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Geschichte

Grenzübergangsstelle Friedrichstraße und Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie 1965
Grenzübergangsstelle Friedrichstraße und Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie 1965
Bild: BStU

Von den Anfängen

Bildvergrößerung: Die historische Friedrichstadt (1876)
Die historische Friedrichstadt (1876)
Bild: Landesarchiv Berlin

Der Checkpoint Charlie befindet sich in der historischen Friedrichstadt, welche ab 1688 durch Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich I. geplant und errichtet wurde. Die dritte Stadterweiterung Berlins zeichnet sich durch ein schachbrettartiges Muster aus sich rechtwinklig schneidenden Straßen aus, wodurch ein geometrischer Stadtgrundriss entstand. Geprägt war die Friedrichstadt durch die Ansiedlung der französischen Hugenotten. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt zeugt heute noch von diesem Einfluss.

Mit der Fertigstellung 1732 beschloss Friedrich Wilhelm I. die Erweiterung der Friedrichstadt in Richtung Süden. Südlicher Endpunkt der Erweiterung war der Mehringplatz, von dem aus strahlenförmig Straßen in Richtung der ersten Bauphase verliefen.

Mit der industriellen Revolution entwickelte sich die Friedrichstadt zunehmend zum Geschäfts- und Vergnügungsviertel. Die Friedrichstraße wurde zu einer wichtigen verkehrlichen Nord-Süd-Verbindung und in der näheren Umgebung entwickelten sich das Banken-, Zeitungs- und Regierungsviertel.

Mit der Gründung von Groß-Berlin 1920 wurde die Friedrichstadt geteilt. Die erste Bauetappe gehörte anschließend zum Bezirk Mitte, die südlichen Erweiterungsflächen zum Bezirk Kreuzberg. Die Grenze verlief und verläuft heute noch entlang der Zimmerstraße.

Kalter Krieg

Bildvergrößerung: Grenzübergangsstelle Friedrichstraße und Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie 1961
Grenzübergangsstelle Friedrichstraße und Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie 1961
Bild: BStU

Die barocke Friedrichstadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Mit dem Bau der Mauer ab 1961 wurde das Gebiet zudem in Nord-Süd bzw. Ost-West-Richtung zerschnitten. Bereits wenige Monate nach der Errichtung der Mauer entstand an der Kreuzung Friedrichstraße Ecke Zimmerstraße die DDR-Grenzübergangsstelle Friedrichstraße sowie der durch die amerikanischen Alliierten kontrollierte Checkpoint Charlie. Der Grenzübergang war ausschließlich für Diplomaten, Militärs- und Botschaftsangehörige, Alliierte, Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR sowie für DDR-Funktionäre passierbar.

Internationale Bekanntheit erlangte der innerdeutsche Grenzübergang am 27. Oktober 1961. Nachdem die SED-Führung versuchte, die Rechte der Westalliierten in Berlin einzuschränken, kam es zur sogenannten “Panzerkonfrontation” zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion. In den folgenden Jahren wurde der Grenzkontrollpunkt stetig ausgebaut und zum Schauplatz von zahlreichen Fluchtversuchen und Demonstrationen.

Städtebaulich veränderte sich das Gebiet vor allem durch den ab 1970 systematischen Wiederaufbau der Friedrichstadt durch die DDR-Regierung in Ost-Berlin und im Westteil der Stadt durch die Internationale Bauausstellung im Jahr 1987.

Bildvergrößerung: Grenzübergangsstelle Friedrichstraße und Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie 1989
Grenzübergangsstelle Friedrichstraße und Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie 1989
Bild: BStU

Wiedervereinigung

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Checkpoint Charlie - Heute
Bild: SenSW

Nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 wurden die Grenzübergangsstelle Friedrichstraße und der Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie überflüssig. Bereits am 22. Juni 1990 wurde der Abbau der Grenzanlagen vollzogen. Die Friedrichstadt lag fortan wieder im Herzen Berlins.

Die nun freigewordenen Flächen der ehemaligen Grenzübergangsstelle wurden veräußert. Der neue Eigentümer plante die Errichtung eines „American Business Center“ mit einem Wohnhaus und vier Büroblöcken. Das Land Berlin sicherte sich bei der Vermarktung der Flächen durch die Eintragung im Grundbuch die Errichtung eines Erinnerungsortes innerhalb eines der geplanten Gebäude. Die Vermarktung der Grundstücke lag jedoch weit hinter den Erwartungen des Investors. Lediglich drei der geplanten fünf Blöcke konnten errichtet werden. Nach mehreren Eigentümerwechseln meldete die Checkpoint Charlie KG 2003 schlussendlich Insolvenz an. Auch der geplante Erinnerungsort fiel der Insolvenz zum Opfer. Die heute noch brachliegenden Grundstücke beidseits der Friedrichstraße zeugen von den fehlgeschlagenen Planungen.

Trotzdem oder gerade deshalb entwickelte sich der Ort im Stadtzentrum mit seiner historischen Vergangenheit zu einem international beliebten touristischen Hotspot Berlins. Diese Entwicklung wurde in den darauffolgenden Jahren durch die Aufstellung einer Attrappe der Kontrollbaracke der US-amerikanischen Streitkräfte, durch die Leuchtkasten-Installation mit den Portraits eines amerikanischen und eines sowjetischen Soldaten und verschiedenen Gedenk- sowie Protestaktionen verstärkt.

Heute besuchen den Checkpoint Charlie jährlich rund 4 Mio. Touristen*innen. Diese finden ein provisorisches Informationsangebot vor, welches durch eine Open-Air-Galerie, die Blackbox “Kalter Krieg” und das asisi Panorama geprägt ist.

Open-Air-Galerie

Das Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart wurde von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur dazu beauftragt, eine Open-Air-Ausstellung als Zwischennutzung für die brachliegenden Flächen am Checkpoint Charlie zu entwickeln. Seit 2009 ist es den Besucher*innen des Ortes daher möglich, an mittlerweile 320 Tafeln mit 175 historischen großformatigen Fotos und mit Kommentaren auf Deutsch sowie Englisch kostenlose Informationen zur Geschichte zu erhalten.

Checkpoint Charlie Gallery

Blackbox "Kalter Krieg"

Im September 2012 konnte das Informationsangebot durch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Land Berlin und dem Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart weiter ausgebaut werden. Seitdem empfängt die Black Box „Kalter Krieg“ interessierte Besucher*innen und informiert über die Panzerkonfrontation von 1961 sowie die Teilung Deutschlands und Berlins im Zusammenhang der internationalen Blockkonfrontation.

Blackbox Kalter Krieg

DIE MAUER - das asisi Panorama zum geteilten Berlin

Im asisi Panorama am Checkpoint Charlie zeigt der Künstler Yadegar
Asisi seit 2012 ein großes fiktives Mauer-Panorama, welches das Bild des geteilten Berlins in den 1980er Jahren veranschaulichen soll.

asisi Panorama – DIE MAUER