Konsum & Gesellschaft

Ob Ernährung, Kleidung, Elektronik oder Freizeitgestaltung – unser Konsumverhalten hat einen großen Einfluss auf das Klima. Ein Großteil der dabei entstehenden Emissionen fällt nicht im Bezirk selbst, sondern entlang globaler Lieferketten an – etwa bei Produktion, Transport und Entsorgung. Doch auch lokal entstehen klimaschädliche Emissionen: durch den Warenverkehr, den Energieverbrauch bei der Bereitstellung oder Verpackungsmüll.
Xhain ist durch eine hohe Dichte an Restaurants, Cafés, Events und touristischen Betrieben geprägt, die das Stadtleben bunt und lebendig machen – zugleich aber auch Herausforderungen mit sich bringen, etwa im Bereich Abfallvermeidung.

Um die durch den Konsum verursachten Emissionen zu reduzieren, setzt sich die Bezirksverwaltung dafür ein, bewusstes Konsumverhalten zu fördern und durch strukturelle Maßnahmen klimafreundliche Entscheidungen zu erleichtern – etwa durch die Förderung von Mehrwegsystemen, Unterstützung klimafreundlicher Gastronomie, Bildungsangebote oder Vernetzung lokaler Initiativen.

Dabei verzahnen wir Klimaschutz und Klimaanpassung bewusst miteinander: Die Sensibilisierung für Themen wie klimafreundliche Ernährung oder Hitzebelastung sowie die gemeinwohlorientierte Gestaltung des öffentlichen Raums (siehe Klimaanpassung Gebäude & Infrastruktur, Gesundheit, Stadtgrün & Biodiversität) tragen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken und zugleich Emissionen zu senken.

Woher stammen die konsumbedingten Emissionen?

Konsumbedingte Emissionen sind komplex, aber ein Blick auf Deutschland zeigt, dass rund 46 % der Pro-Kopf-Emissionen konsumbedingt sind (CO₂ Fußabdruck: Sonstiger Konsum und Ernährung). Konsumbedingte Emissionen sind oftmals indirekten Emissionen, die nicht direkt in den Bezirken, aber durch ihre Nachfrage verursacht werden.

  • THG-Emissionen in Tonnen pro Kopf für Deutschland

    Durchschnittliche THG-Emissionen für Deutschland in Tonnen pro Kopf im Jahr 2021. Grafik aus dem Teilkonzept Konsum und Gesellschaft.

Klimadaten Xhain

Im Jahr 2024 wurden für den Bezirk ein Klimaschutz- und ein Klimaanpassungskonzept politisch beschlossen. Sie zeigen auf, wodurch im Bezirk Treibhausgasemissionen entstehen und wo der Bezirk schon jetzt besonders durch die Folgen des Klimawandels betroffen ist. Einen Einblick in das Handlungsfeld gibt das Teilkonzept Konsum und Gesellschaft. Darüber hinaus gibt das KlimaDashboard einen Gesamtüberblick zu klimarelevanten Zahlen und Fakten aus Xhain. Klimarelevante räumliche Analysen sind im bezirklichen Geoportal MeinXhain abrufbar.

Wie kann die Bezirksverwaltung tätig werden?

Rechtliche Grundlagen, politischen Strategien und Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene setzen den Rahmen für Maßnahmen zur Reduktion konsumbedingter Emissionen durch Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltige Ernährung.
Auf Bezirksebene gibt es dennoch viele Stellschrauben, um die vielfältige Thematik konsumbedingter Emissionen zu adressieren. Die Bezirksverwaltung kann beispielsweise durch Informationsangebote, Genehmigungsverfahren und Partnerschaften aktiv auf einen klimafreundlichen Konsum hinwirken.

Wo liegen die größten Potenziale?

Relevante Einsparpotenziale liegen in:

  • Der Stärkung von Kreislaufwirtschaft und Zero-Waste-Ansätzen sowie der Reduzierung von Einwegprodukten und Verpackungsmüll
  • Der Unterstützung klimafreundlicher Gewerbe und Tourismusangebote
  • Der Förderung regionaler und klimafreundlicher Ernährung
  • Der Einbindung und Sensibilisierung von Bewohner*innen und Besucher*innen

Was passiert bereits?

In Xhain werden bereits zahlreiche Maßnahmen im Bereich Konsum und Gesellschaft umgesetzt, wie die folgenden Projekte exemplarisch zeigen. Darüber hinaus wurden im bezirklichen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept weitere Schlüsselmaßnahmen entwickelt, die es nun umzusetzen gilt. Das kann nur gemeinsam gelingen – Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, sind hier zu finden: von Förderprogrammen über Beratungsangebote bis hin zu Möglichkeiten der Vernetzung.

Unverpackt einkaufen

Zero-Waste Strukturen stärken

Seit einigen Jahren fördert die Bezirksverwaltung gezielt den Aufbau und die Weiterentwicklung von Zero-Waste Strukturen, beispielsweise durch Projekte im Bereich Mehrwegsysteme in der Gastronomie. Im Jahr 2019 wurde ein Zero-Waste Konzept entwickelt, das sich derzeit in der Umsetzungsphase befindet.

Logo des Lebensmittelpunktenetzwerkes Friedrichshain-Kreuzberg

LebensMittelPunkte unterstützen

LebensMittelPunkte (LMP) sind Orte der gemeinwohlorientierten, nachhaltigen Ernährung. Sie fördern lokale Versorgung, solidarisches Wirtschaften und Bildung rund um das Thema Ernährung. Ihre Entstehung wurde unter anderem im Rahmen eines Forschungsprojekts begleitet – die Bezirksverwaltung unterstützt ihre Weiterentwicklung im Kontext der Klimaschutzmaßnahmen weiterhin aktiv.

Logo des Projektes fair kiez

Nachhaltige Tourismusmöglichkeiten entwickeln

Auch der Tourismussektor wird zunehmend auf Klimaschutz ausgerichtet. Mit Projekten wie Fair-Kiez und einem Konzept für nachhaltigen, stadtverträglichen Tourismus verfolgt der Bezirk das Ziel, Besuchs- und Freizeitverhalten klimafreundlich zu gestalten und dabei auch die Lebensqualität für Anwohnende zu erhöhen.

Postkartencover der Umweltbildungskoordinierungsstelle

Bildungs- und Sensibilisierungsangebote koordinieren

Klimafreundliche Ernährung, nachhaltige Konsummuster und Umweltbewusstsein werden in vielen Kiezen durch engagierte zivilgesellschaftliche Initiativen gefördert. Die Verwaltung unterstützt diese Aktivitäten unter anderem durch die Koordination der Umweltbildung über die Umweltbildungskoordinierungsstelle..