Bezirk als Vorbild

Die öffentliche Verwaltung hat eine besondere Vorbildfunktion im Klimaschutz: Sie soll mit gutem Beispiel vorangehen und weitere Akteure zum Mitmachen mobilisieren. Das Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz (EWG) verpflichtet die Bezirke, ihre CO ~2~-Emissionen zu reduzieren und bis spätestens 2030 klimaneutral zu werden. Gleichzeitig dazu gilt es, sich an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels anpassen (siehe Klimaanpassung Gebäude & Infrastruktur).

Im Rahmen des Klimaschutzkonzepts sind die Emissionen aus der Bezirksverwaltung selbst analysiert und daraus Handlungsmöglichkeiten und Maßnahmen abgeleitet worden. Vieles passiert bereits in Friedrichshain-Kreuzberg, wenngleich noch wichtige Potenziale und Heben bestehen, die in den folgenden Jahren im Sinne der Klimaneutralität gehoben werden müssen.

Woher stammen die Emissionen aus der Verwaltung?

Die Gebäude der Bezirksverwaltung – darunter Schulen, Kitas und Bürogebäude – verursachen aktuell rund 14.800 Tonnen CO₂ pro Jahr. Das entspricht 1,4 % der gesamten Emissionen im Bezirk. Davon entfallen etwa 60 % auf die Wärmeversorgung (vor allem durch Erdgas und Fernwärme) und 40 % auf den Stromverbrauch. Viele dieser Liegenschaften sind sanierungsbedürftig und weisen eine geringe energetische Effizienz auf – gleichzeitig liegt hier ein direkt beeinflussbarer Hebel für den Klimaschutz. Auch Verwaltungsprozesse wie Beschaffung, Dienstreisen oder das Mobilitätsverhalten der Mitarbeitenden wirken sich auf die Klimabilanz aus. Letztere wurden bislang mangels Daten nicht systematisch bilanziert und strategisch im Klimaschutzkonzept verankert, werden jedoch an anderer Stelle im Bezirksamt bereits bearbeitet.

  • Graphik Emissionsverteilung Wärme und Strom bezirkliche Gebäude

Klimadaten Xhain

Im Jahr 2024 wurden für den Bezirk ein Klimaschutz- und ein Klimaanpassungskonzept politisch beschlossen. Sie zeigen auf, wodurch im Bezirk Treibhausgasemissionen entstehen und wo der Bezirk schon jetzt besonders durch die Folgen des Klimawandels betroffen ist. Einen Einblick in diese Analysen gibt das KlimaDashboard. Es stellt z.B. die Aufteilung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen nach Sektoren dar. Klimarelevante räumliche Analysen sind im bezirklichen Geoportal MeinXhain abrufbar.

Wie kann die Bezirksverwaltung tätig werden?

Klimaschutz beginnt im eigenen Haus.

Obwohl die Emissionen aus dem Gebäudebestand der Bezirksverwaltung mit 1,4 % der Gesamtemissionen des Bezirks gering erscheinen, können diese direkt durch die Verwaltung selbst beeinflusst und somit reduziert werden. Aufbauend darauf können Erfahrungswerte aus der Umsetzung konkreter Klimaschutzmaßnahmen weiteren Akteuren wie Bürger*innen und Unternehmen durch Informationsbereitstellung, Beratung und Vernetzung nähergebracht werden.

Wo liegen die größten Potenziale?

Die im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes durchgeführten Potenzialanalysen haben folgende Hebel zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen der Verwaltung selbst ergeben:

  • Verbrauchsreduktion und Effizienzsteigerung: Durch smarte Steuerung von Heiz- und Stromsystemen Optimierungspotenziale im Bestand nutzen und Sanierungsrate erhöhen
  • Produktion und Nutzung Erneuerbarer Energien: Durch Ausbau von Dach-PV Solarpotenziale heben und die Umstellung auf erneuerbare Wärmequellen Emissionen meiden

Darüber hinaus sind auch die Elektrifizierung der Dienstfahrzeuge und eine nachhaltige Beschaffung wichtige Hebel, um Emissionen bis spätestens 2030 weitestgehend zu reduzieren.

Was passiert bereits?

In Xhain werden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, wie die folgenden Projekte exemplarisch zeigen. Darüber hinaus wurden im bezirklichen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept weitere Schlüsselmaßnahmen entwickelt, die es nun umzusetzen gilt. Das kann nur gemeinsam gelingen – Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, sind hier zu finden: von Förderprogrammen über Beratungsangebote bis hin zu Möglichkeiten der Vernetzung.

ovoTherm

Energie sparen in bezirklichen Gebäuden

Mit smarten Technologien wie ovoTherm, MyWarm und ESS wird der Energie- und Stromverbrauchs in bezirklichen Liegenschaften bereits maßgeblich reduziert. In den vergangenen Jahren konnten allein mit ovoTherm die wärmebedingten Emissionen einzelner Liegenschaften wie Schulen oder Bibliotheken signifikant reduziert werden. Dabei wurden die Emissionen von umgerechnet 2.400 Drei-Zimmer-Wohnungen eingespart.

Photovoltaik

Solarausbau vorantreiben

Aktuell installiert der Bezirk 12 neue PV-Anlagen auf Dächern von Schulen, Sportanlagen und dem Gesundheitsamt.

Cover der Studie zu Solarlieferketten

Nachhaltige Beschaffung umsetzen

Klimaschutz und –anpassung wird bei der Auswahl von Produkten, Dienstleistern und bei der Genehmigung von Großveranstaltungen (z.B. dem Karneval der Kulturen) bereits mitberücksichtigt, wenngleich Prozesse hier kontinuierlich weiter optimiert werden müssen. Im vergangenen Jahr ist für die stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Beschaffung von Solarpanelen beispielsweise eine Studie veröffentlich worden.

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

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