Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz – Torsten Groh ist der Arbeitsschutzbeauftragte im Bezirksamt

Torsten Groh ist seit September 2024 der Koordinator für Arbeits- und Brandschutz für unser Bezirksamt.

Torsten Groh ist seit September 2024 der Koordinator für Arbeits- und Brandschutz für unser Bezirksamt.

Der 28. April ist der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Initiiert von der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen, wird dieser Aktionstag alljährlich begangen, um die Prävention von Arbeitsunfällen und berufsbedingten Erkrankungen zu unterstützen und die Bedeutung von Sicherheitsmaßnahmen und Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt hervorzuheben. Torsten Groh ist seit September 2024 der Koordinator für Arbeits- und Brandschutz für unser Bezirksamt.

Von der Industrie ins Amt: Der berufliche Weg von Torsten Groh

Nach dem Maschinenbaustudium an der damaligen Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt hat Torsten Groh erst als Ingenieur bei der Berliner Werkzeugmaschinenfabrik und dann viele Jahre lang bei der Herlitz PBS AG und der Pelikan Group gearbeitet. Zum Arbeitsschutz sei er „wie die Jungfrau zum Kinde“ gekommen – in seiner alten Position habe man ihn gefragt, ob er sich dem Thema annehmen könne. „Ich wollte mich weiterentwickeln und es ist ja eine sehr wichtige Aufgabe.“ In einer berufsbegleitenden Weiterbildung hat Torsten Groh sich dann zur Fachkraft für Arbeitssicherheit ausbilden lassen und war 17 Jahre lang als Sicherheitsingenieur tätig.

Typische Unfallrisiken im Büro: Stolpern, Rutschen, Stürzen (SRS)

Im Bezirksamt ist er nun vor allem für die Koordination von Arbeits– und organisatorischen Brandschutzmaßnahmen verantwortlich. Jeder Arbeitgeber ist per Gesetz dazu verpflichtet, Arbeitsplätze hinsichtlich potentiell auftretender Gefahren zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. „Oder kurz gesagt: Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass alle Beschäftigten gesund und sicher in die Rente kommen.“ Anders als bei seinem vorherigen Arbeitgeber sind die meisten Beschäftigten im Bezirksamt hauptsächlich am Schreibtisch tätig. Potentielle Gefahren entstehen hier weniger durch Maschinen oder schwere Lasten, sondern vielmehr durch falsch eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze oder Wegeunfälle. „SRS – Stolpern, Rutschen, Stürzen, das sind tatsächlich die meisten versicherten Unfälle, die wir verzeichnen.“ Gerade bei Eis und Glätte zu Beginn des Jahres sei es zu deutlich mehr Unfällen auf dem Arbeitsweg gekommen.

„SRS – Stolpern, Rutschen, Stürzen, das sind tatsächlich die meisten versicherten Unfälle, die wir verzeichnen.“

Laut Torsten Groh sind die häufigsten Unfälle "SRS" geschuldet.

Arbeitsschutz als Gemeinschaftsaufgabe: Verantwortung im Arbeitsalltag

„Im Bezug auf ergonomische Arbeitsplätze sind wir im Bezirksamt zu meiner Freude schon sehr gut aufgestellt. Fast überall gibt es höhenverstellbare Schreibtische und -stühle“, erklärt Torsten Groh und ermutigt alle Mitarbeitenden, diese auch zu nutzen. Auch die dezentralen Drucker seien ganz im Sinne des Arbeitsschutzes: „Sie sind nicht bei allen beliebt, aber unser Körper dankt es uns, wenn wir uns zwischendurch bewegen.“ Die wenigsten Beschäftigten hätten das Thema Arbeitsschutz aktiv auf dem Schirm. Aufklärung, Sensibilisierung und Weiterbildung seien daher entscheidend. „Arbeitsschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Jeder ist angehalten, im Arbeitsalltag achtsam zu sein und mitzudenken.“ Auch Mitarbeitende tragen Verantwortung – etwa durch angemessenes Verhalten bei Witterungsbedingungen.

Mobile Arbeit und psychische Belastung: Neue Herausforderungen im Arbeitsschutz

Vielfältige Gefährdungen: Arbeitsschutz in unterschiedlichen Berufsgruppen
Obwohl viele Tätigkeiten am Schreibtisch stattfinden, gibt es zahlreiche Sonderfälle: Im Gesundheitsamt etwa müssen Infektionsrisiken berücksichtigt werden, ebenso bei Gärtnerinnen oder im Außendienst des Ordnungsamtes. Schulhausmeisterinnen übernehmen teilweise körperlich anspruchsvolle Aufgaben, und in Jugendfreizeiteinrichtungen müssen beispielsweise Brennöfen regelmäßig überprüft werden. Diese Vielfalt macht die Arbeit besonders abwechslungsreich: „Ich muss auch als ‚alter Hase‘ oft neue Perspektiven einnehmen.“ Eine große Herausforderung sieht Torsten Groh in der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitswelt. Beim mobilen Arbeiten fehlen häufig ergonomische Standards. Zudem gewinnt die mentale Gesundheit an Bedeutung: Hohe Arbeitsbelastung, Zeitdruck und schwierige Situationen im Publikumsverkehr stellen viele Mitarbeitende vor Herausforderungen.

Beratung und Prävention: Warum Arbeitsschutz im Bezirksamt so wichtig ist

Sicherheit im Umgang mit Publikum: Deeskalation und Schutzmaßnahmen
Gerade in Bereichen mit direktem Kontakt zu Bürger*innen kann es zu angespannten Situationen oder sogar Übergriffen kommen. Daher sind Schulungen, etwa Deeskalationstrainings, wichtig. Zusätzlich wird daran gearbeitet, Arbeitsplätze sicherer zu gestalten. Neben Ersthelfenden gibt es auch psychologische Ersthelfende, die nach belastenden Ereignissen unterstützen. Die Begegnung mit vielen unterschiedlichen Menschen schätzt Torsten Groh besonders: „Ich helfe gerne – und jetzt sind die Beschäftigten des Bezirksamtes meine Kundinnen und Kunden.“ Ein respektvoller Umgang sei dabei zentral: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“