Gartenstraße am Rudolfplatz

Ausgangslage

Zwischen 2015 und 2019 wurden Grünanlage und Spielplatz auf dem Rudolfplatz neugestaltet. Im Rahmen der Planungen fanden über die Jahre verschiedene Beteiligungsformalte statt, deren Ergebnisse in diese Neugestaltung eingeflossen sind. Am Rande der Beteiligungen wurde auch immer wieder auf mögliche Anpassungen der anliegenden Straßen verwiesen. Ein häufig wiederkehrender Wunsch war es, den Verkehr zu beruhigen.

Ab 2019 waren die anliegenden Straßen Danneckerstraße und Rudolfstraße Teil des Forschungsprojekts BlueGreenStreets – Multifunktionale Straßenraumgestaltung urbaner Quartiere. Im Rahmen des Projekts wurde eine Planung entwickelt, um die Straßen als Klimastraßen zu qualifizieren. Im Jahr 2020 wurde die Danneckerstraße teileingezogen und ist seitdem eine Fußgängerzone. Es wurden Pflanzkübel mit Bäumen aufgestellt, die seitdem durch engagierte Anwohner*innen gepflegt wurden.

Anfang 2024 wurden Fördermittel im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) bewilligt. Das Projekt soll bis Ende 2027 umgesetzt werden und stellt das erste große Schwammstadtprojekt Berlins im Straßenbestand dar.

Projektziele

Ziel ist die Versickerung und Verdunstung des Regenwassers vor Ort. Das Projektgebiet liegt in einem besonders hitzebelasteten Bereich. Zum einen soll die Bepflanzung zur Verschattung und Verdunstung beitragen und so die Hitzebelastung reduzieren und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern.

Zum anderen sollen durch die Abkopplung der Flächen von der Mischwasserkanalisation die Berliner Gewässer entlastet und das Überflutungsrisiko vermindert werden. Die Rudolf- und Danneckerstraße weisen im Bestand einen Versiegelungsgrad von ca. 90 % auf und liegen im Einzugsbereich der Mischkanalisation. Das bedeutet, dass Regenwasser und Schmutzwasser in demselben Kanalsystem abgeleitet werden. Bei Starkregen ist das Kanalsystem oft überlastet, sodass Regen- und Schmutzwasser im Bezirk – je nach Einzugsbereich – in die Spree oder den Landwehrkanal überläuft. Das verschlechtert die Gewässerqualität und führt unter anderem zu Fischsterben. Ein Schwerpunkt des Projekts ist es daher, Regenwasser nicht in den Kanal abzuleiten, sondern vor Ort zu versickern.

Um die zwei gesetzten Ziele zu erreichen, müssen große Teile der Straße entsiegelt und bepflanzt werden. Wenn es die Leitungsbestände zulassen, sollen auch neue Bäume gepflanzt werden. In anderen europäischen Städten werden bereits ähnliche Projekte als so genannte Gartenstraßen umgesetzt, wie z.B. in Paris oder in Antwerpen.

Nächste Schritte

Derzeit werden die vorliegenden Ausarbeitungen des Forschungsprojekts geprüft und hinsichtlich einer realistischen Umsetzung überarbeitet. Darüber hinaus erfolgen umfangreiche Abstimmungen unter anderem mit dem Denkmalschutz, der Wasserbehörde, den Berliner Wasserbetrieben sowie den Anliegern. Auch die Träger öffentlicher Belange, wie Berliner Stadtreinigung sowie Polizei und Feuerwehr, werden in die Planungen einbezogen.

Sobald ein Planentwurf für die Danneckerstraße vorliegt, soll dieser der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Aufgrund des engen Zeitplans zur Verausgabung der Fördermittel ist kein großes Beteiligungsverfahren vorgesehen.

Grundlagen

Das Projekt ist ein Vorhaben der Klimaanpassung im Straßenland. Die Planung bezieht sich auf den Stadtentwicklungsplan Klima 2.0, das Klimaanpassungskonzept Xhain und verschiedene Beschlüsse des Bezirksamts.