende Moorlinse der Elisabeth-Aue oder der Graben 5 werden nicht bebaut.

  • 9. Wie wird die wichtige Naherholungsfunktion der Elisabeth-Aue und des umliegenden Landschaftsschutzgebietes erhalten? Sind Ausgleichsflächen für den Verlust der heutigen Qualitäten der Elisabeth-Aue (Naherholungsraum, Artenvielfalt, unversiegelte Fläche, Landwirtschaftsfläche) geplant?

    Im Neuen Stadtquartier entstehen hochwertige Parks und Freiräume mit attraktiven Spiel-, Sport- und Bewegungsangeboten, die sich in ein neues Freiraumnetz im Übergang zur offenen Landschaft einfügen. Nördlich des Graben 5 bleibt der offene Charakter einer Feldlandschaft erhalten und wird durch eine extensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung mit integrierten Artenschutzmaßnahmen als Ausgleichsfläche aufgewertet. Typische Elemente der Kulturlandschaft wie Säume, Feldgehölze und Feldwege werden ergänzt. Die Erlebbarkeit der Landschaft wird durch ein neues Feldwegenetz gestärkt. Ein Gutachten zur Regenwasserbewirtschaftung im Neuen Stadtquartier prüft, wie die Ressource Regenwasser zur Stärkung des Wasserhaushalts einzelner Biotopstrukturen wie dem Graben 5 und dem sogenannten Schweinewäldchen genutzt werden kann.

    Zudem wird ein Konzept zum sogenannten Animal-Aided Design erstellt, um von Anfang an gezielt Lebensräume für viele Arten (z.B. für gebäudebewohnende Arten) im Neuen Stadtquartier zu schaffen.

    Mit dem Leitplan Freiraumstruktur und Kompensation werden die verschiedenen Anforderungen wie Erlebbarkeit, Erholung, arten- und naturschutzrechtliche Kompensation und Klimaanpassung zusammengeführt und in ein Grobkonzept mit Maßnahmen übersetzt. Ziel ist eine sinnvolle Aufwertung und echte Verbesserung der Naturräume auch in der direkten Umgebung.

  • 10. Wann und wo kann man sich auf eine Wohnung im Neuen Stadtquartier bewerben?

    Der Bau der ersten Wohnungen startet voraussichtlich im Jahr 2026. Die ersten Fertigstellungen sind für das Jahr 2028 geplant. Der Großteil der Wohnungen im Neuen Stadtquartier wird durch die beiden landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften GESOBAU und HOWOGE gebaut und vermietet. Entsprechend der Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und Soziale Wohnraumversorgung“ wird die Hälfte dieser Wohnungen durch öffentliche Förderung mietpreis- und belegungsgebunden angeboten. Sobald die Wohnungen in der Vermarktung sind, können Sie sich auf den Seiten der HOWOGE und GESOBAU bewerben.

Luftbild 2022

Lage und Geschichte

Neue Stadtquartier Elisabeth-Aue befindet sich im äußersten Südosten des Pankower Ortsteils Blankenfelde in räumlicher Nähe zum östlich angrenzenden Ortsteil Französisch Buchholz. Die ehemaligen Rieselfelder sollen für den Wohnungsbau genutzt werden. Weitere Informationen

Überblick Teilprojekt 1 & Teilprojekt 2

Planungsprozess

Der Planungsprozess zur Bebauung der Elisabeth-Aue vollzieht sich seit den 1990er Jahren. Mit Beginn der 19. Legislaturperiode werden die Wohnungsbaupotenziale erneut untersucht und dabei Entwicklungsziele sowie eine mögliche Bebauungsstruktur erarbeitet. Weitere Informationen

mobile Ausstellung der Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue auf dem Hugenottenplatz

Öffentlichkeitsbeteiligung

In der Planungshistorie der Elisabeth-Aue wurde die Öffentlichkeit bereits im Rahmen von verschiedenen informellen und formellen Verfahren beteiligt. Sobald erneute Öffentlichkeitsbeteiligungen geplant sind, werden Sie hier konkrete Informationen finden. Weitere Informationen

Auftaktveranstaltung

Veranstaltungen

Die Entwicklung des Neuen Stadtquartiers Elisabeth-Aue wird von einer umfassenden Öffentlichkeitsbeteiligung begleitet. In diesem Zusammenhang finden Veranstaltungen zur Information der Öffentlichkeit statt. Weitere Informationen

Kontakt

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Referat II W, Wohnungsbauprojekte – äußere Stadt

Marius Kreft
Projektleitung