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Bild: Studio SML, Berlin

Was braucht der Checkpoint Charlie für die Zukunft?

Diese und daran anschließende Fragen stellte das öffentliche Beteiligungsverfahren Zukunft Checkpoint Charlie, das die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens 1-98 von Januar 2018 bis August 2019 durchführte.
Um der besonderen Bedeutung des Ortes und der Vielschichtigkeit von Interessen bei der Entwicklung des Checkpoint Charlie gerecht zu werden, war es der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ein wichtiges Anliegen, die städtebauliche Entwicklung der privaten Flächen planungsrechtlich zu steuern. Ziel des Beteiligungsverfahrens war es, das öffentliche Interesse am Checkpoint Charlie zu erfassen, eine Diskussion über die Zukunft des Ortes anzuregen und ein breites Spektrum der Stadtgesellschaft zu erreichen.
Die Erkenntnisse aus dem Verfahren führten schließlich zu einer Änderung der Planungsziele und somit zur Modifizierung des vorherigen Bebauungsplanentwurfs. Der neue Entwurf des Bebauungsplans 1-98 für den bedeutsamen und historisch sensiblen Ort basiert somit auf den Haltungen vielfältiger Akteursgruppen.
Vordringliches Ziel des Bebauungsplans 1-98 ist die planungsrechtliche Sicherung eines Bildungs- und Erinnerungsortes einschließlich einer Freifläche und einem Stadtplatz sowie einer der zentralen Lage des Ortes entsprechenden gemischten Nutzung mit hohem Wohnanteil. Der Stadtraum soll unter Berücksichtigung der historischen Bedeutung des Ortes als Erinnerungsort qualifiziert und die Flächen neuen, dem Ort angemessenen Nutzungen zugeführt werden.

Was macht den Checkpoint Charlie aus?

Die ehemalige DDR-Grenzübergangsstelle und der frühere westalliierte Kontrollpunkt an der Friedrichstraße/ Zimmerstraße, allgemein bekannt als Checkpoint Charlie, ist ein symbolischer Ort und gehört zugleich zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Berlins. Zwischen 1961 und 1990 trennte hier die Berliner Mauer den sowjetischen und den US-amerikanischen Sektor bzw. den Ost-Berliner Bezirk Mitte und den West-Berliner Bezirk Kreuzberg. Der Übergang war ausschließlich Ausländer*innen, Diplomat*innen und Militärpersonal der Alliierten vorbehalten.
Dem Checkpoint Charlie wird großes öffentliches und fachliches Interesse im In- und Ausland beigemessen: Er steht für den Kalten Krieg und für die friedliche Überwindung der Teilung Deutschlands.

Um welche Flächen geht es?

Flächenkarte Checkpoint Charlie
Bild: Urban Catalyst GmbH

Das Beteiligungsverfahren bezog sich auf zwei Flächen der ehemaligen DDR-Grenzübergangsstelle Friedrichstraße/ Zimmerstraße, die auch 30 Jahre nach dem Mauerfall noch unbebaut sind. Die beiden Flächen haben im Laufe der vergangenen Jahre schon zahlreiche Zwischennutzungen beherbergt. Planungen für Bebauungen gab es bereits viele, keine konnte bisher realisiert werden. Aufgrund der Planungen eines American Business Centers in den 1990er Jahren sind die beiden Flächen mit hohen Grundschulden belastet, welche die Kosten zum Erwerb der Grundstücke heute erhöhen.

Die städtebauliche Entwicklung der Flächen der ehemaligen Grenzübergangsstelle soll durch einen Bebauungsplan gesteuert werden, um insbesondere die Entwicklung eines Bildungs- und Erinnerungsortes einschließlich Freiflächen am Standort planungsrechtlich zu sichern und einen hohen Wohnanteil festzusetzen.
Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens war der Beteiligungsprozess über den formal üblichen Umfang hinaus angelegt.

Erinnerungs-, Tourismus- und Alltagsort

Am Checkpoint Charlie überlagern sich historische Spuren mit alltäglichen Anforderungen und gesellschaftliche Belange mit ökonomischen Interessen. Der Checkpoint Charlie gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Berlins und hat sich insbesondere in den letzten Jahren zu einem beliebten Tourismusort entwickelt. Zugleich ist er ein Erinnerungsort, dessen wissenschaftlich fundierte Aufbereitung für die Gesamtstadt von Bedeutung ist. Nicht zuletzt ist der Checkpoint Charlie auch ein Alltagsort. Er markiert die Bezirksgrenze zwischen Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte und stellt eine stark frequentierte Kreuzung sowie wichtige Verbindung dar. Für viele Menschen ist die Gegend um den ehemaligen Grenzübergang ein Arbeitsort und insbesondere im Bereich der südlichen Friedrichstadt ein Wohnort.

Kurzdokumentation des Beteiligungsverfahrens

PDF-Dokument (7.8 MB)

Faltblatt Beteiligung Checkpoint Charlie als PDF

PDF-Dokument (4.5 MB)

Programm Öffentliche Debatte 04.07.2018

PDF-Dokument (352.5 kB)