Neue FEIN-Pilotprojekte für soziale Teilhabe und Nachbarschaftsarbeit

Pressemitteilung Nr. 65 vom 06.03.2025

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg fördert in diesem Jahr drei Pilotprojekte mit dem Programm Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften (FEIN) in Friedrichshain-Kreuzberg.

Bezirksbürgermeistern Clara Herrmann: „Ich danke den zahlreichen Gruppen und Initiativen, die sich mit großem Engagement in ihren Kiezen für sozialen Zusammenhalt und ein noch lebenswerteres Umfeld einsetzen. Diese drei Projekte zeigen eindrucksvoll, wie soziale Teilhabe, Inklusion und nachhaltige Stadtentwicklung Hand in Hand gehen können.“

Der Verein bisous e.V. setzt mit seinem Projekt „Herzraum“ im Wrangelkiez ein starkes Zeichen für Solidarität und soziale Unterstützung. Seit Anfang 2024 bietet das wöchentliche Dienstags-Bistro einen geschützten Raum für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Neben frisch zubereiteten Mahlzeiten und regelmäßigen Besuchen einer Friseurin, die den Gästen kostenfrei die Haare schneidet, werden auch neue Kleidungsstücke sowie soziale Beratung angeboten. Mit einem engagierten Team von Ehrenamtlichen unterstützt der Verein insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund und plant, das Hilfsangebot in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Das Projekt legt großen Wert auf Inklusion und schafft bewusst Raum, um Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten aktiv in ihre Arbeit einzubinden.

Mit dem „Peer-to-Peer-Projekt“ wird ein innovativer Ansatz in der Suchthilfe verfolgt. Hier entwickeln (ehemals) suchterkrankte Ehrenamtliche mit Fluchterfahrung bzw. eigener Migrationsgeschichte leicht zugängliche, niedrigschwellige Begleitmaterialien, Sprachführer und Piktogramme für Substitutions- und allgemeinärztliche Praxen und unterstützen andere Suchterkrankte bei Arztgesprächen. Sie begleiten Betroffene und ermöglichen so einen niedrigschwelligen Zugang zum Versorgungssystem. Besonders wichtig ist dabei die sprachliche und kulturelle Nähe der Peers zu den Klient*innen und die persönliche Unterstützung, wodurch die Hilfe gezielter und effektiver wird. Das Projekt stärkt nicht nur die interkulturelle Öffnung der Suchthilfe und schafft eine gezielte Ansprache der Betroffenen, sondern bietet auch eine gezielte Unterstützung bei der Navigation in dem häufig sehr komplexen Hilfssystem. Das Projekt stärkt auch das ehrenamtliche Engagement und damit die Selbstwirksamkeit der Menschen, die sich als Peers engagieren.

Das Projekt „Piazza Popolo Satellit” bringt Kunst, Kochen und nachhaltige Nachbarschaftsarbeit zusammen. In der Weinstraße 11 im Barnimkiez werden in einem dreijährigen Prozess vielfältige Kultur- und Bildungsinitiativen etabliert. Von Möbelbau-Workshops über interkulturelles Kochen bis hin zu Konzerten und Stadtteilveranstaltungen verbindet das Projekt ökologische Nachhaltigkeit mit künstlerischer Quartiersarbeit. Die Vernetzung von Menschen mit und ohne Fluchterfahrung schafft neue Wertschöpfungsketten und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch kreative und gemeinschaftliche Prozesse.

Im Programm werden Jährlich bis zu 30.000 Euro an Projekte vergeben. Die Mittel für das FEIN-Programm stellt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zur Verfügung.

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