Bei ihren eigenen Lesevorlieben liegen die drei nicht unbedingt auf einer Linie. Frau Derbi würde gern „Água Viva“ von Clarice Lispector noch einmal zum ersten Mal lesen. Das kurze, ungewöhnliche Buch sei für sie eine Reise durch das Sein, fast wie ein sogenannter „Stream of Consciousness“ [Anm. d. red.: ein Schreibstil]. Sie würde gern noch einmal erleben, wie es ist, sich zum ersten Mal auf diesen Text einzulassen.
Müberra Sekreter empfiehlt „The Creative Act: A Way of Being“, ein Sachbuch über Künstler*innen und den kreativen Prozess von Rick Rubins. Da sie selbst gern zeichnet und schreibt, fühlte sie sich von den Gedanken des Buches verstanden. Sie las es in einer Phase, in der sie selbst kreativ feststeckte, und war von der Lektüre so berührt, dass sie beim Lesen weinen musste.
Lisa Gerlach greift gern zu Büchern von Stefan Zweig. Besonders empfehlen würde sie seine Novelle „Unvermutete Bekanntschaft mit einem Handwerk“. Sie schätzt, wie Zweig Menschen beobachtet und mit Perspektivwechseln arbeitet.
Die drei lesen also sehr unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen, dass Bücher für sie nicht mit dem Ende der Ausbildung oder dem Feierabend aus dem Alltag verschwinden. Und dass sie als künftige FaMIs nicht nur Medien verwalten, sondern Menschen dabei helfen wollen, etwas Passendes zu finden.