Kotti räumt auf – Drei Aktions-Tage für mehr Sauberkeit und ein gepflegtes Friedrichshain-Kreuzberg

Mit Reinigungsaktionen - wie hier beim Clean Up am Lanwehrkanal - verfolgten zahlreiche Akteur*innen ein gemeinsames Ziel: mehr Sauberkeit, Hygiene und Lebensqualität im öffentlichen Raum

Mit Reinigungsaktionen - wie hier beim Clean Up am Lanwehrkanal - verfolgten zahlreiche Akteur*innen ein gemeinsames Ziel: mehr Sauberkeit, Hygiene und Lebensqualität im öffentlichen Raum

Vom 11. bis 13. September verwandelte sich das Umfeld rund um das Kottbusser Tor in einen Ort der Zusammenarbeit und des Engagements. Unter dem Motto „Kotti räumt auf“ beteiligten sich zahlreiche Anwohner*innen, Initiativen, Fachämter, Vertreter*innen der Wirtschaft und Verwaltung an vielfältigen Aktivitäten, die ein gemeinsames Ziel verfolgten: mehr Sauberkeit, Hygiene und Lebensqualität im öffentlichen Raum. Mit Reinigungsaktionen, Informationsangeboten, Entsorgungsmöglichkeiten für Sperrmüll und Haushaltsgegenstände sowie kreativen Mitmachformaten und Upcycling setzten das Bezirksamt und die Nachbarschaft ein sichtbares Zeichen gegen Vermüllung.

Das Kottbusser Tor gilt seit langem als eines der pulsierenden Zentren Friedrichshain-Kreuzbergs – ein Ort der Vielfalt, geprägt von unterschiedlichen Kulturen, Begegnungen und urbanem Leben. Doch genau diese Lebendigkeit bringt auch Herausforderungen mit sich. Vor allem das Müllproblem und die damit verbundene Beeinträchtigung von Hygiene und Lebensqualität stellen Anwohnende sowie die Stadtgesellschaft vor große Aufgaben.

Um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, begann der Prozess bereits im Sommer 2025. Im Juli traf sich eine erste Gruppe von rund 20 Akteur*innen, um die tieferliegenden Ursachen der Müllsituation zu beleuchten. Ergebnis dieser Diskussionen war eine visuelle Karte, die die vielschichtigen Zusammenhänge sichtbar machte und zugleich als Grundlage für die nächsten Schritte diente. Sie wurde im August in einer Ideenwerkstatt erweitert, an der sich rund 50 Teilnehmende beteiligten. Gemeinsam wurden dort konkrete Maßnahmen und Interventionen erarbeitet.

Mit zwei großen Müllpressen, Elektro- und Kleidungs-Recycling-Containern und einem Tauschzelt bot die BSR viel Volumen zum Entsorgen

Mit zwei großen Müllpressen, Elektro- und Kleidungs-Recycling-Containern sowie einem Tauschzelt bot die BSR viel Volumen zum Entsorgen

Clean-Ups, künstlerische Formate und Workshops

Während der Aktionstage im September fand nun die erste praktische Umsetzung dieser Ideen statt. Clean-Ups, künstlerische Formate und Workshops machten deutlich, wie Gemeinschaftsarbeit sowohl Veränderungen im Stadtbild anstoßen als auch den sozialen Zusammenhalt vor Ort stärken kann. Das Projekt „Kotti räumt auf“ zeigte so, dass gemeinsames Engagement nicht nur die Sauberkeit, sondern auch das Miteinander am Kottbusser Tor nachhaltig fördern kann.

Am Donnerstag, den 11. September, war es endlich soweit: Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann eröffnete im Wendehammer der Dresdener Straße die Aktionstage mit einem Grußwort an alle Beteiligten. Neben ihr machten auch Malte Bädelt, Mitglied des Vorstandes der Gewobag, Nadine Gerks, Leiterin Public Affairs der BSR, Wolfgang Moser, Mitglied des Mieterrates Neues Kreuzberger Zentrum, Benjamin Bongardt, Referatsleiter der Senatsumweltverwaltung, sowie Muhammed Furkan Bayram von der Mevlana-Moschee in ihren Redebeiträgen deutlich, wie wichtig ihr Engagement gegen die Vermüllung des öffentlichen Raums ist. Gemeinsam setzten sie damit ein starkes Zeichen für Sauberkeit und Zusammenhalt.

