Baumscheiben bepflanzen - So geht's richtig

Xhain gärtnert Schriftzug

Das Straßen- und Grünflächenamt freut sich über das Engagement für Baumscheiben. Für die Bepflanzung von Baumscheiben ist keine Genehmigung notwendig, solange diese zwischen 2 und 15 Quadratmeter groß sind. Größere Flächen zählen als Beetpatenschaften und müssen registriert werden.

Damit die Bepflanzung den Bäumen wirklich guttut, sind einige Dinge zu beachten. Denn Fehler bei der Bepflanzung können den Bäumen schaden. Im schlimmsten Fall sterben Bäume ab oder die Verkehrssicherheit ist gefährdet. Um das zu vermeiden, werden hier die wichtigsten Regeln für gesunde Baumscheiben erklärt, welche eingehalten werden müssen. Das Bezirksamt kontrolliert regelmäßig die Bäume, ob alle Auflagen beachtet sind.

Die wichtigsten Regeln für die Baumscheibenbepflanzung

Illustration eines Baumes mit Holzstützen

Such dir einen geeigneten Baum

Frisch gepflanzte Bäume brauchen zum Anwachsen viel Kraft und eine Extra-Portion Pflege. Dafür wird vom Bezirksamt für die ersten Jahre eine Firma beauftragt. Die professionell gepflegten Jungbäume erkennt ihr an den
Holzstützen. Hier darf nicht gepflanzt werden. Auch bei alten Bäumen und solchen mit sehr kleinen Baumscheiben (unter 2m^2^) darf nicht
gepflanzt werden. Die Bäume könnten darunter leiden, wenn ihnen kein Platz mehr bleibt. Größere Flächen ab 15 m 2 zählen als Beetpatenschaften.

Illustration eines durchgestrichenen Erdhaufens

Arbeite mit der vorhandenen Erde

Bitte füge beim Bepflanzen keine eigene Erde hinzu und nimm auch keinen Boden weg. Durch Bodenauftrag bekommen die Wurzeln der Bäume weniger Sauerstoff und sterben ab, durch Bodenabtrag werden die Wurzeln freigelegt und möglicherweise geschädigt. Zudem kann das Bezirksamt nicht mehr richtig kontrollieren, ob der Baum gesund ist und sicher steht und ob Schädigungen die Verkehrssicherheit beeinträchtigen.

Illustration eines durchgestrichenen Blumentopfs

Beschränke dich aufs Pflanzen

Baumscheiben sind in erster Linie für gesunde Bäume da. Hochbeete, Gewächshäuser, Bänke oder Findlinge sind viel zu schwer und nehmen dem Baum seinen Platz, den er zum gesunden Wachsen braucht. Auch Rankhilfen, Kübel, Töpfe, Kästen oder ähnliches belasten den Baum. Schnüre, Nägel oder sonstiges Material darfst du auf keinen Fall am Baum anbringen oder in die Rinde schlagen. Der gesunde Baum steht im Mittelpunkt einer Baumscheibe. Daher muss das Straßen- und Grünflächenamt alles beseitigen, was den Baum schädigt. Dadurch können Kosten entstehen.

Illustration einer Pflanze mit einem Pfeil, der die Höhe anzeigt

Greife auf kleinere Pflanzen zurück

Bei Baumscheiben gilt: Weniger ist mehr. Deine Pflanzen dürfen nicht höher als 70 Zentimeter wachsen. Das ist wichtig für die Baumkontrolle und für die Verkehrssicherheit. Wuchern die Pflanzen zu hoch, fehlt den Verkehrsteilnehmenden die freie Sicht auf Straße oder Gehweg. Stauden brauchen zudem einen Mindestabstand von 25 Zentimetern bis zum Rand der Baumscheiben. Sie könnten sonst mit der Zeit als Hindernis auf Straße
oder Fuß– oder Farradweg wachsen.

