Energie & Gebäude

Xhain ist als Innenstadtbezirk geprägt von einer dichten Bebauung und einer hohen Einwohner*innendichte. Dabei befinden sich im Bezirk überwiegend Mehrfamilienhäuser – oft wurden diese vor 1900 gebaut. Die dichte Bebauung führt zu einem hohen Versiegelungsgrad, geringerer Durchlüftung und einem Aufheizen der Kieze (siehe Klimaanpassung Stadtplanung). Zudem entsteht ein Großteil des gesamten Energieverbrauchs in unserem Bezirk in den Gebäuden – sowohl in privaten Wohnhäusern als auch in gewerblich genutzten Gebäuden. Dieser Energieverbrauch führt zu relevanten Treibhausgasemissionen – insbesondere, wenn der Energiebedarf durch fossile Energieträger, wie z.B. Gas, gedeckt wird.

Eine sozial gerechte Energiewende bedeutet, dass alle Bewohner*innen im Bezirk Zugang zu bezahlbarer und erneuerbarer Energie haben und an der Umgestaltung des Energiesystems teilhaben können.

Die bezirklichen Gebäude werden gesondert betrachtet, da die Bezirksverwaltung hier unmittelbar Einfluss nehmen kann (siehe Bezirk als Vorbild).

Woher stammen die gebäudebedingten Emissionen?

Bei dem gebäudebedingten Energieverbrauch handelt es sich um Energie für Raumheizung, Warmwasserbereitung und Strom für Beleuchtung und Elektrogeräte sowie im produzierenden Gewerbe für (größere) Maschinen. Die dadurch verursachten Emissionen machen mit 85 % den Großteil der bezirklichen Emissionen aus.

Darüber hinaus führt bereits der Bau von Gebäuden zu einem relevanten Energieverbrauch und damit zusammenhängenden Emissionen. Auch die graue Energie, welche außerhalb der Bezirksgrenzen für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung von Gebäuden anfällt, sollte reduziert werden.

Klimadaten Xhain

Im Jahr 2024 wurden für den Bezirk ein Klimaschutz- und ein Klimaanpassungskonzept politisch beschlossen. Sie zeigen auf, wodurch im Bezirk Treibhausgasemissionen entstehen und wo der Bezirk schon jetzt besonders durch die Folgen des Klimawandels betroffen ist. Einen Einblick in diese Analysen gibt das KlimaDashboard, so zum Beispiel in die Aufteilung des Wärmeverbrauchs der privaten Haushalte auf die Energieträger (der sogenannte Wärmemix). Alle räumlichen Analysen sind außerdem im bezirklichen Geoportal MeinXhain abrufbar. Hier finden sich z.B. die bezirklichen Potenziale erneuerbarer Energien.

Wie kann die Bezirksverwaltung tätig werden?

Die Bezirksverwaltung kann die Energiewende insbesondere durch die Unterstützung kleinräumiger und dezentraler Lösungen voranbringen. Denn die zentrale Energieversorgung liegt vorwiegend auf der Landesebene, so entwickelt der Senat zurzeit die Wärmeplanung für Berlin. Auch die Dekarbonisierung der Fernwärme liegt auf Landesebene.

Hinsichtlich der privaten und gewerblichen Gebäude kann der Bezirk insbesondere im Rahmen seiner Genehmigungs- und Beratungstätigkeiten die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. Letzteres wird durch die knappen personellen Kapazitäten eingeschränkt. Bei noch zu entwickelnden Gebieten bietet die Aufstellung von Bebauungsplänen einen Hebel, um über klimaschutzrelevante Festsetzungen für Investor*innen, wie zum Beispiel die Art und Nutzung der Bebauung, Klimaschutz aktiv in Bauvorhaben zu integrieren. Im dicht besiedelten Friedrichshain-Kreuzberg gibt es aber nicht mehr viele solcher Vorhaben und der Fokus liegt aufgrund der begrenzten Flächen auf dem Bestand.

Wo liegen die größten Potenziale im Bezirk?

In Xhain bestehen vielfältige Potenziale für das Gelingen einer Energiewende, die es auszuschöpfen gilt.

