Gartenstraße am Rudolfplatz

Zwischen dem 19. und 28. August wird das Kiezlabor in der Danneckerstraße zu Gast sein. Was ist für die Straßenabschnitte um den Rudolfplatz geplant? Was braucht es für klimaangepasste öffentliche Räume? Diese und weitere Fragen werden dort mit einem vielfältigen Programm und einer kleinen Ausstellung adressiert. Weitere Infos gibt es auf der Webseite des Kiezlabors.

Ausgangslage

Zwischen 2015 und 2019 wurden Grünanlage und Spielplatz auf dem Rudolfplatz neugestaltet. Im Rahmen der Planungen fanden über die Jahre verschiedene Beteiligungsformalte statt, deren Ergebnisse in diese Neugestaltung eingeflossen sind. Am Rande der Beteiligungen wurde auch immer wieder auf mögliche Anpassungen der anliegenden Straßen verwiesen. Ein häufig wiederkehrender Wunsch war es, den Verkehr zu beruhigen.

Ab 2019 waren die anliegenden Straßen Danneckerstraße und Rudolfstraße Teil des Forschungsprojekts BlueGreenStreets – Multifunktionale Straßenraumgestaltung urbaner Quartiere. Im Rahmen des Projekts wurde eine Planung entwickelt, um die Straßen als Klimastraßen zu qualifizieren. Im Jahr 2020 wurde die Danneckerstraße teileingezogen und ist seitdem eine Fußgängerzone. Es wurden Pflanzkübel mit Bäumen aufgestellt, die seitdem durch engagierte Anwohner*innen gepflegt wurden.

Anfang 2024 wurden Fördermittel im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) bewilligt. Das Projekt soll bis Ende 2027 umgesetzt werden und stellt das erste große Schwammstadtprojekt Berlins im Straßenbestand dar.

Projektziele

Ziel ist die Versickerung und Verdunstung des Regenwassers vor Ort. Das Projektgebiet liegt in einem besonders hitzebelasteten Bereich. Zum einen soll die Bepflanzung zur Verschattung und Verdunstung beitragen und so die Hitzebelastung reduzieren und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessern.

Zum anderen sollen durch die Abkopplung der Flächen von der Mischwasserkanalisation die Berliner Gewässer entlastet und das Überflutungsrisiko vermindert werden. Die Rudolf- und Danneckerstraße weisen im Bestand einen Versiegelungsgrad von ca. 90 % auf und liegen im Einzugsbereich der Mischkanalisation. Das bedeutet, dass Regenwasser und Schmutzwasser in demselben Kanalsystem abgeleitet werden. Bei Starkregen ist das Kanalsystem oft überlastet, sodass Regen- und Schmutzwasser im Bezirk – je nach Einzugsbereich – in die Spree oder den Landwehrkanal überläuft. Das verschlechtert die Gewässerqualität und führt unter anderem zu Fischsterben. Ein Schwerpunkt des Projekts ist es daher, Regenwasser nicht in den Kanal abzuleiten, sondern vor Ort zu versickern.

Um die zwei gesetzten Ziele zu erreichen, müssen große Teile der Straße entsiegelt und bepflanzt werden. Wenn es die Leitungsbestände zulassen, sollen auch neue Bäume gepflanzt werden. In anderen europäischen Städten werden bereits ähnliche Projekte als so genannte Gartenstraßen umgesetzt, wie z.B. in Paris oder in Antwerpen.

Nächste Schritte

Für die Planungen erfolgen umfangreiche Abstimmungen unter anderem mit dem Denkmalschutz, der Wasserbehörde, den Berliner Wasserbetrieben sowie den Anliegern. Auch die Träger öffentlicher Belange, wie Berliner Stadtreinigung sowie Polizei und Feuerwehr, werden in die Planungen einbezogen. Die Planungen für die Danneckerstraße und die Straße Am Rudolfplatz werden gerade abgeschlossen. Dabei wird auch geprüft, ob das Regenwasser vom Dach der Zwingli-Kirche zu den Entsiegelungsflächen im Straßenraum geleitet werden kann, um dort zu versickern.

Der Umbau dieser zwei Straßenabschnitte muss bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Aufgrund des engen Zeitplans zur Verausgabung der Fördermittel ist kein großes Beteiligungsverfahren vorgesehen.

Beteiligungsmöglichkeiten

Die Rudolfstraße wird erst in einem zweiten Bauabschnitt umgebaut. Daher sind die Pläne hier noch nicht so weit. Der Umbau der Rudolfstraße wird frühestens 2029 erfolgen, da vorher eine Baumaßnahme der Berliner Wasserbetriebe umgesetzt wird. Vom 19.-28. August 2026 können Interessierte sich beim Kiezlabor einbringen und ihre Hinweise zur Gestaltung der Aufenthaltsflächen geben. Das Bezirksamt ist zudem an drei Terminen für Fragen und Austausch zum Projekt vor Ort. Die Sprechstunden finden an folgenden Terminen statt:
  • Freitag, 21.8., 10-11.30 Uhr
  • Dienstag, 25.8., 15.30-17 Uhr
  • Freitag, 28.8., 16-17.30 Uhr

Grundlagen

Das Projekt ist ein Vorhaben der Klimaanpassung im Straßenland. Die Planung bezieht sich auf den Stadtentwicklungsplan Klima 2.0, das Klimaanpassungskonzept Xhain und verschiedene Beschlüsse des Bezirksamts.

Downloads

  • Planungsstand (August 2026) der drei Straßenabschnitte

    PDF-Dokument (9.0 MB) - Stand: 13.08.2026
    Dokument: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg