Gezielte Neupflanzungen und das Einbringen von Ästen der vor Ort entnommenen Pappeln und Weiden ließen dort vielfältige Biotope entstehen.
Die vom Ufer aus ins Wasser eingebrachten Äste und Stämme – sogenannte Biotopbäume – tragen dazu bei, die natürliche Dynamik des Gewässers zu fördern und die Strukturvielfalt zu erhöhen. Damit entstehen neue Lebensräume für zahlreiche Tierarten. „Fische etwa nutzen die versunkenen Äste als Laichplätze und Rückzugsorte, während ein Eisvogel sie gern als Aussichtswarte gebraucht. Muscheln siedeln sich an den Hölzern an, und zahlreiche Kleinstlebewesen finden dort Nahrung und Schutz.“ Auch die Pflanzen, die sich am Ufer ausbreiten konnten, da die Bereiche durch die Biotopbäume aus der menschlichen Nutzung genommen und so vor Störungen geschützt sind, bieten wertvolle Rückzugsmöglichkeiten für Insekten, Vögel und Amphibien.
Besonders profitieren die Wasservögel wie die Teichralle, Zwerg- und Haubentaucher, das Blässhuhn, die Reiherente, Sturm- und Lachmöwen, Höckerschwan, Graureiher, Komoran und der Eisvogel, der hier Futter für seinen Nachwuchs sucht. Sie finden durch das entstehende Röhricht ein breites Angebot an natürlicher Nahrung – von Pflanzenteilen bis hin zu Kleintieren. Dies ist für ihre gesunde Entwicklung entscheidend.
Denn: „Vögel benötigen eine abwechslungsreiche Mischkost“, weiß Rangerin Janni Kretschmer: „Das häufige Füttern mit Brot durch Besucher*innen führt dazu, dass die Tiere die Scheu vor den Menschen verlieren, was sie gefährdet und Konfliktpotential birgt. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie die naturgemäße Nahrungssuche verlernen und unsere hochverarbeiteten Lebensmittel die Gesundheit der Vögel gefährden. Wir bitten deshalb immer wieder Besucher*innen, die Tiere nicht zu füttern. Außerdem werden so noch mehr Nährstoffe in die Gewässer eingebracht, was das Algenwachstum und eine Eutrophierung begünstigt“. Tatsächlich ist das Füttern von Wasservögeln mit Brot eine Ordnungswidrigkeit, die geahndet und bebußt werden kann. Die neuen Maßnahmen unterstützen somit die Selbstständigkeit der Tiere und tragen dazu bei, ihre natürlichen Verhaltensweisen zu bewahren.