Neue Ausstellung „Widerstand und Würde – Verbundene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze nach 1945“

Pressemitteilung Nr. 348 vom 06.11.2025

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann informiert:

Das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum zeigt ab dem 14. November 2025 die Ausstellung „Widerstand und Würde – Verbundene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze nach 1945“. Sie ist das Ergebnis der Kooperation der feministischen Organisation RomaniPhen e.V. und des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museums. Die Ausstellung rückt das Wissen und die Erfahrungen von Rom*nja und Sinti*zze in den Mittelpunkt, die seit 1945 bis heute für ein würdiges Leben und Gedenken kämpfen.

  • Freitag, 14. November 2025 bis Sonntag, 10. Mai 2026
  • FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, 2. OG, Adalbertstraße 95A, 10999 Berlin
  • Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 13. November 2025, um 18 Uhr

Die Verfolgung und Entrechtung von Rom*nja und Sinti*zze in Europa begannen lange vor dem Nationalsozialismus (NS) und endeten auch nach 1945 nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb nicht nur eine umfassende Aufarbeitung des NS-Völkermords aus, vielmehr noch erfuhren viele Überlebende statt Anerkennung und Entschädigung eine „Zweite Verfolgung“. In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wurden Akten, Gesetze und Strukturen der Verfolgung jahrzehntelang – zwar nun ohne Vernichtungsabsicht – weitergeführt. Indes blieben Reparationen aus, die Rückgabe von Eigentum und Staatsangehörigkeit wurde verweigert und eine aktive Schuldumkehr betrieben. Eine breite gesellschaftliche Aufarbeitung des benannten Unrechts steht bis heute aus.

Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf verschiedene Kämpfe von Rom*nja und Sinti*zze nach 1945 und zeigt ihre Verwobenheit. Dabei legt sie den Fokus auf die häufig unerwähnten und damit weniger sichtbaren Erzählungen. Das umfasst sowohl Kämpfe um Anerkennung und Erinnerung von Sinti*zze in der DDR, Bleiberechtskämpfe von Rom*nja seit den späten 1980er Jahren als auch die Forderung für eine Anerkennung der europäischen Dimensionen des NS-Völkermords. Zudem beleuchtet die Ausstellung einige feministische Romani Initiativen, die seit den 1990er Jahren Forderungen nach Selbstbestimmung und Repräsentation neu stellen.
Im 80. Jahr nach der Kapitulation des NS-Regimes zeigt die Ausstellung den beharrlichen, vielfältigen und doch verbundenen Widerstand einer politischen Bewegung, die bis heute für Anerkennung und Gerechtigkeit kämpft.

Die Ausstellung von RomaniPhen e.V. und FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum entstand in Zusammenarbeit mit dem Roma Center e.V./Roma Antidiscrimination Network und dem Verein für die Geschichte Friedrichshain-Kreuzbergs e.V.

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