Illustration einer Baumscheibe mit angedeuteter Einfassung

Lass die Ränder, wie sie sind

Baumscheiben sind meist im Gehweg eingebaut und von Pflastersteinen umgeben. Solche Einfassungen werden vom Straßen- und Grünflächenamt genehmigt und von Straßenbaufirmen gebaut. Es ist verboten, Pflastersteine zu lockern, zu verändern oder zu entfernen. Ein selbst gesetzter Rand könnte zur Stolperfalle werden und Menschen zu Fuß gefährden – eigene Zäune sind daher nicht erlaubt. Widerrechtliche Änderungen werden zu Lasten des Verursachers repariert.

Illustration von einem Baum mit Platz am Stamm

Denk daran, dass wir Platz für die Baumpflege brauchen

Das Straßen- und Grünflächenamt kontrolliert und pflegt die Straßenbäume regelmäßig. Dafür muss der Bereich rund einen halben Meter um den Stamm frei bleiben. Bitte pflanze dort nichts an. Kletterpflanzen wie Efeu sind generell verboten, damit der Stamm für Kontrollen sichtbar bleibt. Sie entziehen dem Baum Wasser, Nährstoffe und Licht. Stadtbäume stehen unter hohem Stress und jede Konkurrenzpflanze gefährdet sie. Welche Pflanzen sich für Baumscheiben eignen, findest du auf der Rückseite der Broschüre.

Illustration eines Schnitts mit Baum und Wurzeln. Unter der Erde sind Wasserleitungen und Stromleitungen zu sehen

Gib acht auf Wurzeln und Leitungen

Straßenbäume passen sich dem zur Verfügung stehenden Platz an. Dieser ist in der Stadt sehr eng. Auch liegen unter Straße und Gehweg viele Leitungen, zum Beispiel für Internet und Strom. Viele Straßenbäume wurzeln daher eher flach. Nur so kann der Baum genug Wasser und Energie aufnehmen. Bitte sei daher vorsichtig beim Pflanzen. Schau dir vorher an, ob die Wurzeln des Baumes über der Erde oder direkt darunter liegen. Dann musst du dir eine andere Baumscheibe suchen. Ansonsten kannst du die Erde vorsichtig mit der Hand oder einem kleinen Werkzeug lockern – aber höchstens 10 cm tief! Das ist wichtig, um über den Wurzeln oder Leitungen zu bleiben. Beschädigst du die Wurzeln, kann der Baum absterben. Auch bringst du dich potenziell in Lebensgefahr und könntest Schäden an den Leitungen verursachen. Aus dem gleichen Grund ist es verboten, Pfosten, Zaunelemente oder Ähnliches in den Boden zu schlagen oder zu stechen.

Worauf noch zu achten ist

Locker pflanzen und großzügig gießen

Den Baum zu schützen ist die wichtigste Aufgabe. Baumwurzeln brauchen Sauerstoff und Wasser. Werden Baumscheiben falsch bepflanzt kann der Baum unter dem schönsten Blütenmeer verdursten. Jede Bepflanzung kann eine Konkurrenz für den Baum sein. Daher achte darauf, nicht zu eng zu pflanzen. Sonst kommt kein Wasser mehr auf die Baumscheibe. Außerdem
ist es wichtig, richtig zu gießen. Optimal ist einmal pro Woche 80–100 Liter zu gießen. Wässert man den Baum stattdessen jeden Tag nur ein bisschen, bleibt das Wasser in der oberen Bodenschicht und erreicht nicht die tiefer liegenden Baumwurzeln. Mehr Informationen zum Wässern von Bäumen. Für die Bewässerung können zum Beispiel Regentonnen genutzt werden. Informationen dazu finden sich im Flyer am Ende dieser Seite.

Hinweise zum Gärtnern im öffentlichen Raum

  • Du darfst auf Baumscheiben keine Komposthaufen anlegen. Diese können Ratten anziehen. Entsorge alle Pflanzenabfälle und Bioabfälle aus deiner Küche in der Biomülltonne.
  • Der Einsatz von giftigen Chemikalien (Pestiziden) ist verboten.
  • Bitte lass keine Gartengeräte oder sonstige Materialien auf der Baumscheibe liegen.
  • Bitte überlasse Pflege- und Schnittmaßnahmen am Baum selbst ausschließlich dem Straßen- und Grünflächenamt und den beauftragten Fachfirmen.