Das Bottleneck Project zeigte, wie alte Glasflaschen unkompliziert zu stilvollen Trinkgläsern oder Kerzenhaltern verwandelt werden können

Das Bottleneck Project zeigte, wie alte Glasflaschen unkompliziert zu stilvollen Trinkgläsern oder Kerzenhaltern verwandelt werden können

"Batman Elektronik" gab Soforthilfe für defekte Elektrogeräte

Die BSR Berliner Stadtreinigung war mit zwei Müllpressen, Elektro- und Kleidungs-Recycling-Containern direkt vor dem Babylon-Kino vor Ort. Besonders beliebt war das Tausch- und Mitnehmzelt, in dem Dinge präsentiert wurden, die zu wertvoll für den Müll waren. Fahrräder für Erwachsene und Kinder, Spielzeug, Möbelstücke oder auch Schmuck wechselten hier ganz unkompliziert die Besitzer*innen.

Für kreative Impulse sorgte das Bottleneck Project, das alte Glasflaschen in stilvolle Trinkgläser oder Kerzenhalter verwandelte und Besucher*innen zeigte, wie durch einfache Techniken aus vermeintlichem Abfall etwas Neues entstehen kann. Unterstützung für kaputte Kleidung bot der A-GAIN GUIDE, wo mit einer elektrischen Nähmaschine Kleidungsstücke schnell repariert und somit wieder verwendbar gemacht wurden. Auch für defekte Elektrogeräte gab es Soforthilfe: Batman Elektronik hauchte Radios, Laptops oder Handys neues Leben ein.

Das Haus der Materialisierung organisierte spannende Zero-Waste-Workshops, an denen auch zahlreiche Kinder begeistert teilnahmen. Die Sozialhelden boten mit ihrer mobilen Mitmach-Pfandstation die Möglichkeit, Pfandflaschen aller Größen abzugeben und dabei gleichzeitig soziale Projekte zu unterstützen. Viele Mitwirkende nutzten zudem den Popup-Stand von „Kotti räumt auf“, um konkrete Ideen für einen sauberen und lebenswerten Kiez einzubringen.

Reinigungsaktionen im gesamten Kiez, ein kreativer Repair-Parcours, sowie Angebote zur Pflege und Instandhaltung von Alltagsgegenständen runden die Aktionstage ab.

Am Lastenrad der Initiative "Alles im Fluss" starteten die Cleans Ups mit Eimer und Greifarm mit dem Fokus auf Kronkorken und Zigarettenkippen

Am Lastenrad der Initiative "Alles im Fluss" starteten die Cleans Ups mit Eimer und Greifarm mit dem Fokus auf Kronkorken und Zigarettenkippen

Gemeinschaftliches Müllsammeln und Clean Ups mit der Initiative "Alles im Fluss"

Auch das Thema gemeinschaftliches Müllsammeln nahm einen wichtigen Platz ein. Am Lastenrad von wirBerlin startete die Initiative „Alles im Fluss ein Clean-Up zwischen Kotti und Admiralsbrücke, bei dem vor allem Kronkorken und Zigarettenkippen eingesammelt wurden.

Später lud KajakBerlin Tours zu einer besonderen Müllsammelaktion auf dem Landwehrkanal ein: Ausgestattet mit Greifarmen, Magneten und Netzen befreiten die Helfer*innen das Wasser vom Urbanhafen bis zur Hobrechtbrücke von allerlei Unrat – darunter Flaschen, Tetrapaks, einzelne Sport- und Badeschuhe, Kleidungsstücke und sogar eine Kulturtasche mit Medikamenten.

Mit prall gefüllten Mülltüten kamen die engagierten Sammler*innen nach zwei Stunden wieder im Urbanhafen an. Auch Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann stieg ins Boot und fischte gemeinsam mit Anwohner*innen und einer Gruppe Mitarbeiter*innen der Deutschen Bahn Verpackungsmüll und anderen Unrat aus dem Wasser.

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann stieg ins Boot und fischte gemeinsam mit Anwohner*innen und einer Gruppe Mitarbeiter*innen der Deutschen Bahn Verpackungsmüll und anderen Unrat aus dem Wasser

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann stieg ins Boot und fischte gemeinsam mit Anwohner*innen und einer Gruppe Mitarbeiter*innen der Deutschen Bahn Verpackungsmüll und anderen Unrat aus dem Wasser

Exklusive Führungen am U-Bahnhof Kottbusser Tor durch die BVG

Zum Abschluss des Tages bot die BVG eine exklusive Führung am U-Bahnhof Kottbusser Tor an. Drei Mitarbeiter*innen führten die Teilnehmer*innen an normalerweise verborgene Orte, zeigten Teile des Sicherheitssystems und berichteten spannende Geschichten aus der Vergangenheit des Bahnhofs. Gleichzeitig gaben sie einen Ausblick auf anstehende Umgestaltungs-maßnahmen. Damit wurde deutlich, dass die Aktionstage nicht nur für Sauberkeit sorgten, sondern auch neue Perspektiven auf den Kiez eröffneten.

