Lesezeichen - Literatur live in Tegel

Rundes Bücherregal in öffentlicher Bibliothek
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Lesezeichen – Literatur live in Tegel
Autorenlesereihe

Die Reihe “Lesezeichen – Literatur live in Tegel” ist eine Kooperation zwischen der Volkshochschule Reinickendorf und der Humboldt-Bibliothek.

Ort: Humboldt-Bibliothek, Karolinenstraße 19, 13507 Berlin um 19.30 Uhr.
Entgelt: Der Eintritt beträgt 7 € / für Schüler 4 €.

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Ulrich Woelk
liest aus: Der Sommer meiner Mutter
Mittwoch, 28. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Longlist Deutscher Buchpreis 2019

Sommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein. Seine Mutter fühlt sich eingeengt, und als im Nachbarhaus ein linkes, engagiertes Ehepaar einzieht, beschleunigen sich die Dinge.
Tobias, eher konservative Eltern freunden sich mit den neuen Nachbarn an, und deren drei-zehnjährige Tochter, Rosa, eigenwillig und klug, bringt ihm nicht nur Popmusik und Literatur bei, sondern auch Berührungen und Gefühle, die fast so spannend sind wie die Raumfahrt. Auch die Eltern der beiden verbringen viel Zeit miteinander, zwischen den Paaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung – “Wahlverwandtschaften” am Rhein. Und während Armstrong und Aldrin sich auf das Betreten des Mondes vorbereiten, erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation.

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Ingo Schulze
liest aus: Die rechtschaffenen Mörder
Mittwoch, 11. November 2020, 19.30 Uhr

Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Auch in den neuen Zeiten, als die Kunden ausbleiben, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Paulini vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini ein Reaktionär oder ein Revolutionär, eine tragische Figur oder ein Mörder? Auf fulminante Weise zieht uns Ingo Schulze den Boden unter den Füßen weg: Wie kann ein Leser, ein Büchermensch zum rechten Täter werden? Ein raffiniertes und aufwühlendes Leseerlebnis.

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John von Düffel
liest aus: Der brennende See
Mittwoch, 2. Dezember 2020, 19.30 Uhr

Hannah, Tochter eines Schriftstellers, kehrt nach dem Tod des Vaters in die Stadt ihrer Kindheit zurück. Bei der Wohnungsauflösung findet sie in der Nachttischschublade das Foto einer jungen Frau. Wie nah stand die Unbekannte ihrem Vater? Wer war er wirklich?
Bald weiß Hannah: Die junge Frau heißt Julia und kämpft als Fridays-for-Future-Aktivistin um den Erhalt des Sees, in dem Hannahs Vater täglich schwamm. Doch Julia tut dies nicht nur aus politischer Überzeugung; ihr Geheimnis ist ein anderes …
Zwischen Vergangenheit und Zukunft erlebt sich Hannah als Teil einer überforderten mittleren Generation, die in einer beschleunigten Zeit mehr Schwierigkeiten hat, sich zurechtzufinden, als die jüngere Generation. Ein Roman über das Wasser als knappe Ressource und nicht zuletzt als Frage des Zusammenlebens der Generationen.