Konzept zum nachhaltigen Wirtschaftsverkehr
Pressemitteilung Nr. 277 vom 05.09.2025
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will neue Wege beim Wirtschaftsverkehr gehen und legt ein Konzept des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) vor. Ziel ist es, den Wirtschaftsverkehr nachhaltiger, effizienter und lebensverträglicher zu gestalten sowie klimaschädliche Emissionen zu reduzieren.
Lieferverkehr, Handwerksfahrzeuge, Pflegedienste – im Schnitt sind gut ein Drittel des städtischen Verkehrs dem Wirtschaftsverkehr zuzuordnen. In stark verdichteten Gebieten ist der Anteil noch höher und es steht nur wenig öffentlicher Raum zur Verfügung: Obwohl der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit 20,34 Quadratkilometern nur 2,76 Prozent der Siedlungsfläche Berlins einnimmt, entfallen rund 7 Prozent des gesamten Berliner Wirtschaftsverkehrs auf das Gebiet. Täglich werden allein in Kreuzberg etwa 16.000 Pakete zugestellt – mit 200 Liefertouren pro Tag.
Das vom Difu ausgearbeitete Konzept zur Reduzierung des Wirtschaftsverkehrs in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg untersucht, wie Wirtschaftsverkehr im Bezirk angesichts eines steigenden Verkehrsaufkommens nachhaltiger und effizienter gestaltet werden kann. Dabei spielen Konzepte zur Bündelung von Lieferverkehren, der verstärkte Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge und innovative Logistikansätze eine zentrale Rolle. Das Konzept zeigt, dass die Anzahl der Fahrten durch eine Bündelung von Lieferverkehren um 20 – 40 Prozent reduziert werden kann.
Eine der untersuchten Schlüsselmaßnahmen ist die Einrichtung eines städtischen Umschlagplatzes (Urban Consolidation Center, UCC) in Berlin. An solchen Umschlagplätzen werden Waren von größeren auf kleinere und insbesondere emissionsarme/-freie Fahrzeuge umgeladen. Auf diesem Weg kann sowohl die Anzahl der Fahrten als auch die Verkehrsbelastung durch große Lieferwagen reduziert und damit die Logistik auf der letzten und vorletzten Meile effizienter und klimaschonender gestaltet werden.
Die Maßnahmen erzeugen besonders große Wirkung, wenn sie in eine Gesamtstrategie integriert sind. Hierfür bedarf es einer Zusammenarbeit mit den Senatsverwaltungen und Unternehmen. Friedrichshain-Kreuzberg will hierbei eine Vorreiterrolle einnehmen.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Es profitieren alle Friedrichshain-Kreuzberger*innen davon, wenn wir den Wirtschaftsverkehr effizienter und klimafreundlicher gestalten. Wir gehen im Bezirk mit innovativen und kreativen Ideen voran und wollen als nächste Schritte gemeinsam mit Partner*innen konkrete Maßnahmen umsetzen. Dafür schauen wir auch auf Best-Practice-Beispiele aus anderen Städten und entwickeln langfristige Lösungen für eine nachhaltige Verkehrswende auch für den Wirtschaftsverkehr.”
Die Erstellung des Konzeptes zur Reduzierung des Wirtschaftsverkehrs in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg ist von der bezirklichen Wirtschaftsförderung initiiert und durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe finanziert worden.
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