  • Aufgrund der dichten Bebauung eignet sich der gesamte Bezirk zudem gut für den Ausbau von Wärmenetzlösungen (Nah- und Fern). Insbesondere die Nachverdichtung bestehender Fernwärme-Infrastruktur bietet Chancen, fällt jedoch – ebenso wie die erforderliche Dekarbonisierung der dieser – in den Zuständigkeitsbereich der Landesebene.
  • Für das unmittelbare Handeln der Bezirksverwaltung sind daher vor allem lokal verfügbare erneuerbare Energiequellen relevant. Hierzu zählen vorhandene Potenziale aus Geothermie, Abwasser sowie aus Abwärmequellen wie Gewerbebetrieben und U-Bahn-Anlagen.
  • Weiterhin haben Potenzialanalysen z.B. gezeigt, dass mit dem weiteren Ausbau von PV ein der bezirkliche Strombedarf zu bis zu ca. 20% gedeckt werden könnte.
  • Die Ergebnisse der räumlichen Analysen sind auf dem Geoportal MeinXhain einsehbar.
  • Auch die energetische Sanierung des Gebäudebestands stellt einen zentralen Hebel dar, insbesondere in der Kombination mit der Umstellung der Wärmeversorgung auf alternative Versorgungslösungen.

Was passiert bereits?

In Xhain werden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, wie die folgenden Projekte exemplarisch zeigen. Darüber hinaus wurden im bezirklichen Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept weitere Schlüsselmaßnahmen entwickelt, die es nun umzusetzen gilt. Das kann nur gemeinsam gelingen – Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, sind hier zu finden: von Förderprogrammen über Beratungsangebote bis hin zu Möglichkeiten der Vernetzung.

Banner für die Startseite zur sozialen Wärmewende

Die soziale Wärmewende voranbringen

Mit der sozialen Wärmewende will das Bezirksamt sicherstellen, dass allen Bewohner*innen eine Teilhabe an der Wärmewende ermöglicht wird. Deshalb soll Energieeffizienz insbesondere auch dort ermöglicht werden, wo finanzielle Ressourcen knapp sind – und das auf einfache, praktische Weise. Das Bezirksamt hat das Modellprojekt Smarte Thermostate umgesetzt und stellt zukünftig weitere Tipps bereits, die zeigen, wie Bürger*innen Energiekosten sparen können. Hier mehr erfahren.

Verschiedene Schriftstücke liegen auf einem Tisch und werden von mehreren Personen diskutiert

Interne Strukturen für's Klima aufbauen

Im Jahr 2023 wurde ein fachbereichsübergreifendes Klimateam im Stadtentwicklungsamt gegründet, was sich monatlich trifft. Seit April 2024 gibt es zudem eine Klimabeauftragte für das Stadtentwicklungsamt, die bei Fragen rund um Klimaschutz und Klimaanpassung als Ansprechpartnerin im Stadtentwicklungsamt zur Seite steht.

Grafische Darstellung MeinXhain

Klimarelevante Daten bereitstellen

Neben dem bezirklichen Geoportal MeinXhain gibt es nun auch ein digitales 3D-Modell des Bezirks. Das Tool wird genutzt, um geplante Bauvorhaben in 3D zu modellieren und beispielsweise den Schattenwurf der geplanten Gebäude zu simulieren.

Entwurf des Neubaus eines Zentrums für Familie und Bildung am Ostbahnhof

Projekte in der Städtebauförderung klimafit umsetzen

Im Rahmen der Städtebauförderung wurde beispielsweise der klimafreundliche Neubau eines Hauses für Familie und Bildung in Friedrichshain-West finanziert. Dabei handelt es sich um ein Holzgebäude mit einem innovativen Energiekonzept, welches gleichzeitig eine hohe Nutzungsflexibilität mitbringt.

Preis Klimaquartier für den Rathausblock

Quartiere klimafreundlich weiterentwickeln

Das Modellprojekt Rathausblock wurde im März 2025 vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen als „Klimaquartier“ ausgezeichnet. Diese Quartiere zeigen, wie Kommunen den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel erfolgreich in die Städtebauförderung integrieren. Für das Dragonerareal wurde unter anderem ein energetisches Quartierskonzept und Mobilitätskonzept entwickelt.