Geeignete Pflanzen für die Baumscheibe

Bäume haben in der Innenstadt nur wenig Wasser, Platz und Erde zur Verfügung. Sie leiden außerdem unter Hitze, verdichteten Böden mit wenig Sauerstoff und Hundeurin. Die Pflanzen in den Baumscheiben dürfen auf gar keinen Fall Konkurrenz für den Baum sein und ihm Lebensraum zum Wachsen, Nahrung und Wasser wegnehmen. Toll sind hingegen Pflanzen, die auch Nahrung und Lebensraum für Insekten bieten. Pflanzlisten und einen Pflegekalender findest du auf der Seite des Umwelt- und Naturschutzamtes: Pflanzempfehlungen

Das kannst du pflanzen:
✓ Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblumen
(besonders aus Zwiebeln)
✓ flachwurzelnde Stauden
✓ Wildblumensaaten
✓ Kräuter, die Trockenheit lieben

Das darf nicht gepflanzt werden:
✗ Kletterpflanzen
✗ Gehölze, Bäume
✗ hochwachsende Pflanzen
✗ starkwüchsige Gräser
✗ giftige, stachelige oder dornige Pflanzen

Infos und Beratung

Im Bezirk gibt es viele Initiativen und Akteure, die sich mit Stadtgrün beschäftigen. Die Koordinierungsstelle Gemeinschaftliches Gärtnern (KGG) berät und vernetzt Interessierte. Die KGG ist erreichbar unter: kgg@planb2030.org .

Material zum Download

  • Baumscheiben Bepflanzen Flyer

    Alle Regeln für das Bepflanzen von Baumscheiben in Friedrichshain-Kreuzberg in einem Flyer zusammengefasst.

    PDF-Dokument (1.6 MB) - Stand: 04.2026

  • Regentonne Sondernutzung Flyer

    Informationen zur Beantragung von Sondernutzungen für das Aufstellen von Regentonnen im öffentlichen Raum in Friedrichshain-Kreuzberg.

    PDF-Dokument (1.3 MB)

  • Xhain Gärtnert Flyer

    Überblick über Möglichkeiten zum Gemeinschaftlichen Gärtnern im öffentlichen Raum in Friedrichshain-Kreuzberg.

    PDF-Dokument (2.3 MB) - Stand: 04.2026

Gute und Schlechte Beispiele aus dem Bezirk

Um die Regeln anschaulicher zu machen, sammeln wir hier Bilder guter und schlechter Beispiele aus dem ganzen Bezirk. Wir freuen uns über Positivbeispiele zur Veröffentlichung. Diese können gern per Mail eingereicht werden.

  • zugestellte Baumscheibe

    So nicht: Die Baumscheibe ist zugestellt und der Baum kann nicht mehr ordnungsgemäß kontrolliert werden.

  • dornige Pflanzen

    So nicht: Hier wuchern dornige Sträucher in den Gehweg.

  • Positivbeispiel Baumscheibe

    So sieht's aus: Eine Baumscheibe mit ansprechender Bepflanzung, die den Baum nicht schädigt.

  • zu hoher Bodenauftrag

    So nicht: Hier ist der Boden so hoch aufgetragen, dass der Baum geschädigt wird.

  • Konkurrierende Pflanzen

    So nicht: Der Strauch ist eine Konkurrenz für den Baum.

  • Kaputter Zaun

    So nicht: Ein kaputter Zaun ist eine Gefährdung.

  • Kletterpflanzen

    So nicht: Kletterpflanzen und Dekoration machen die Baumkontrolle unmöglich und können den Baum schädigen.

  • zu hoher Bodenauftrag

    So nicht: Hier ist der Boden so hoch aufgetragen, dass der Baum geschädigt wird.

  • zugestellte Baumscheibe

    So nicht: Die Baumscheibe ist zugestellt und der Baum kann nicht mehr ordnungsgemäß kontrolliert werden.

  • Gute Bepflanzung

    So geht's richtig: Kräuter und kleine Stauden verschönern die Baumscheibe. Am besten bestäuberfreundliche Pflanzen wählen, um Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen.

Kontakt

Koordinierungsstelle Gemeinschaftliches Gärtnern (KGG) bei Plan B 2030 e.V.