BVG bietet spannende Einblicke hinter die Kulissen am Kotti

Mehrere Menschen am U-Bahnhof Kottbusser Tor

Begehung des U-Bahnhofes Kottbusser Tor

„Zeigen, was sonst verborgen bleibt“ gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Zentrum Kreuzberg testet die BVG zurzeit ein neues Format. Am 11. September hatten Bürger*innen erstmalig die Möglichkeit, hinter die Kulissen des U-Bahnhofs Kottbusser Tor zu schauen.

Bezirksbürgermeisterin an der Informationstafel des U-Bahnhofes Kottbusser Tore

Clara Herrmann bei der Anwohner*innenbegehung am Kottbusser Tor.

Im Rahmen der Aktionstage „Kotti räumt auf“ nahm auch die Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann an einer der angebotenen Führungen teil. Während der Begehung hatten Anwohnende die Möglichkeit, mit Mitarbeiter*innen der Verkehrsbetriebe ins Gespräch über ihren Berufsalltag zu kommen. Dabei wurden auch Fragen rund um das Thema Sicherheit und Sicherheitstechnik am U-Bahnhof Kottbusser Tor beantwortet.

Die BVG möchte den U-Bahnhof Kottbusser Tor zu einem Innovationsbahnhof weiterentwickeln. Deshalb testet sie verschiedene Maßnahmen, um die Aufenthaltsqualität für die Fahrgäste zu verbessern.

Vor allem das Thema Sicherheit am U-Bahnhof Kottbusser Tor beschäftigt viele Bürger*innen. „Viele Veränderungen haben bereits stattgefunden“, bestätigte eine Mitarbeiterin der Strategieabteilung der BVG. Damit diese Maßnahmen die Bewohner*innen des Kiezes auch erreichen, sollen nun regelmäßig Begehungen des U-Bahnhofs angeboten werden. Bürger*innen werden damit aktiv angesprochen, ebenso wie lokale Vereine und Initiativen – mit dem Ziel, möglichst viele Menschen direkt im Kiez zu erreichen.

Mitarbeiterin der BVG zeigt Besucher*innen den stillgelegten Zugang des U-Bahnhofes Kottbuser Tor

Stillgelegter Zugang am Bahnhof Kottbusser Tor

Auf dem Weg zum Innovationsbahnhof

Ein häufig geäußertes Anliegen, das viele Menschen im Kiez beschäftigt, ist die Sauberkeit des Bahnhofs. Um diesem Problem entgegenzuwirken, seien die Reinigungsintervalle erhöht worden und auch eine Beduftung der Aufzugsanlagen sei im Gespräch.
Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit und Barrierefreiheit sollen an den denkmalgeschützten Fliesen und an den Decken des U-Bahnhofs Spiegel angebracht werden. Diese sollen insbesondere Menschen mit Kinderwagen, mobilitätseingeschränkten Personen und Kindern eine bessere Einsicht auf die Gleise ermöglichen. Moderne Sicherheitstechnik und eine durchgehende Überwachung des Bahnhofs stärken zusätzlich das Sicherheitsempfinden.
Während der Begehung hatten die Besucher*innen auch die Möglichkeit, einen stillgelegten Zugang des Bahnhofes zu besichtigen. In den 1980er Jahren wurde dieser in Richtung Süden verlaufende Zugang gesperrt; die BVG prüft nun eine Öffnung, dies könnte zu einer Verbesserung der Fahrgasströme beitragen.
Auch Mitarbeiter*innen der BVG-Sicherheit begleiteten die Führung. Sie werden im Rahmen spezieller Schulungen besonders im Umgang mit suchterkrankten oder wohnungslosen Menschen sensibilisiert. Sie arbeiten eng mit der Polizei sowie der Berliner Stadtmission zusammen. Sophia Sauber, Bezirks- und Zielgruppenmanagerin der BVG: „Hier absolviert jeder Sicherheitsmitarbeiter der BVG während der Ausbildung mindestens zwei Schichten, um ein Gefühl für diese besondere Klientel zu bekommen. Ziel ist eine enge Kooperation aller Akteur*innen im Kiez.“

Mitarbeiter*innen der BVG vor der Notrufsäule am Gleis

Mitarbeiter*innen der BVG während der Führung.

Highlight der Führung

Ein Highlight der Veranstaltung war der Besuch der verspiegelten Kabine auf dem oberen Bahnsteig, die vor der Automatisierung den Fahrdienstleiter*innen vorbehalten war, die von dort aus die Züge disponierten. Hier demonstrierte der Sicherheitsleiter des Bahnhofs, wie er kurzfristig den Fahrgleisstrom kurzschließen kann: Sollte sich eine Person im Gleis befinden, können die Mitarbeiter*innen mithilfe eines sogenannten Kurzschließers, der auf die Gleise gelegt wird, die Stromzufuhr umgehend unterbrechen. Wer selbst in Not gerät, findet über Markierungen schnell den Weg zu den Notrufsäulen. Nach Betätigung des Notrufs ertönt innerhalb von fünf bis sieben Sekunden:
„Sie haben den Notruf betätigt. Brauchen Sie einen Rettungswagen oder die Polizei?“
Die Leitstelle ist dann sofort in der Lage, Hilfe zu leisten.
Die Begehung des U-Bahnhofes am Kottbuser Tor bot allen Besucher*innen einen spannenden Einblick hinter die Kulissen eines der wohl bekanntesten Bahnhöfe Berlins. Weitere Führungen sind in Planung.
Die Termine werden über das Quatiersmanagement Zentrum Kreuzberg und über die BVG bekanntgegeben.