Auch am Freitag ging es dem Umfeld am Kottbusser Tor in Sachen Sauberkeit erneut an den Kragen:

Eine Gruppe Freiwilliger traf sich vor dem Drogeriemarkt am Kotti, um gemeinsam mit der Initiative „Alles im Fluss“ zwischen den Kottbusser Tor und dem Wassertorplatz einen Kiez-Putz zu veranstalten. Anschließend konnten alle Teilnehmenden das Yesil Cember Umwelt- und Gesundheitsfest am Wassertorplatz auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule besuchen.

Zahlreiche Besucher*innen auf dem Yesil Cember Umwelt- und Gesundheitsfest

Zahlreiche Besucher*innen auf dem Yesil Cember Umwelt- und Gesundheitsfest

Ein buntes Programm auf dem Yesil Cember Umwelt- und Gesundheitsfest

Ein buntes Programm mit Essen & Trinken, Musik, Kinderaktionen, Recycling-Rallye, mobilem Bürgeramt, Tausch- & Schenkmarkt, vielen Infoständen und DIY-Workshops erfreute Kinder und Erwachsene.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann, Laila Atrache vom Quartiersmanagement Zentrum Kreuzberg und Lars Viehmeyer, Quartiersmanagement Wassertorplatz sowie die Yesil Cember-Projektmanagerin Eslem begrüßten alle Besucher*innen sehr herzlich und dankten der Jugendverkehrsschule dafür, dass sie diesen Platz für das große Fest nutzen konnten.

Eine Vielzahl an Ständen bot informative Gespräche, interessante Gewinnspiele und sogar ein Tanzlehrer war da, der einige Teilnehmer*innen in die Kunst des Salsa-Tanzens einweihte.

Die "Omas for Future" waren auch im Einsatz

Die "Omas for Future" waren auch im Einsatz

Die "Omas for Future" informieren in Umwelt-Fragen

Wer die kniffeligen Fragen des Kiez-Quiz am Stand des Quartiersmanagements richtig beantworten konnte, durfte sich über attraktive Preise freuen. Neben dem spielerischen Element boten zahlreiche Initiativen wertvolle Informationen und praktische Unterstützung: Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge informierte Anwohner*innen, während die Caritas mit einem Stromcheck aufzeigte, wie sich im Alltag bares Geld sparen lässt. Auch das Mobile Bürgeramt war vertreten und erleichterte Spontanbesucherinnen den Zugang zu wichtigen Verwaltungsdienstleistungen. Für eine süße Stärkung sorgte das Kuchenbuffet, bevor Kinder und Erwachsene anschließend mit viel Freude das Tanzbein beim Salsa schwangen.

Ein besonderer Anziehungspunkt waren zudem die „Omas for Future, die mit anschaulichen Tipps und Informationen rund um den Klimaschutz das Bewusstsein vieler Besucher*innen schärften.

Der darauffolgende Samstag startete mit einem vielfältigen Angebot. In der Komşuhütte fanden ein Repair-Café sowie ein Workshop mit Batman Elektronik statt, bei dem defekte Elektrogeräte überprüft und repariert wurden. Parallel dazu lud eine Fotowerkstatt zum Thema Müll dazu ein, kreativ über Abfall und Recycling nachzudenken. Auch an diesem Tag stand ein gemeinsamer Kiez-Putz auf dem Programm – dieses Mal zwischen dem Kottbusser Tor und dem Mariannenplatz. Engagierte Anwohner*innen und Unterstützer*innen sorgten erneut dafür, dass die Straßen sauberer wurden.

Entwicklung der Strahlkraft dieser Aktionstage

Im Verlauf der Aktionstage wurde deutlich, welche Strahlkraft solche Formate entwickeln können. Ob Clean-Ups, künstlerische Aktionen oder Workshops – stets lag der Fokus auf Gemeinschaft, Verantwortung und Nachhaltigkeit. Das Ergebnis war nicht nur ein spürbar saubereres Stadtbild, sondern auch ein Mehr an sozialem Zusammenhalt, das die Beteiligten motivierte und inspirierte.

Finanziert wird das Projekt aus Eigenmitteln des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg für klimaverbessernde Maßnahmen sowie durch Mittel der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die im Rahmen besonderer touristischer Projekte von visitBerlin bereitgestellt werden. So wird bürgerschaftliches Engagement vor Ort gezielt unterstützt und gestärkt.