Zwischen einer ersten Idee und der Umsetzung liegen oft Monate oder sogar Jahre. Konzepte werden abgestimmt, Pläne überarbeitet und unterschiedliche Interessen zusammengebracht. Für die Anne Mehl gehört genau das dazu. „Man braucht Geduld“, sagt sie. „Aber wenn ein Projekt umgesetzt wird, ist das ein richtig schönes Gefühl.“
Besonders eindrucksvoll sind für sie die Momente, in denen Menschen einen Ort ganz selbstverständlich anders nutzen als zuvor. Wenn Kinder auf einer autofreien Straße plötzlich mit Kreide malen. Wenn Nachbarinnen und Nachbarn Stühle nach draußen stellen. „Dann merkt man, welches Potenzial eigentlich in diesen Räumen steckt.“
Ein konkretes Beispiel dafür sind die Straßenmarkierungen vor acht Schulstandorten im Bezirk. Da die Piktogramme „Tempo 30“ und „Achtung Kinder“ dort abgefahren und nur noch schwer erkennbar waren, wurden sie zugunsten der Schulwegsicherheit erneuert. Sie machen Autofahrende auf die Schulstandorte aufmerksam, unterstützen sichere Querungen und weisen auf die dort geltende Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h hin. Die Markierungen wurden in der Schönebergerstraße, Alexandrinenstraße, Boppstraße, Friedrichstraße, Hagelberger Straße, Manteuffelstraße, am Mariannenplatz und in der Puttkamerstraße erneuert.
Solche Augenblicke zeigen ihr immer wieder, dass Stadtplanung weit mehr ist als Pläne oder Bauzeichnungen. Sie verändert den Alltag der Menschen – manchmal schon durch kleine Veränderungen. Für Anne Mehl entstehen gute Lösungen im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, anderen Fachbereichen und den Menschen, die den öffentlichen Raum täglich nutzen.