Hausherr Bernhardt Kreß, Pastoralreferent der St. Marien-Liebfrauen-Kirche, und Diplom-Sozialarbeiterin Steffi Scheinemann unterstützen den bisous e.V. nach Kräften. In ihrer Kirchengemeinde wird seit Jahrzehnten aktive Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen praktiziert. An mehreren Tagen der Woche kochen auch die Ordensschwestern der Gemeinde für Menschen, die sich sonst kein Essen leisten könnten. Die Nonnen gehören dem Orden von Mutter Teresa an. „In der Nacht bieten wir hier im Pfarrsaal eine Notunterkunft an. Dann bauen wir Betten auf, die gut angenommen werden.“ Bis zu 35 Personen können dort übernachten. So unterstützt die Gemeinde den Herzraum Kreuzberg sowohl finanziell als auch mit der Bereitstellung des Saals für das Dienstags-Bistro und das FLINTA*-Frühstück. „Und auch in allen anderen aufkommenden Fragen ist die Gemeinde für uns und unsere Gäste da“, bestätigt Marian Schmidt.
Die ehrenamtlichen Helfer*innen verteilen das Essen, kümmern sich um die Tische, reinigen das Geschirr und sorgen vor allem für gute Stimmung. Rentner Waldemar aus Charlottenburg ist einer von ihnen: Mit einem strahlenden Lächeln bewegt er sich zwischen Geschirrspüler und Herd, als gäbe es nichts Schöneres, als in diesem Moment hier zu sein. „Früher habe ich in Papua-Neuguinea für die katholische Kirche gearbeitet. Seit 2008 bin ich wieder in Berlin. Rumsitzen und Gammeln war für mich im Ruhestand keine Option – deshalb bin ich hier.“ Auch Frieder, der von Anfang an dabei ist und bereits seit 2011 die Kirchengemeinde ehrenamtlich unterstützt, fühlt sich wohl: „Wir helfen und haben Spaß dabei – wir sind eine tolle Gemeinschaft!“ Das freut Marian Schmidt: „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe mit rund 30 Helfer*innen, der harte Kern besteht aus zehn Freiwilligen. Wenn Not am Mann (oder an der Frau) ist, springt immer jemand ein – wir können uns aufeinander verlassen!“
Verlassen können sich auch die Gäste auf das engagierte Team. Denn neben dem Essen bieten sie Beratung und Unterstützung bei unterschiedlichen Fragen an. „Oft geht es um Schlafplätze und soziale Beratung. Wir binden unsere Gäste auch gern in Tätigkeiten ein – je nachdem, welche Erfahrungen sie mitbringen.“ Das Hilfsangebot beinhaltet außerdem eine kleine Kleiderkammer sowie die Ausgabe von Wasch- und Kosmetikartikeln wie Deodorant oder Einlegesohlen für kalte Tage.