Dass Alexander Matthes einmal Stadtplaner werden würde, war ursprünglich gar nicht geplant. Anfang der 1990er-Jahre zog er für sein Studium nach Berlin. Eigentlich wollte er Landschaftsplanung studieren. Weil der Numerus clausus zu hoch war, empfahl ihm ein Bekannter den Studiengang Stadtplanung – das Institut liege schließlich nur einen Straßenblock entfernt.
Aus dem vermeintlichen Umweg wurde sein Traumberuf. „Ich wollte eigentlich nach dem ersten Semester wieder wechseln“, erzählt er. Doch schon nach wenigen Monaten stand für ihn fest: „Das ist genau mein Fach.“ Schon damals faszinierte ihn weniger die Planung neuer Stadtteile auf der grünen Wiese. Viel spannender fand er bestehende Quartiere – Orte mit Geschichte, gewachsenen Strukturen und Menschen, die dort leben.
„Mich interessiert vor allem die Frage, was Menschen in einem Quartier wirklich brauchen und wie man Bestehendes sinnvoll weiterentwickeln kann.“ Diese Haltung begleitet ihn bis heute. Nach Stationen in einem Stadtplanungsbüro, einer Stadterneuerungsgesellschaft und einer Stadtverwaltung wechselte er 2017 nach Friedrichshain-Kreuzberg. Ausschlaggebend war die Stellenausschreibung für das Dragonerareal. „Die Aufgabenbeschreibung klang unglaublich spannend. Ich habe mich beworben – und glücklicherweise hat es geklappt.“
Zwischen Geschichte und Zukunft – Wie Alexander Matthes das Dragonerareal und das Modellprojekt Rathausblock mitgestaltet
Seit fast zehn Jahren ist Alexander Matthes an der Planung und Entwicklung des Dragonerareals beteiligt.
Bild: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg/Elisa Ruben
Zwischen historischen Backsteinfassaden wachsen Wildblumen aus den Fugen des Kopfsteinpflasters. Wo einst Dragoner, Soldaten der berittenen Infanterie, ihre Pferde unterbrachten und später Autos repariert wurden, entsteht in den kommenden Jahren eines der spannendsten Stadtentwicklungsprojekte Berlins. Wer heute über das Dragonerareal läuft, sieht vor allem alte Gebäude, freie Flächen und Baustellen. Alexander Matthes sieht etwas anderes.
Er sieht Spielplätze, Werkstätten, Kultur, neue Nachbarschaften und Menschen, die sich begegnen. Seit 2017 begleitet er als Sachbearbeiter für Infrastruktur und Städtebauförderung im Fachbereich Stadtplanung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg die Entwicklung des Dragonerareals. Für ihn ist es weit mehr als ein Bauprojekt – es ist die Chance, gemeinsam mit vielen Beteiligten ein Quartier für die Zukunft zu gestalten.