„Unsere Bienen-AG ist für die Schüler*innen etwas ganz Besonderes. Wir haben ursprünglich einen Imker gesucht, der seine Bienen bei uns im Hof pflegt. Dann haben wir gemeinsam mit den Schüler*innen entschieden, dass wir es selbst versuchen.“ Professionell, versteht sich: Olaf Sill hat sich mit dem Bienenalltag beschäftigt und die Imkerei erlernt. Er ist Mitglied im Imkerverein Kreuzberg e.V.
„Mit unserer AG bieten wir unseren Schüler*innen praxisnahe Umweltbildung, indem sie eigene Bienenvölker pflegen, Honig ernten und Wachsprodukte herstellen.“ Dadurch wird das Verantwortungsbewusstsein für die Natur gefördert und biologisches Wissen über Bestäubung und ökologische Zusammenhänge vermittelt.
Laura, deren Imkerhut eine niedliche Comic-Biene ziert, vertritt das Projekt auch nach außen: „Wir berichten regelmäßig an die Kinder- und Jugendjury, die unsere Arbeit mit den Bienen mit einem ordentlichen Scheck jährlich fördert. Das motiviert uns.“ Die Kinder- und Jugendjury ruft einmal im Jahr alle jungen Menschen in Friedrichshain-Kreuzberg dazu auf, sich mit ihren Projektideen zu bewerben. Neben 25 weiteren Projekten wurde das „Imkern im Schulhof“ des Andreas-Gymnasiums im Jahr 2025 mit 300 Euro gefördert.
Olaf Sill erklärt, was im Bienenstock passiert: „Unsere Bienen sind ganz gut durch den Winter gekommen. Die Königin, die deutlich größer und länger als die anderen ist, hat im Zentrum der Wintertraube überlebt. Und das nur, weil die Arbeiterinnen sie durch pures Muskelzittern bei etwa 20 bis 30 Grad warmhalten. Nur, weil die Brut bei der Kälte nicht überleben würde, stellt sie die Eierablage im Winter ein.“ Er ergänzt: „Die Arbeiterinnen füttern sie über den Winter, damit im Frühling ein neues Volk entstehen kann. Für die Arbeiterinnen ist dann allerdings ihr Leben vorbei – Winterbienen leben etwa sechs Monate. Im Sommer leben sie nur sechs Wochen.“