Besuch von ukrainischen UNESCO-Schulen in Friedrichshain-Kreuzberg

Gruppenfoto der Delegation von Lehrkräften und Schüler*innen aus dem Partnerbezirk Kyjiw-Darnyzja sowie aus den Städten Charkiw und Odessa

Gruppenfoto der Delegation von Lehrkräften und Schüler*innen aus dem Partnerbezirk Kyjiw-Darnyzja sowie aus den Städten Charkiw und Odessa

Am 5. Dezember 2024 empfing der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg eine Delegation von Lehrkräften und Schüler*innen aus dem Partnerbezirk Kyjiw-Darnyzja sowie aus den Städten Charkiw und Odessa. Hintergrund des Besuchs war die Vorbereitung auf das „Recreation-Projekt“ der UNESCO, das im kommenden Jahr in Berlin stattfinden soll. Im Rahmen vom Recreation-Projekt finden Erholungsaufenthalte für ukrainische Kinder und Jugendliche an deutschen Projektschulen statt. Damit das Projekt im nächsten Jahr in mehreren Bezirken Berlins realisiert werden kann, werden sowohl Schulen als auch Unterkünfte in Berlin gesucht, die bereit sind, diese wichtigen Aufenthalte zu unterstützen. Der Besuch der ukrainischen UNESCO-Projektschulen bot die Gelegenheit, die Bezirke kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen. Ermöglicht wurde der Besuch durch Gelder der UNESCO Deutschland.

Der Besuchstag der Gruppe in Friedrichshain-Kreuzberg begann mit einem Spaziergang durch Friedrichshain, um die Umgebung und die kulturelle Vielfalt des Bezirks kennenzulernen. Ziel war das Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro (KJBb) in Kreuzberg, wo Mitarbeiterin Marta Skrzypczak die Gruppe herzlich empfing. Bei einem gemeinsamen Mittagesimbiss tauschten sich die Teilnehmenden über die Schulstruktur und Jugendbeteiligung im Bezirk aus. Die ukrainischen Gäste lobten die zahlreichen Ansätze zur Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungsprozesse und zeigten sich interessiert an der Übertragbarkeit dieser Konzepte auf ihre eigene Bildungsarbeit.

Anschließend fand ein Gespräch mit dem Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, Andy Hehmke, statt. Zwei Schüler*innen aus Darnyzja berichteten der Gruppe vom Schulwesen in Kyjiw sowie von konkreten Projekten ihrer eigenen Schule „Dialog“ in Darnyzja. Mit Hilfe von Schutzräumen kann der Unterricht in allen Schulen in Darnyzja auch während der russischen Angriffe stattfinden. Bei der Ausstattung von Schutzräumen in Schulen hatte sich Friedrichshain-Kreuzberg mit Fördermitteln des Bundes und Eigenmitteln eingebracht. Die Lehrkräfte aus Charkiw beschrieben eine andere Realität: Hier wird Unterricht in den U-Bahn-Schächten abgehalten, da keinerlei Schutzräume in Schulen vorhanden sind.

Bezirksstadtrat Andy Hehmke im Gespräch mit den Gästen aus der Ukraine

Bezirksstadtrat Andy Hehmke im Gespräch mit den Gästen aus der Ukraine

Bundesweit erste "Deutsch-Ukrainische Begegnungsschule" hat ihren Sitz in Friedrichshain-Kreuzberg

Der Bezirksstadtrat Andy Hehmke informierte über die Schulstruktur und aktuelle Herausforderungen in Friedrichshain-Kreuzberg sowie über die bundesweit erste „Deutsch-Ukrainische Begegnungsschule“, die ihren Standort in Kreuzberg hat. An der Begegnungsschule wird auf Deutsch und auf Ukrainisch unterrichtet. Der Lehrplan ist sowohl am ukrainischen Schulgesetz als auch am deutschen Lehrplan orientiert, sodass einerseits eine mögliche Rückkehr ins ukrainische Schulsystem erleichtert wird, aber auch ein Doppelabschluss in Berlin möglich ist, der in der Ukraine und in Deutschland anerkannt wird.

Stadtrat Hehmke: „Eine Realität in Deutschland, die nicht Frieden ist, ist schwer vorstellbar für Kinder und Jugendliche bei uns. Es ist beeindruckend und bewegend, mit welchem Mut und welchem Maß an Zuversicht und Widerstandskraft die ukrainischen Jugendlichen ihre Lebenssituation reflektieren und meistern. Die Ukraine und unser Partnerbezirk Darnyzja brauchen weiterhin unsere Solidarität und konkrete Hilfe.“

Teilnehmer*innen der Delegation von Lehrkräften und Schüler*innen aus der Ukraine

Teilnehmer*innen der Delegation von Lehrkräften und Schüler*innen aus der Ukraine

Gruppenbesuch im Auswärtigen Amt

Der Besuch der UNESCO-Schulgruppe in Friedrichshain-Kreuzberg war Teil eines umfassenden Berlin-Aufenthalts, der vom 2. Dezember bis zum 10. Dezember 2024 stattfand.

Neben Friedrichshain-Kreuzberg besuchten die ukrainischen Lehrkräfte und Schüler*innen unter anderem das Auswärtige Amt sowie Schulen in Steglitz-Zehlendorf und Lichtenberg.

Weitere Höhepunkte waren Gespräche mit der Staatsekretärin für Bildung, Christina Henke, sowie ein Treffen mit der Organisation Europe-Prykhystok-Initiative, die sich für ukrainische Kinder und Jugendliche einsetzt.